Masern-Epidemie in Rumänien fordert bereits das 35. Todesopfer

Alexander Stindt

Ausbreitung der Masern in mehreren Balkanländern

Die Masern sind eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, welche besonders häufig Kinder betrifft. Die Erkrankung führt zu den typischen roten Flecken auf der Haut und Fieber. In einigen Fällen sind die Auswirkungen allerdings wesentlich gefährlicher. Es entstehen starke gesundheitliche Komplikationen, welche sogar zum Tod des Patienten führen können. In Rumänien gibt es zur Zeit eine wahre Masern-Epidemie, welche bereits zu 35 Todesfällen geführt hat.

Das Nationale Institut für Gesundheit in Bukarest gab am Freitag bekannt, dass eine 39 Jahre alte Frau aus dem siebenbürgischen Brasov (Kronstadt) an den Auswirkungen der Masern verstorben ist. Damit sind die Todesfälle durch eine Masern-Infektion in Rumänien seit dem August im Jahr 2016 auf 35 angestiegen. Die meisten Menschen, welche durch die Infektionskrankheit zu Tode kamen, waren kleine Kinder. Häufig waren die Betroffenen nicht einmal ein Jahr alt. Die Anzahl der gemeldeten Erkrankungen liegt laut Experten jetzt bei 9670 Fällen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte bereits in einer Pressemitteilung davor, dass sich die Masern in Europa immer weiter ausbreiten.

Masern betreffen besonders häufig kleine Kinder und Säuglinge. Dank Impfungen gibt es in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr viele Fälle von Masern in Europa. In Rumänien ist jetzt aber eine wahre Masern-Epidemie zu beobachten. (andrianao_cz/fotolia.com)

Religiös motivierte Kampagnen gegen das Impfen erschweren Bekämpfung der Infektion

Problematisch bei der Eindämmung der Masern-Epidemie scheinen Engpässe in der Versorgung mit Impfstoffen zu sein. Ein anderes großes Problem, welches von den Gesundheitsbehörden für die Epidemie verantwortlich gemacht wird, sind in Rumänien religiös motivierte Kampagnen gegen das Impfen. Diese kritische Haltung gegen Impfungen erschwert die Bekämpfung der hoch ansteckenden Infektionskrankheit erheblich.

Auch im Kosovo gab es bereits einen Todesfall durch die Masern

Aber Rumänien ist nicht das einzige Land, welches von den Masern heimgesucht wird. Außer Rumänien sind zur Zeit auch noch andere Regionen im Balkan von den Masern betroffen. Zum ersten Mal seit etwa 20 Jahren gibt es auch wieder Fälle von Maser-Infektionen im Kosovo. In der Hauptstadt des Kosovo, Pristina (gleichzeitig größte Stadt des Landes, mit über 200.000 Einwohnern), wurden alleine in den letzten Wochen 140 Masern-Infektionen festgestellt. Es gab auch hier einen Todesfall durch die Masern, eine Teenagerin verstarb an den Folgen der Infektionskrankheit.

Auch in Deutschland ist dieses Jahr bereits eine Person an den Masern gestorben

In Montenegro, einem direkten Nachbarland des Kosovos, befürchten Ärzte und Behörden jetzt ebenfalls einen Ausbruch der Infektionskrankheit. Die Impfrate bei Kindern war dort stark rückläufig. Statt den früheren 95 Prozent, seien jetzt nur noch etwa 65 Prozent der Kinder geimpft. Man könnte nun denken, dass die Infektionen ausschließlich Länder in Südosteuropa betreffen. Aber auch in Deutschland ist die Zahl der Masern-Fälle ansteigend.

Das bevölkerungsreiche Bundesland Nordrhein-Westfalen ist dabei besonders stark von der Infektionskrankheit betroffen. Und es gab auch hierzulande dieses Jahr bereits einen Todesfall durch die Masern. In Essen starb eine 37 Jahre alte Frau an Masern. Die dreifache Mutter aus Essen war offenbar nicht ausreichend gegen die gefährliche Infektionskrankheit geimpft.

WHO arbeitet an der weltweiten Ausrottung der Masern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeitet schon lange an einer weltweiten Ausrottung der gefährlichen Infektionskrankheit. Durch die Verwendung von Impfungen konnte in den meisten Ländern die Infektionsrate deutlich reduziert werden. In Ländern und Regionen mit einer hohen Rate an Impfungen ist sind die Masern mittlerweile fast vollständig ausgerottet. (as)