Die Menopause wird von umfänglichen neurologischen Veränderungen begleitet, die sowohl kurzfristige als auch langfristige Auswirkungen auf die kognitive Fähigkeiten haben können. Eine neue Studie zeigt, was während der Wechseljahre im Gehirn passiert.
Forschende der University of Vermont haben untersucht, wie sich die sogenannte funktionelle Konnektivität im Ruhezustand des Gehirns während der Menopause verändert. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Menopause“ veröffentlicht.
Hormone beeinflussen kognitive Funktionen
Aus früheren Untersuchungen war bereits bekannt, dass die hormonellen Veränderungen in der Menopause nachteilige Auswirkungen auf die kognitiven Funktionen und das Gehirn haben können, die langfristig auch das Risiko für Demenzerkrankungen erhöhen.
Welche konkreten neurologischen Veränderungen die Wechseljahre mit sich bringen, blieb bislang allerdings weitgehend unklar.
Anhand der Daten von 151 weiblichen Teilnehmerinnen des „Human Connectome Project – Aging 2.0“, die alle im Alter zwischen 40 und 55 Jahren waren, überprüften die Forschenden nun die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Stadien der Menopause und der funktionellen Konnektivität zwischen Hirnregionen im Ruhezustand.
Signifikante Veränderungen im Gehirn
Dabei zeigte sich, dass die Gehirnaktivität im Ruhezustand (wenn keine aktive Aufgaben bearbeitet werden) je nach Stadium der Menopause signifikante Unterschiede aufwies. Zu den Regionen mit veränderter Konnektivität gehörten der linke und rechte Gyrus supramarginalis, der anteriore Bereich sowie das rechte und linke Planum temporale, berichtet das Team.
Die Unterschiede in der funktionellen Konnektivität zwischen prä- und postmenopausalen Teilnehmerinnen legen laut den Fachleuten den Schluss nahe, dass der Übergang in die Menopause die Gehirnfunktion maßgeblich beeinflusst.
Ursache für die veränderte funktionelle Konnektivität seien offenbar die hormonellen Umstellungen, wie insbesondere Schwankungen des Östrogenspiegels.
Entscheidende neurologische Phase
Insgesamt bestätigen die Ergebnisse nach Auffassung des Forschungsteam, dass der Übergang in die Menopause auch eine entscheidende neurologische Phase ist. Die neurologischen Veränderungen in der Menopause scheinen dabei das aktuelle kognitive Erleben, aber auch die langfristige Alterung des Gehirns zu beeinflussen.
„Da Frauen nach der Menopause noch Jahrzehnte vor sich haben, ist es wichtig, die neurologischen Auswirkungen hormoneller Veränderungen in der Lebensmitte zu verstehen“, betont die Studienautorin Dr. Abigail Testo abschließend. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Abigail A. Testo, Julie A. Dumas: Differences in functional connectivity during midlife between menopause stages; in: Menopause (veröffentlicht 09.06.2026), lww.com
- University of Vermont: New findings highlight brain changes during menopause (veröffentlicht 09.06.2026), eurekalert.org
- Universitätsklinikum Jena: Was machen Wechseljahre mit dem Gehirn? (veröffentlicht 17.10.2025), uniklinikum-jena.de
Wichtiger Hinweis:
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