Produkttester: Schädigende Schimmelpilzgifte in 19 Nuss-Nougat-Cremes entdeckt

Bei vielen Bundesbürgern  kommen morgens Nuss-Nougat-Cremes auf den Tisch. Die Stiftung Warentest hat nun in manchen Produkten Schimmelpilzgifte gefunden. (Bild: ramoncin1978/fotolia.com)
Alfred Domke
Tester finden in vielen Nuss-Nougat-Cremes Schimmelpilzgifte
Egal ob Produkte mit großem Namen oder welche vom Discounter: Nuss-Nougat-Cremes sind auf vielen deutschen Frühstückstischen zu finden. Die Stiftung Warentest hat nun in mehreren solcher Aufstriche Schimmelpilzgifte gefunden. Die gesundheitsgefährdenden Stoffe sind vermutlich mit den Haselnüssen in die Produkte gelangt.

Schoko-Aufstriche auf dem Frühstückstisch
Bei vielen Bundesbürgern stehen täglich Nuss-Nougat-Cremes auf dem Frühstückstisch. Gesundheitsexperten sehen die süßen Brotaufstriche eher kritisch. Egal ob Markenprodukte oder welche vom Discounter: In der Regel enthalten die Cremes sehr viel Zucker und Fett. Als besonders problematisch wird häufig schlechtes Palmöl angesehen, bei dessen industrieller Verarbeitung gefährliche Schadstoffe, sogenannte Fettsäureester, entstehen. Manche der Schoko-Aufstriche enthalten offenbar auch krebserregende Stoffe. So hat die Stiftung Warentest in mehreren solcher Produkte Aflatoxine nachgewiesen.

Bei vielen Bundesbürgern kommen morgens Nuss-Nougat-Cremes auf den Tisch. Die Stiftung Warentest hat nun in manchen Produkten Schimmelpilzgifte gefunden. (Bild: ramoncin1978/fotolia.com)
Bei vielen Bundesbürgern kommen morgens Nuss-Nougat-Cremes auf den Tisch. Die Stiftung Warentest hat nun in manchen Produkten Schimmelpilzgifte gefunden. (Bild: ramoncin1978/fotolia.com)

Schimmelpilzgifte in Nuss-Nougat-Cremes nachweisbar
Die Stiftung Warentest hat bei einer Laboruntersuchung in zahlreichen Nuss-Nougat-Cremes Schimmelpilzgifte gefunden. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP waren in 16 von 21 getesteten Schokoladen-Aufstrichen sogenannte Aflatoxine nachweisbar. Wie es in der April-Ausgabe der Zeitschrift „test“ heißt, hielten zwar alle den Grenzwert für Aflatoxine ein, sieben Produkte waren aber dennoch deutlich mit den Giften belastet. Den Angaben zufolge wurden in den anderen fünf Produkten keine Schimmelpilzgifte gefunden, darunter im Klassiker Nutella sowie in den günstigeren Alternativen von real, Kaufland und Aldi Nord und dem Bio-Produkt Bionella.

Krebserregende Stoffe in Schokolade
Als vor Jahren der Streit über Nussschokolade von Rittersport entbrannte, hatten die Experten von Stiftung Warentest in verschiedenen Schokoladen ebenfalls Schadstoffe wie Aflatoxine gefunden. „Diese Schimmelpilzgifte sind bei Nüssen nicht immer vermeidbar“, schreiben die Tester in der aktuellen Ausgabe. Sie können entstehen, wenn falsch gelagerte oder nicht richtig getrocknete Haselnüsse schimmeln. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge gehören Aflatoxine „zu den stärksten in der Natur vorkommenden Giften und krebserzeugenden Stoffen“. Wie das Institut auf seiner Webseite berichtet, sind die Schimmelpilzgifte „hitzestabil und werden beim Kochen oder Backen nur zu einem geringen Teil zerstört. Sie können mit der Nahrung oder mit belasteter Luft aufgenommen werden.“

Haselnussernte ist schlecht ausgefallen
Den Warentestern zufolge könnten die erhöhten Aflatoxin-Gehalte in den untersuchten Nuss-Nougat-Cremes saisonal bedingt sein. Wie die AFP schreibt, sei möglicherweise „mehr Ware schlechterer Qualität in den Handel gekommen“, nachdem die Haselnussernte im Hauptanbauland Türkei 2014 schlecht ausgefallen sei. Die Stiftung Warentest prüfte aber nicht nur den Schadstoffgehalt der 21 Schoko-Aufstriche, sondern unter anderem auch Aussehen und Geschmack sowie die Verpackungen, die darauf zu findenden Angaben und Werbeaussagen.

Teuerste Creme wegen Schadstoffen abgewertet
Den Angaben zufolge schnitten neben dem Test-Sieger Nutella noch fünf weitere Nuss-Nougat-Aufstriche mit dem Gesamturteil „gut“ ab. Zwölf Cremes wurden als „befriedigend“ beurteilt, eine als „ausreichend“ eingestuft. Zwei Aufstriche erhielten das Gesamturteil „mangelhaft“. Laut Stiftung Warentest wurde die mit 1,74 Euro pro 100 Gramm teuerste Creme wegen Schadstoffen aus dem Fett abgewertet. Und die andere war auf der Verpackung als „laktose- und milchfrei“ deklariert worden, enthielt jedoch „mehr als nur Spuren von Laktose und Milcheiweiß“. Zusammengefasst heißt es in der Zeitschrift: „Unter den sechs besten sind ein konventionelles Marken- und ein Bioprodukt sowie vier Cremes von Handelsmarken. Die Tester können also sowohl preisgünstige als auch teurere Produkte empfehlen.“ (ad)

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