Mit einer Mittelohrentzündung Flugreisen besser vermeiden

Bei einer Mittelohrentzündung ist ein zeitnaher Arztbesuch zu empfehlen. (Bild: topshots/fotolia.com)
Alfred Domke
Bei einer Mittelohrentzündung Flüge lieber meiden
Das Stechen und Ziehen im Ohr, das in der Regel mit einer Mittelohrentzündung einher geht, ist ohnehin schon unangenehm genug. Auf eine möglicherweise anstehende Flugreise sollte besser verzichtet werden. Der Druckausgleich gelingt dabei kaum mehr. Die Reise kann zur Qual werden.

Die Reise kann zur Qual werden
Gesundheitsexperten raten normalerweise dazu, eine Mittelohrentzündung schnell behandeln zu lassen. Passiert nichts, droht im schlimmsten Fall ein Verlust des Hörvermögens. Auf eine Flugreise sollte man sich damit nicht begeben. Bei Patienten, die an einem akuten Infekt mit Fieber und entzündetem Mittelohr leiden, kann der Flug zur Qual werden. Aufgrund der zugeschwollenen Ohrtrompete gelingt im Flieger kein Druckausgleich mehr, erläuterte Prof. Gerhard Hesse in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. Die Ohrtrompete verbindet den Rachenraum mit dem Mittelohr.

Bei einer Mittelohrentzündung ist ein zeitnaher Arztbesuch zu empfehlen. (Bild: topshots/fotolia.com)
Bei einer Mittelohrentzündung ist ein zeitnaher Arztbesuch zu empfehlen. (Bild: topshots/fotolia.com)

Bei akuten Infekten auf Flug verzichten
„Während des Flugs kann man dort große Schmerzen bekommen, gegen die man kaum etwas machen kann“, sagte Hesse, der Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirugie (DGHNO KHC) ist. Der Experte rät deswegen dazu, mit akuten Infekten besser auf Flugreisen zu verzichten. „Gerade Kinder leiden unter den Schmerzen extrem und schreien.“ Weil die Ohrtrompeten bei ihnen schmaler als bei Erwachsenen sind, schwellen sie eher zu.

Nasentropfen nicht vergessen
Wie der Mediziner weiter erklärte, sind Schäden am Ohr oder eine Verschlimmerung des Infekts durch eine Flugreise nicht zu befürchten. Es sei ein reines Schmerzthema, hob er hervor. Wer erkältet in ein Flugzeug steigt, sollte laut Hesse Nasentropfen im Handgepäck haben. Diese helfen dem Experten zufolge am besten, weil die Tropfen – etwa im Gegensatz zu Nasenspray – bis in den Rachen zur Ohrtrompete fließen und dort abschwellend wirken. „Bei starken Schwellungen, wie sie zum Beispiel bei einer Mittelohrentzündung auftreten, helfen auch die Tropfen häufig nicht“, meinte Hesse, der in Bad Arolsen eine Tinnitus-Klinik leitet. Hat man vor dem Abflug noch einige Tage Zeit, können mitunter auch Hausmittel gegen Mittelohrentzündung dazu beitragen, bis dahin wieder fit zu sein. Eingesetzt werden hier unter anderem, Zwiebeln, Knoblauch, Kamille und Wärme.

Häufiges Schlucken unterstützt den Druckausgleich
Auch für gesunde Menschen oder jenen mit leichten Infekten, ist der typische Druck auf dem Ohr im Flugzeug unangenehm. Häufiges Schlucken kann helfen. Als weitere Tipps für Langstreckenflüge raten Experten gern zu Kaugummis. Diese unterstützen durch die Kaubewegungen den Druckausgleich. Noch besser ist das sogenannte Auspusten – man hält sich die Nase zu und versucht gleichzeitig, durch diese auszuatmen. Wie Hesse erklärte, wird dadurch die Ohrtrompete geöffnet. (ad)

Advertising