Neurodermitis: Milchprodukte am Besten deutlicher einschränken

Menschen mit Neurodermitis sollten  besser Kleidungsstücke aus glatten und fein gewebten Materialien wie Baumwolle oder Viskose tragen. Dadurch wird die Haut weniger gereizt. (Bild: miamariam/fotolia.com)
Heilpraxisnet
Chinesische Kräuter leiten „trübe Hitze“ aus
Bei der chronischen Hautkrankheit Neurodermitis wechseln sich meist akute Entzündungsschübe mit chronischen Krankheitsgeschehen ab. Im akuten Stadium ist die Haut angeschwollen, rot und trocken-schuppig oder sie nässt.

Auf jeden Fall juckt die Haut sehr stark und Betroffene kratzen sich oft die Haut blutig. Neurodermitis gehört zu den atopischen Erkrankungen, also „Krankheiten, ohne festen Ort“, und sie können sich in unterschiedlicher Form wiederspiegeln. Zu ihnen zählen auch Heuschnupfen, Asthma oder Lebensmittelunverträglichkeiten, unter denen viele Neurodermitis-Betroffene ebenfalls leiden oder in einem früheren Lebensabschnitt gelitten haben. Mit den Konzepten der Chinesischen Medizin lassen sich diese diffusen, atopischen Krankheiten gut behandeln. Durch die ganzheitliche Behandlung erfahren 80 Prozent der Patienten eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden.

Bild: Gina Sanders
Bild: Gina Sanders

In der Chinesischen Medizin steht grundsätzlich nicht das betroffene Organ im Mittelpunkt, sondern der fehlgeleitete Prozess, der zur Erkrankung führt“, verdeutlicht Dr. Christian Schmincke, Chefarzt der Klinik am Steigerwald, warum die Theorien der Chinesischen Medizin so oft in der Praxis zum Erfolg führen. Durch eine körperliche Untersuchung und ausführliche Gespräche werden die krankhaften Prozesse zunächst aufgedeckt. Eine umfassende Puls- und Zungendiagnose schließt die Krankheitsfeststellung vorläufig ab. „Oft sehen wir, dass viele Neurodermitis-Patienten schon in der frühen Kindheit eine erhöhte Infektanfälligkeit mit häufigen, wiederkehrenden und sich verschlimmernden Erkältungen vorweisen.“

Neurodermitis stellt aus chinesischer Sicht meist einen Entgiftungsversuch des Körpers dar. Bei unproduktiven Entzündungen der Atmungsorgane, allergisch oder infektbedingt, fallen reichliche Entzündungsprodukte, die sogenannte „trübe Hitze“ an, die in Blut und Lymphe übertreten. Der Körper transportiert sie dann aus dem Blut in die Haut. Dort sind jedoch die Ausscheidungsmöglichkeiten, im Gegensatz zu den Schleimhäuten, sehr beschränkt. Es kommt zum Stau von Stoffwechsel-Endprodukten, die zu Entzündungen führen. Die Absicht des Körpers, Gifte auszuscheiden, wird auch dadurch deutlich, dass der Juckreiz kurz nachlässt, sobald durch Kratzen Blut und Lymphe ausgeschieden wurden.

Der wichtigste Stützpfeiler der Chinesischen Medizin ist die chinesische Arzneitherapie. Individuell verordnete Abkochungen aus chinesischen Kräutern führen so dauerhaft zur Ursachenbehebung und Symptomlinderung. Bei der Behandlung von Neurodermitis steht oft die Gabe von Kräutern, Rinden und Knollen im Fokus, die der „trüben Hitze“ entgegenwirken und so Entzündungsprodukte aus dem Körper leiten. Neben der chinesischen Arzneitherapie kommen auch Akupunktur und manchmal Moxibustion, also die Wärmebehandlungen von Akupunkturpunkten, zum Einsatz. Zudem sollten Patienten auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten. Das ermöglicht, die „trübe Hitze“ im Blut einzudämmen. Viele Neurodermitis-Betroffene erfahren eine Linderung ihrer Beschwerden, indem sie Alkohol sowie weißen Zucker meiden. Auch der Verzicht auf Milchprodukte führt meist zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden. (pm)

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