Neues Kinder-Schmerzzentrum in Datteln

Sebastian

Neues Schmerzzentrum für Kinder in Datteln eröffnet

17.01.2012

Für Kinder und Jugendliche wurde ein neues Zentrum für die Behandlung von chronischen Schmerzen in Datteln eröffnet. Verschiedene Fachrichtungen der Medizin und Psychotherapie arbeiten gemeinsam an der Erstellung von Diagnosen und Therapien.

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Ab sofort ist das neue Schmerzzentrum für Kinder und Jugendliche der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln eröffnet. Pfleger, Pädagogen, Ärzte und Therapeuten versorgen interdisziplinär die jungen Patienten mit Schmerzleiden. Damit gibt es für die bundesweit rund 400.000 Kinder mit chronischen Schmerzen eine neue Behandlungsanlaufstelle. Das Zentrum war notwendig geworden, weil immer mehr Kinder unter chronifizierten Schmerzen leiden. Am Montag fand die offizielle Einweihungsfeier der Schmerzzentrums statt. "Es ist für uns eine Herzensangelegenheit, Kindern und Jugendlichen mit chronischen Schmerzen zu helfen, ihre chronischen Schmerzen in den Griff zu bekommen und ihr Leben wieder selbstbestimmt gestalten zu können."

Die noch jungen Patienten, die in das Deutsche Schmerzzentrum überwiesen werden, leiden zumeist an fortlaufenden oder wiederkehrenden Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Migräne-Attacken, Chronische Schmerzen infolge von organischen Erkrankungen wie Epidermolysis bullosa, juvenile idiopathische Arthritis, schwere Zerebralparese, Somatoforme Schmerzstörungen, Schmerzen nach Unfällen, Rückenschmerzen oder Nervenleiden. Möglich sind in dem neuen Zentrum vollstationäre aber auch ambulante Therapien. Neben der Betreuung und Behandlung der erkrankten Kinder werden auch Forschungen im Bereich der Schmerztherapie vorangetrieben. Das für ganz Deutschland ausgerichtete Schmerzzentrum baut auf den fachlichen Erfahrungsschatz der Kinder-Schmerzstation und der Kinder-Schmerzambulanz der Klinik in Datteln. Die Kinderklinik ist der Universität Witten/Herdecke angeschlossen.

Die Station umfasst insgesamt 19 Betten für Patienten zwischen 7 und 18 Lebensjahren. In naher Zukunft sollen noch weitere Plätze hinzukommen. Kinder, die unter wiederholten Schmerzen leiden, leben vielmals ein sehr eingeschränkte Leben, betonten der Initiatoren. Viele Betroffene gehen nicht mehr regelmäßig zur Schule oder weisen durch das Leiden bereits psychische Störungen auf.
Der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, Wolfgang Koppert bemängelte, dass die medizinische Forschung im Bereich der Schmerzen von Kindern „auf der gesamten Welt unterrepräsentiert“ ist. Das neue Zentrum könne aber dazu beitragen, künftig einige Fragen zu beantworten. (sb)

Bild: Rita Köhler / pixelio.de