Pharma-Firmen verhindern Cannabis-Legalisierung

Heilpraxisnet

Pharma-Firmen aktiv gegen Cannabis-Legalisierung

29.10.2014

Vor wenigen Monaten wurde von einem deutschen Gericht entschieden, dass manche Schwerkranke legal Hanf anbauen dürfen. Auch in den USA ist der Cannabis-Konsum in mehreren Bundesstaaten für medizinische Zwecke zugelassen. Doch es gibt überall auch viele Gegner einer Legalisierung von Marihuana. Dazu gehören unter anderem Pharma-Unternehmen.

Schmerzlindernd und entzündungshemmend
In Deutschland wird Cannabis schon seit längerem auch als Arzneimittel verwendet. Dessen Wirksamkeit ist unter anderem bei Übelkeit und Erbrechen oder bei Kachexie, einer Erkrankung, bei der es durch starke Abmagerung zu extremen Untergewicht kommt, nachgewiesen. Zudem raten Experten bei Appetitlosigkeit zu Marihuana oder Haschisch. Cannabis wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend und kann schwerkranken Menschen helfen, ihre Leiden besser zu ertragen. So auch den deutschen Patienten, denen vor wenigen Monaten vom Kölner Verwaltungsgericht erlaubt wurde, Hanf zum Eigenbedarf anzubauen. Den Männern, die mit chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose (MS) oder dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS zu kämpfen haben, hilft der Konsum der Droge nach ihren eigenen Angaben gegen die Schmerzen.

Bild: NicoLeHe / pixelio.de

Pharmafirmen finanzieren Organisationen gegen Cannabis-Legalisierung
Auch in den USA ist der Cannabis-Konsum in mehreren Bundesstaaten für medizinische Zwecke zugelassen. Seit diesem Jahr ist das Kiffen in Washington und Colorado ganz legal, wie der „Focus“ berichtet. Allerdings gebe es Hinweise, dass die Pharmaindustrie in den Vereinigten Staaten versucht, die Legalisierung zu verhindern, da sie um den Absatz ihrer Schmerzmittel fürchtet. So berichtet das US-Magazin „The Nation“ online, dass die „Community Anti-Drug Coalition of America“ (CADCA) und „Partnership for Drug-Free Kinds“ einen beachtlichen Anteil ihres Budgets von Opiat-Herstellern und anderen Pharmafirmen erhalten. Den Angaben zufolge engagieren sich die zwei Organisationen gegen jede Form der Cannabis-Legalisierung. Kritiker werfen beiden vor, sich im Kampf gegen die Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Opiaten sehr zurückzuhalten.

Pharmaindustrie hat kaum Interesse an Forschung
Wie es heißt, liegt „The Nation“ ein vertrauliches Dokument vor, aus dem hervorgeht, dass zu den größten Geldgebern der „Partnership for Drug-Free Kids“ die Opiat-Hersteller Purdue Pharma und Abott Laboratories gehören. Und die CADCA bezieht laut dem Bericht Geld von den Arzneimittelherstellern Purdue Pharma, Alkermes, Janssen Pharmaceutical und Pfizer. Obwohl die positive Wirkung von Marihuana in verschiedenen Studien belegt werden konnte, hält die Pharmalobby auch hierzulande offenbar weitere Untersuchungen für nicht so wichtig. Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt dazu in einem Artikel vom September 2013: „Die Pharmaindustrie dagegen hat wenig Interesse an der Forschung, da die Pflanzeninhaltsstoffe kaum patentierbar sind.“ (ad)

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