Neuer Op-Trend: Statt Implantaten Bruststraffung

Alfred Domke

Statt Implantaten nach der Schwangerschaft: Neuer Trend bei Schönheits-OPs: Bruststraffung

29.09.2013

Auch wenn Brustvergrößerungen noch immer die häufigsten Schönheits-OPs sind, so sinke deren Zahl jedoch. Die Anzahl der Frauen, die sich nach einer Schwangerschaft die Brust ohne Silikon straffen lassen, steigt hingegen. Aber auch ein solcher Eingriff ist nicht ganz risikolos.

Zahl der Bruststraffungen nimmt zu
Viele Frauen belastet es psychisch, ihre hängende Brust nach einer oder mehreren Schwangerschaften im Spiegel zu sehen. Das Selbstwertgefühl kann darunter leiden und dann könnte eine Bruststraffung eine Überlegung wert sein. Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, dass die Brust nach einem solchen Eingriff aussieht wie vorher erträumt, wagen immer mehr Frauen den Eingriff. Diese Schönheits-OP zählte 2012 erstmals zu den sogenannten Top Ten der beliebtesten Behandlungen beim plastischen Chirurgen. Dies geht aus einer jetzt vorgestellten Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) hervor.

Brust nach Schwangerschaft kleiner als vorher
Prof. Dennis von Heimburg von der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) erläutert: „Nach einer Schwangerschaft erscheint die Brust meist entleert, schlaff und hängend. Die Brustwarze steht relativ gesehen tiefer, Fülle im Dekolleté ist häufig ganz verloren.“ Die Gründe für die Brustveränderung sind vielfältig. So wird die Brust durch die Schwangerschaft erst sehr stark vergrößert und die Haut dabei entsprechend gedehnt. Das Volumen der Brust verringert sich nach dem Abstillen jedoch wieder und in aller Regel wird sie sogar kleiner als vor der Schwangerschaft. Meist kann sich dann jedoch der Hautmantel nicht im selben Maße wieder zusammenziehen. Uwe von Fritschen von der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) erklärt dazu: „Wie gut er das kann, hängt stark von Inhaltsstoffen der Haut wie dem Kollagen und dem Elastin ab.“ Mit dem Alter verändern sich diese, aber sind zum Teil auch genetisch vorgegeben.

Operationen nur vom Facharzt nach Beratungsgesprächen
Die Elastizität der Haut wird zudem durch Rauchen und häufige Sonnenbestrahlung verringert. „Generell ist die Haut an der Brust dünner und unelastischer. Sie wird daher nicht ganz so gut zurückschrumpfen wie am Bauch“, erläutert DGÄPC-Präsident Sven von Saldern ergänzend. Für Frauen, die unbedingt ihre ursprüngliche Brustform zurückerlangen wollen, sei ein medizinischer Eingriff der einzige Weg. Dabei rät von Fritschen: „Frauen sollten eine solche Operation ausschließlich von einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchführen lassen.“ Um eine vernünftige Entscheidungsgrundlage zu schaffen, sollten mehrere Beratungsgespräche geführt werden, bei denen es gilt, die Expertise des Facharztes zu erfragen und zu klären, ob und mit welchen Methoden dieser die eigenen Wünsche realisieren kann. „Zu einer ausführlichen Beratung gehört auch das Erstellen eines individuellen Behandlungsplanes, eines Kostenvoranschlages, das Zeigen von Vorher-Nachher-Bildern und die Aufklärung über mögliche Komplikationen“, so der Mediziner.

Bruststraffung hinterlässt Narben
Nach einer Bruststraffung bleiben immer Narben zurück. „Sie sind meist im ersten Jahr gerötet, können geschwollen sein und brauchen eventuell eine Nachbehandlung beispielsweise durch Salben“, so von Heimburg. Mit diesem bleibenden Schönheitsmakel sollte sich die Patientin auf jeden Fall im Vorhinein auseinandersetzen. Gerhild von Müller vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen merkt an: „Eine solche Operation gibt nicht wirklich den jugendlichen Körper zurück.“ Sondern es bleiben Narben zurück, die immer zu sehen und vor allem immer zu spüren sind, teilweise auch schmerzhaft.

Medizinisch in der Regel nicht erforderlich
Die Komplikationsrate ist bei einer fachgerechten OP vergleichsweise gering. Allerdings kann es zu Wundheilungsstörungen oder Beeinträchtigungen der Sensibilität kommen. Es könne auch vorkommen, dass die Frau später nicht mehr stillen und dass die Brust wieder erschlaffen kann. Über diese Faktoren hinaus könnten auch Erkrankungen wie Gerinnungsstörungen, psychische Erkrankungen oder persönliche Gründe gegen eine Operation sprechen. Medizinisch erforderlich ist eine Bruststraffung in den seltensten Fällen. Meist wird sie nur als formverschönernder Eingriff durchgeführt. „Die Kosten – je nach Ausmaß sind das etwa zwischen 4.500 und 6.000 Euro – muss die Patientin also selbst zahlen“, erklärt von Saldern. Wenn dazu noch ein Implantat zur Volumenvergrößerung kommt, könne die Patientin auch mal mit 8.000 Euro rechnen. (ad)

Bild: Peter Smola / pixelio.de