Blutvergiftung (Sepsis; Septikämie)

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Blutvergiftung Ursachen und Behandlung

Als Blutvergiftung wird eine lebensbedrohliche Allgemeininfektion bezeichnet, bei der aus einem Entzündungsherd, etwa einer Wunde, schubweise oder stetig Krankheitserreger in die Blutbahn gestreut werden. Als schwere Komplikation kann sich ein septischer Schock entwickeln. Jede Sepsis gehört in intensivmedizinische Behandlung, zur Zeit gilt die Blutvergiftung als dritthäufigste Todesursache nach Herz-, Kreislauferkrankungen und Krebs.

Aus Entzündungsherden gelangen die Keime zu sämtlichen Organen des Körpers

Die Krankheitserreger, bei denen es sich meist um Bakterien handelt, gelangen dabei aus einem Herd in den Blutkreislauf, mit dem sie zu sämtlichen Körperorganen transportiert werden. Dort kommt es zu infektiösen Streuherden, den septischen Metastasen. Darüber hinaus können sich die Erreger im Blut vermehren. Eine allgemeine Abwehrschwäche begünstigt die Entstehung einer Blutvergiftung.

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Sepsisherde befinden sich häufig im Urogenitaltrakt

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Keimen um die Gruppe der gramnegativen Bakterien, mehr als die Hälfte der Blutvergiftungen entstammen dem Urogenitaltrakt (Urosepsis). Häufige Sepsisherde sind Infektionen von Hohlorganen mit erschwerter Abflussmöglichkeit, z.B. Nierenbeckenentzündungen bei Prostatavergrößerung oder Harnstau, außerdem Wundinfektionen, Lungenentzündungen aber auch chronische Entzündungen der oberen Atemwege (Sinusitis, Otitis, Tonsillitis). Als Kompliaktion einer Entzündung der Lymphgefäße, der sogenannten „falschen“ Blutvergiftung, kann sich eine Sepsis genauso entwickeln wie aus einer unbehandelten Pilzinfektion des Körpers.

Symptome und Komplikationen

Das wichtigste Symptom einer Sepsis besteht in hohem Fieber, das im Wechsel schnell ansteigt und innerhalb von 24 Stunden aus Normalwerte sinkt, von wo aus es wieder steigt, u.s.w.. Begleitet wird das Fieber vielfach von Schüttelfrost (Erwachsene) und Fieberkrämpfen (Kleinkinder). Paradoxerweise kann dieses Fieber, besonders bei Säuglingen, Kleinkindern und Abwehrgeschwächten aber auch völlig fehlen.

Bei einer Blutvergiftung fühlt sich der Betroffene schwer krank, bei rascher Verschlechterung des Allgemeinzustands. Die Haut ist kalt, blass-grau bis bläulich und es kann zu Hautblutungen und weiteren Hauterscheinungen kommen. Später kommt es zu Schläfrigkeit, Bewusstseinstrübungen, Blutdruckabfall und Tachykardie. Diese Symptome sind bereits als Zeichen des septischen Schocks zu werten, der durch die Bakteriengifte hervorgerufen werden kann. Weitere Komplikationen der Sepsis sind Gerinnungsstörungen, Multiorganversagen sowie septische Absiedelungen im Gehirn, wo viele kleine Bakterien- und Eiterherde zu einer embolischen Herdenzephalitis führen können.

Die Sepsis bedarf immer intensivmedizinischer Behandlung

Eine Sepsis ist lebensbedrohlich und bedarf einer möglichst schnell eingeleiteten intensivmedizinischen Behandlung. Nach der Diagnose, die durch Untersuchung einer Blutkultur zur Erregerbestimmung erfolgt, besteht die Therapie aus einer hochdosierten Antibiotikagabe, Schockbehandlung und Behandlung der Gerinnungsstörung. Daneben werden Infusionen zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes gegeben und gegebenenfalls der Sepsisherd operativ entfernt.

Die ansteigende Sterblichkeitsrate bei Sepsis soll darauf zurückzuführen sein, dass immer mehr alte, schwer kranke und verletzte Menschen ihre Grunderkrankung durch die moderne Intensivmedizin zunächst überleben, bedingt durch die Abwehrschwäche jedoch im Krankenhaus eine Sepsis erwerben. Diese, als Nosokomialsepsis (griech. nosokomeion = Krankenhaus) bezeichnete Blutvergiftung stellt den größten Anteil der septischen Erkrankungsformen dar. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

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