Leistungsstark im Alter durch einen fordernden Beruf sein

Sebastian
Anspruchsvolle Aufgaben im Beruf fördern die Leistungsfähigkeit im Alter
Wer im Beruf stark gefordert wird, ist im Alter leistungsfähiger. Das belegt eine Studie der Universität Leipzig. Während bereits seit langem bekannt ist, dass eine gute Bildung der Entwicklung von Demenzen entgegenwirkt, wurde der Einfluss der beruflichen Anforderungen bislang wenig beachtet. Der Untersuchung zufolge büßten Senioren, zu deren früheren beruflichen Aufgaben beispielsweise Datenanalyse, Informationsbewertung oder Konzentration auf Details gehörten, weniger ihrer Leistungsfähigkeit im Alter ein als Menschen, die weniger anspruchsvolle Jobs ausübten.

Fordernder Beruf erhält Leistungsfähigkeit im Alter aufrecht
Mehr als 1.000 Senioren ab 75 Jahre wurden in der Leipziger Langzeitstudie zur Altenbevölkerung („Leila75+“) über einen Zeitraum von acht Jahren regelmäßig untersucht. Dabei wurde auch ihre geistige Leistungsfähigkeit getestet. Die Studienteilnehmer mussten unter anderem Fragen zu ihrem Berufsleben und bestimmten Anforderungen, die sie erfüllen mussten, beantworten.

Wie sich herausstellte, schnitten diejenigen am besten bei den Leistungsfähigkeitstests ab, die angaben, früher beruflich stark gefordert gewesen zu sein. Auffällig war zudem, dass ihre Fähigkeiten im Laufe der Zeit weniger stark abbauten. Studienteilnehmer mit einem anspruchsvollen Job wie Produktionsmanager oder Restaurantbesitzer verschlechterten sich in der Leistungsfähigkeit nur halb so stark wie diejenigen, die als Dreher oder Näher tätig waren. „Einige spezifische Anforderungen im Berufsleben trainieren anscheinend das Gehirn, wodurch die Leistungsfähigkeit im höheren Alter langfristig aufrechterhalten werden kann“, berichtet Arbeitsgruppenleiter PD Dr. Tobias Luck.

„Die Studie macht deutlich, dass die Art der Arbeitsaufgaben während unseres Berufslebens einen wichtigen Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit im Alter hat, möglicherweise sogar noch einen wichtigeren Einfluss als Bildung“, erläutert Studienautorin Dr. Francisca S. Then vom Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health (ISAP) an der Medizinischen Fakultät. (ag)

: Rainer Storm, Pixelio.de