Mediziner bestätigen den ersten Fall der Hasenpest in Aalen

Alexander Stindt

Besonders Hundebesitzer sollten sich zum Schutz ihres Tieres über die Hasenpest informieren

In Deutschland gab es offenbar einen neuen Fall der sogenannten Hasenpest. In der Nähe von Aalen-Wasseralfingen wurde ein Feldhase tot aufgefunden, welcher offenbar mit dem Erreger der gefährlichen Hasenpest (Tularämie) infiziert war. In umliegenden Landkreisen wurden bereits im Jahr 2016 Fälle von Tularämie festgestellt.

Die Experten des Geschäftsbereichs Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landratsamts informierten die Öffentlichkeit über einen Fall von Hasenpest in Aalen-Wasseralfingen. Von dem Erreger geht vor allem eine Gefahr für Feldhasen und für Nagetiere aus. Aber auch andere Wildtiere und Haustiere können sich mit der Hasenpest infizieren. Die Forscher warnten in einer Pressemitteilung vor der Gefahr durch den Erreger der Hasenpest.

Feldhasen können den Erreger der sogenannten Hasenpest in sich tragen. In Aalen-Wasseralfingen wurde jetzt bei einem toten Feldhasen der Erreger der Hasenpest nachgewiesen. (Bild: shocky/fotolia.com)

Was ist die Hasenpest?

Die sogenannte Tularämie, welche umgangssprachlich als die Hasenpest bezeichnet wird, ist eine Erkrankung bei freilebenden Nagetieren und hasenartigen Tieren. Die Krankheit endet bei den betroffenen Tieren häufig tödlich. Es ist sogar möglich, dass sich Menschen mit dem Erreger infizieren. In Deutschland ist die Hasenpest eine meldepflichtige Tiererkrankung. Die Tularämie ist eine bakterielle Erkrankung, welche durch Erreger mit der Bezeichnung Francisella tularensis ausgelöst wird. Die Übertragung der Erkrankung erfolgt durch einen direkten Kontakt zu infizierten Tieren. Wenn sich Menschen mit der Hasenpest infizieren, kann dies zu schwerwiegenden Krankheitserscheinungen führen. Jäger sind besonders gefährdet, wenn sie beispielsweise erlegte Tiere aufbrechen.

Tote und verhaltensauffällige Hasen sollten dem zuständigen Jagdpächter gemeldet werden

Aus diesem Grund bittet der Geschäftsbereich Veterinärwesen die Jägerschaft zu einer erhöhten Aufmerksamkeit gegenüber Tularämie. Aber auch Menschen, welche in der Region leben, sollten vorsichtig mit tot aufgefundenen Feldhasen umgehen. Tote Hasen und Feldhasen mit einem fehlenden Fluchtverhalten sollten keineswegs berührt werden, warnen die Experten. Bei einem Fund sei umgehend der zuständige Jagdpächter zu informieren. Dieser werde dann dafür sorgen, dass die toten Tiere Experten zugeführt werden, welche eine Untersuchung einleiten können.

Hundebesitzer sollten besonders aufpassen

Die Gefahr, dass Hunde an der sogenannten Hasenpest erkranken, ist geringer einzustufen, als die Gefahr einer Infektion unter Nagetieren oder Hasen. Trotzdem sollten Hundebesitzer unbedingt vermeiden, dass Ihr Vierbeiner in Kontakt mit einem verendeten Hasen kommt. Auch verhaltensauffällige Hasen können eine Gefahr für Hunde darstellen.

Hunde sollten immer angeleint sein

Der Geschäftsbereich Veterinärwesen rät Hundebesitzern in der Region, ihre Hunde keinesfalls unkontrolliert herumlaufen zu lassen. Außerdem sei es wichtig, dass Hunde bei Spaziergängen immer angeleint sind, wenn die Gefahr besteht auf ein infiziertes Tier zu stoßen. Anleinen schützt die Hunde vor einem Kontakt mit toten infizierten Tieren und verhindert zusätzlich, dass sie sich einem verhaltensauffälligen Tier ohne Fluchtverhalten nähern. Wenn Sie also in den betroffenen Gebiert leben und einen Hund besitzen, sollten Sie Ihren Vierbeiner zu seinem eigenen Schutz anleinen. Hasen ohne Fluchtverhalten sollten gemieden werden. Am besten kontaktieren Sie sofort den Jagdpächter des betroffenen Gebiets und melden ihm die Verhaltensauffälligkeit. Das gleiche gilt natürlich auch, wenn Sie einen toten Hasen auffinden sollten. (as)