Leberkrank: Energy-Drinks sind mögliche Hepatitis-Auslöser

US-amerikanische Mediziner berichten über einen Patienten, dessen akute Hepatitis womöglich auf den exzessiven Konsum von Energy-Drinks zurückzuführen ist. (Bild: goldencow_images/fotolia.com)
Alfred Domke
Akute Hepatitis nach exzessivem Konsum von Energy-Drinks?
Dass Energy-Drinks gesundheitsgefährdend sind, ist lange bekannt. Nach höherem Konsum kann es beispielsweise zu Herzrasen und Bluthochdruck kommen. Ein Fall aus den USA lässt nun die Vermutung zu, dass die Wachmacher auch eine Gefahr für die Leber darstellen könnten.

Energy Drinks gefährden die Gesundheit
Ein hoher Konsum von Energy Drinks kann der Gesundheit schaden. So ist etwa bekannt, dass solche Getränke – vor allem in Kombination mit Alkohol – ein Risiko fürs Herz sein können. Doch auch pur sind die zuckersüßen Drinks nicht ohne, wie auf der Internetseite „personalise.co.uk“ berichtet wird. Dort ist eine Grafik zu sehen, auf der erklärt wird, was im Körper nach einer Dose Red Bull passiert.

US-amerikanische Mediziner berichten über einen Patienten, dessen akute Hepatitis womöglich auf den exzessiven Konsum von Energy-Drinks zurückzuführen ist. (Bild: goldencow_images/fotolia.com)
US-amerikanische Mediziner berichten über einen Patienten, dessen akute Hepatitis womöglich auf den exzessiven Konsum von Energy-Drinks zurückzuführen ist. (Bild: goldencow_images/fotolia.com)

Nach dem Koffein-Rausch wird man wieder müde
Unter anderem ist dadurch ersichtlich, dass man zehn Minuten nach dem Trinken eines solchen Drinks die Menge von neun Stück Würfelzucker aufgenommen hat. Zudem steigen Puls und Blutdruck durch das Koffein stark an. Später kommt es zu einem „Zucker-Crash“. Dann ebbt der kurze Koffein-Rausch wieder ab. Der Zucker ist vom Körper verarbeitet und zum Teil in Fett umgewandelt worden. Infolge davon wird man wieder müde, fühlt sich gereizt oder nervös.

Exzessiver Konsum schadet womöglich der Leber
Noch gesundheitsschädlicher ist ein hoher Verzehr von Energy Drinks. So wurde im vergangenen Jahr über den Fall einer jungen Frau aus Nordirland berichtet, bei der sich nach dem Konsum von 28 Dosen Red Bull ein kurzzeitiger Sehverlust und massiver Hirndruck einstellten. Und nun gibt es Hinweise darauf, dass der exzessive Konsum von den Wachmachern auch der Leber schaden kann.

Hepatitis durch süße Wachmacher
Laut Medienberichten kam ein 50-jähriger Mann mit Symptomen einer akuten Hepatitis-Erkrankung in ein Krankenhaus in Florida: Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, dunkler Urin und weitere Anzeichen ließen auf eine Leberentzündung schließen.

Auch die Vitamin-B-Werte in seiner Leber waren extrem hoch. Mit Hilfe einer Biopsie konnte die Diagnose schnell bestätigt werden.

Laut den verantwortlichen Medizinern, die im Fachmagazin „BMJ Case Reports“ über den Fall berichten, war zunächst unklar, wodurch die Entzündung ausgelöst wurde. Demnach gab es keine Anzeichen für die üblichen Auslöser von akuter Hepatitis – wie für einen viralen Infekt, übermäßigen Alkoholkonsum oder Drogen.

Zustand des Patienten verbesserte sich nach dem Verzicht
Das Team um Jennifer Harb vom College of Medicine der Universität Florida führte mehrere Untersuchungen durch und fand schließlich heraus, das der Patient drei Wochen lang vier bis fünf Energy-Drinks pro Tag konsumiert hatte.

Wie die Wissenschaftler laut einem Bericht von CNN berichteten, erfolgte die Schädigung der Leber des Patienten „direkt nach dem übermäßigen Konsum von Energy-Drinks, und sie erholte sich nachdem der Verzehr der Produkte eingestellt wurde“. Den Angaben zufolge konnte der Mann die Klinik am sechsten Tag verlassen.

Wissenschaftlich nicht bestätigt
Laut CNN wurden bereits in der Vergangenheit Hepatitis-Fälle in Zusammenhang mit Energy-Drinks gebracht. Es gibt zwar keine wissenschaftlichen Studien, die die Annahme belegen, doch der hohe Vitamin-B3-Gehalt (Niacin) in den Getränken könnte womöglich das Risiko für die Lebererkrankung erhöhen.

Donnica Smalls, Sprecherin des Virushepatitis-Zentrums am Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erklärte aber: „Energy-Drinks sind keine Quelle viraler Hepatitis.“

Auch bei den bislang bekannt gewordenen Fällen wird von Wissenschaftlern vermutet, dass noch weitere Auslöser hinzukamen. (ad)

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