Listerien-Bakterien in Fischkonserven

Heilpraxisnet

Das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg warnt vor verunreinigte Fischkonserven, die mit Listerien-Bakterien belastet sind. Die „Heringskarbonade in Pflanzenöl 430 g“ der Firma LB Fisch wurde aus den Handelsregalen entfernt.

Die Fischkonserven „Heringskarbonade in Pflanzenöl 430 g“ der Firma LB Fisch aus Willstätt mit einem Haltbarkeitsdatum bis einschließlich dem 5 Dezember 2010 können Listerien enthalten, so die Warnung des Verbraucherschutzministeriums Baden-Württemberg. Der Hersteller hatte die entsprechenden Konserven mit einer Rückrufaktion, die von der baden-württembergischen Lebensmittelüberwachungsbehörde begleitet wurde, aus den Regalen entfernen lassen. Die auch mit kyrillischer Aufschriftschrift versehenen Konserven wurden vor allem in Einzelhandelsgeschäfte mit osteuropäischen Spezialitäten angeboten. Wer eine entsprechende Fischkonserve bereits gekauft habe, sollte diese im Geschäft zurückgeben, so die Mitteilung von Seiten des Ministeriums.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem besonders gefährdet
Die Listerien-Bakterien können die schwere Infektionskrankheiten Listeriose auslösen, welche besonders häufig bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie Neugeborenen, Alten, Schwangeren oder AIDS-Patienten, auftritt. Dabei ist das klinische Bild der Listeriose sehr variabel und hängt vor allem vom befallenen Organsystem ab, was eine entsprechende Diagnose der Erkrankung teilweise sehr schwierig macht.

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Bei der Aufnahme über Lebensmittel sind beim Menschen normalerweise als erste Symptome Durchfall und Bauchschmerzen zu beobachten. Im weiteren Verlauf der Erkrankung treten sowohl beim Mensch als auch bei Tieren häufiger Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute auf, die zentralnervöse Störungen wie Lähmungen, Zittern, Körperfehlstellungen und Benommenheit mit sich bringen. Schwangere Frauen und trächtige Tieren erleiden öfter eine Fehlgeburt bzw. ein Absterben des Fötus. Auch schwere Neugeboreneninfektionen (Septikämien) treten bei Listeriose-Erkrankungen der Schwangeren häufiger auf.

Eine Listeriose kann sich jedoch zum Beispiel auch als lokale Wundinfektion oder als Entzündung der Binde- und Hornhaut manifestieren. Seit 2001 ist Listeriose in Deutschland sowohl beim Menschen als auch bei Tieren eine meldepflichtige Krankheit. In Deutschland und in ganz Europa ist die Zahl der Listeriose-Erkrankungen als Folge von Lebensmittelinfektionen nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in den letzten Jahren erheblich gestiegen, wobei die Krankheit für die Betroffenen mitunter tödlich enden kann. (fp, 09.11.2010)