Klinikkeime: Besserer Infektionschutz nötig

Heilpraxisnet

Experten fordern Verbesserung der Krankenhaushygiene

30.11.2014

Krankenhauskeime gefährden die Gesundheit von zahlreichen Patienten. Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 15.000 Menschen an solchen Infektionen. Experten fordern nun, dass der Infektionsschutz in deutschen Kliniken massiv verschärft werden muss.

Verschärfung des Infektionsschutzes
Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zufolge sterben in Deutschland jedes Jahr bis zu 15.000 Menschen an Krankenhaus-Infektionen. Seit Jahren wird immer wieder über unhygienische Verhältnisse in Kliniken berichtet. Erst kürzlich hatte sich die Berliner Charité gegen Vorwürfe zu Krankenhauskeimen zur Wehr gesetzt. Vor allem für ältere Menschen oder für die mit einem geschwächten Immunsystem können Infektionen gefährlich werden und beispielsweise Entzündungen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen oder eine Blutvergiftung auslösen. Experten fordern nun eine massive Verschärfung des Infektionsschutzes in deutschen Kliniken. Erfolgen soll dies durch strenge gesetzliche Meldepflichten, mehr Geld und Personal für Hygiene sowie MRSA-Keimtests bei allen stationären Neuaufnahmen.

„Resistente Erreger in den Griff zu bekommen“
„Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um resistente Erreger in den Griff zu bekommen“, erklärte der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH), Walter Popp, gegenüber der in Essen erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) am Samstag. Es müsse für alle multiresistenten Keime eine gesetzliche Meldepflicht gelten. Künftig sollen zusätzlich zu MRSA-Infektionen auch Keimbesiedelungen auf der Haut gemeldet werden. Zudem müsse es gesetzlich geregelt werden, dass es mehr Pflegepersonal gebe und für Intensivstationen forderte Popp „mindestens eine Pflegekraft auf zwei Patienten“.

Hygiene-Kontrollen durch Gesundheitsämter
Für eine stärkere Kontrolle der Hygiene durch Gesundheitsämter sprach sich der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Hygieniker (BDH), Klaus-Dieter Zastrow, aus. Gegenüber der Zeitung meinte er, dass „mehrfach unangemeldete Kontrollen im Jahr in infektionsrelevanten Risikobereichen wie Frühchen- und Intensivstationen“ notwendig seien. Zur WAZ sagte er, dass die Ergebnisse jährlich veröffentlicht werden sollten. „Auch Ausbrüche resistenter Erreger müssen öffentlich gemacht werden, damit Patienten wissen, welches Problem es in welcher Klinik gibt“, so Zastrow. (ad)

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