Neue DRK-Kurse: Erste Hilfe kürzer lernen

Heilpraxisnet

Kürzere DRK-Kurse: Erste Hilfe schneller lernen

29.03.2015

Der Großteil der Deutschen weiß nicht, was man in einem medizinischen Notfall machen muss. Dieses Wissen wird unter anderem in Erste-Hilfe-Kursen vermittelt. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat nun angekündigt, solche Kurse zu verkürzen, damit diese wieder stärker besucht werden.

Kürzere Kurse angekündigt
Da immer weniger Menschen in Deutschland wissen, was im Notfall zu tun ist, werden Erste-Hilfe-Kurse von April an kürzer und praxisnäher. Darauf hat der Nachrichtenagentur dpa zufolge das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Schwerin hingewiesen. Wie Thomas Powasserat vom DRK Mecklenburg-Vorpommern sagte, werden die Lehrgänge in Zukunft nur noch neun statt bislang 16 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten haben. Es wurde mitgeteilt, dass bei der Theorie gestrichen wird.

Die „fünf W“ müssen nicht unbedingt beherrscht werden
Unter anderem gehören dazu die wichtigsten Angaben beim Melden eines Notfalls. „Die berühmten „fünf W“ muss man nicht zwingend beherrschen“, meinte Powasserat. Gemeint sind die Fragen: „Wo ist der Notfall/Unfall?“, „Was ist geschehen?“, „Wie viele Verletzte/Betroffene sind zu versorgen?“, „Welche Verletzungen oder Krankheitszeichen haben die Betroffenen?“ sowie „Warten sie immer auf Rückfragen der Rettungsleitstelle!“ Der Disponent in der Rettungsleitstelle leite den Anrufer ohnehin durch das Gespräch und frage, was er wissen muss.

Mehr Praxisunterricht
Für die reduzierte Theorie gibt es jedoch mehr Praxisunterricht. So sollen in kleinen Gruppen Notfallsituationen geprobt werden. Einer Umfrage zufolge wissen zwei Drittel der Deutschen nicht, was sie notfalls tun müssen, bis professionelle Retter kommen. Wie verschiedene Untersuchungen in den vergangenen Jahren zeigten, scheuen sich viele Menschen im Notfall Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen, da sie Angst haben, sie könnten die gesundheitliche Situation des Patienten durch falsch durchführte Maßnahmen verschlimmern. Eine schnelle Hilfe könnte jedoch die Überlebensrate in vielen Fällen deutlich erhöhen.

Experten raten zu Auffrischungskursen
Im vergangenen Jahr haben allein in Mecklenburg-Vorpommern 32.000 Menschen über das DRK einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Experten raten immer wieder dazu, diese auch zu wiederholen. Um einen PKW-Führerschein zu machen, muss zwar an einem Ersthelfer-Kurs teilgenommen werden, doch regelmäßige Auffrischungskurse sind nicht vorgeschrieben. Da die Kenntnisse laut Studien mit der Zeit bei den meisten stark nachlassen, wird dazu geraten, dass Wissen von Zeit zu Zeit wieder aufzufrischen. (ad)

Advertising
>Bild: Michael Raab / pixelio.de