Listeriose – Ursachen, Symptome und Therapie

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Bei einem schwachen Immunsystem kann durch ein Bakterium aus der Gattung der Listerien eine Listeriose ausgelöst werden. Ursächlich sind meistens kontaminierte Lebensmittel und die Infektionskrankheit kann vom Tier zum Menschen übertragen werden. Sie gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen.


Listerien Bakterien in tierischen Produkten

In der Landwirtschaft finden sich in vielen Bereichen Listerien. Sie kommen im Tierfutter und im Kot vor und könne über die Nahrungmittelproduktion in die Endprodukte gelangen. Vor allem in

  • rohem Fleisch,
  • Rohmilch,
  • Weichkäse,
  • Käserinde und
  • Räucherfisch,
  • aber auch in Salaten und Gemüse, wenn sie mit Dünger aus der Viehhaltung gedüngt worden sind,

können Listerien enthalten sein.

Weichkäse, aber auch die Rinde von Käse kann mit den für die Listeriose verantwortlichen Bakterien der Gattung Listerien kontaminiert sein. (Bild: pilipphoto/fotolia.com)

Besonders im Boden und im Abwasser bzw. auch in verunreinigtem Wasser, sowie in Futter- und, wie schon erwähnt, in Lebensmitteln kommen Listerien vor. So kann man sich an jedem Obst und Gemüse theoretisch anstecken, bis auf Möhren, Tomaten und Äpfel, da sich an ihnen das Stäbchenbakterium nicht gut halten kann.

Im Kühlschrank können sie sich auch bei niedriger Temperatur vermehren. Da sie nicht dazu führen, das die Nahrung verdirbt, lässt sich der Befall mit dem Listeriose auslösenden Bakterium Listeria monozytogenes nicht erkennen.

Risikogruppen

Insbesondere Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, sind für eine Listeriose anfällig, dazu gehören

  • ältere Menschen,
  • Schwangere,
  • HIV-Patienten,
  • Alkoholkranke und
  • Diabetiker.

Insbesondere Schwangere und Menschen mit einer diagnostizierten Immunschwäche sollten rohe Speisen meiden.

In Deutschland erkranken jährlich durchschnittlich 400 Menschen an einer Listeriose, darunter sind circa 200 Schwangere. Manchmal kommt es in Einrichtungen wie Kindergärten oder Altersheimen durch Lebensmittel, die mit den Listeriose auslösenden Stäbchenbakterien befallen sind, zu signifikanten Häufungen von Listerioserkrankungen, das ist aber eher die Ausnahme.

Schwangere als besondere Risikogruppe

Da sich das Immunsystem während einer Schwangerschaft verändert, gehören Schwangere zur Risikogruppe der Menschen, die durch eine Listeriose gefährdet sind. Deshalb wird Schwangeren auch davon abgeraten Rohkost und -käse zu verzehren, geschweige denn rohe Fleisch- oder Fischprodukte zu konsumieren. Da über die Plazenta die Stäbchenbakterien der Listeriose auf das ungeborene Kind übertragen werden können, ist eine ärztliche Behandlung beim Verdacht auf eine Listeriose dringend angeraten. Im schlimmsten Fall kann diese zu einer Fehlgeburt oder sogar zur Totgeburt führen. Auch kann bei einem Neugeborenen die Listeriose zu schweren Erkrankungen oder zum Tod führen.

Keine eindeutigen Symptome

Man findet die Erreger bei der Diagnostik meist in der Leber, den Mandeln oder im Verdauungstrakt. Insofern man nicht zu einer den Risikogruppen gehört, wird der Erreger meist mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Der Erreger kann dann auch im Magen- und Darmtrakt existieren und keinerlei offensichtliche Beschwerden verursachen. Es können der Grippe ähnliche Symptomen auftreten und bei Hautkontakt mit kontaminierten Lebensmitteln kann es auf der Haut zu Reaktionen in Form von Pusteln kommen. Durchfall und Erbrechen können ebenfalls zu den Symptomen hinzukommen. Neuere Studien haben gezeigt, dass Fieber und allergische Reaktionen auch bei Menschen mit intaktem Immunsystem nach der Aufnahme von Listeriosebakterien auftreten können. Diese Symptome halten circa zwei Tage an. Die Bakterien werden mit dem Stuhlgang über einen Zeitraum von mehreren Monaten ausgeschieden. Deshalb ist im Falle einer Listeriose Hygiene im Sanitärbereich von besonderer Bedeutung.

Bei Menschen mit einem sehr geschwächten Immunsystem kann es infolge einer Listeriose zu gefährlichen Folgeerkrankungen kommen wie einer Gehirnhautentzündung oder einer Blutvergiftung.

Die Listeriose wird durch Stäbchenbakterien aus der Gattung der Listerien ausgelöst (Bild: Sagittaria/fotolia.com)

Behandlung

Wird eine Listeriose vom Arzt mittels einer Untersuchung der Rückenmarkflüssigkeit, einem Abstrich aus der Nase, einer Stuhl- oder Blutprobe festgestellt, muss eine zweiwöchige Behandlung mit Antibiotika eingeleitet werden. Der relativ lange Zeitraum ist notwendig, damit alle Listerien im Körper abgetötet werden.

Vorbeugen heißt richtig ernähren

Menschen, die eine geschwächte Immunabwehr aufgrund des Alters, einer Erkrankung oder infolge einer Schwangerschaft haben, sollten Lebensmittel, die möglicherweise mit Listerien kontaminiert sind, meiden. Salate sollten gründlich gewaschen und Nahrungsmittel, wenn möglich, auf mindestens 45° Celsius erhitzt werden, da Listerien nur bei Temperaturen zwischen -4° und +45° Celsius überlebensfähig sind. Bei dafür geeigneten Lebensmitteln kann Tiefkühlung helfen, Listerien abzutöten.

Um Ansteckungen zu vermeiden, sollte gerade während der Infektionszeit auf Hygine besonderer Wert gelegt werden. (fp,ok, aktualisiert am 14.05.2018)