Resistente Keime auf der Frühchenstation in Meppen

Fabian Peters

Frühchen in Meppen mit multiresistenten Keimen infiziert – Suche nach der Infektionsquelle

13.05.2012

Nach der Infektion von fünf Frühchen mit multiresistenten Erregern auf der Frühchenstation des Klinikums in Meppen läuft die Suche nach der Infektionsquelle auf Hochtouren. Wie das Sozialministerium in Hannover mitteilte, wurden bei den Säuglingen multiresistente Erreger aus der Gattung des Darmbakteriums Escheria coli – kurz E. Coli – nachgewiesen.

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Als Sofortmaßnahme wurde nach Entdeckungen der multiresistenten Erreger die Neuaufnahmen von Patienten auf der Frühchenstation gestoppt und die betroffenen Mütter müssen mit ihren Kindern nun auf relativ weit entfernte Kliniken wie beispielsweise in Lingen ausweichen. Wie die Kinder auf der Frühchenstation im emsländischen Meppen in Kontakt mit den multiresistenten Erregen kommen konnten, ist bislang völlig unklar. Zumal auf den Frühchenstationen generell besonders hohe Hygienestandards gelten. Das Klinikum Ludmillenstift, die zuständigen Behörden des Landkreises und des Bundeslandes suchen derzeit intensiv nach der Infektionsquelle.

Hygienemaßnahmen minutiös umgesetzt
Um eine Ausbreitung der multiresistenten Keime im Meppener Krankenhaus zu vermeiden, wurde nicht nur eine Sperre für Neuaufnahmen verhängt, sondern auch das komplette Personal sowie alle hier stationierten Frühgeborenen auf mögliche Infektionen untersucht. Die fünf infizierten Neugeborenen wurden isoliert untergebracht. Darüber hinaus erfolgte eine gründliche Desinfektion der gesamten Station. Insgesamt sei davon auszugehen, dass die empfohlenen Hygienemaßnahmen minutiös umgesetzt wurden, so die übereinstimmende Meinung eines Sprechers des niedersächsischen Sozialministeriums und einer Sprecherin des Landkreises Emsland.

Fünf Frühchen infiziert, bisher jedoch nicht erkrankt
Die fünf infizierten Frühchen sind laut Angaben des Klinikums zwar Träger der multiresistenten Keime, bislang jedoch nicht an der Infektion erkrankt. Dennoch sollte das Risiko nicht unterschätzt werden. Eine Ausbreitung der Keime in dem Klinikum ist dringend zu vermeiden. Welche Folgen drohen, sollte dies nicht gelingen, war zuletzt auf der Frühchenstation am Klinikum Bremen-Mitte zu beobachten, wo mehre Babys aufgrund einer Infektion mit multiresistenten Keimen verstarben. Die Frühchenstation musste hier mehrfach für längere Zeit geschlossen werden. Vergleichbare Katastrophen sollen in Meppen auf jeden Fall verhindert werden. Auch daher besteht ein besonderes Interesse aller Beteiligten an einer möglichst zeitnahen Identifizierung der Infektionsquelle, wobei jedoch nicht auszuschließen ist, dass der Ursprung der multiresistenten Erregern am Ende nicht nachgewiesen werden kann. Solange keine weiteren Neuinfektion auftreten, könnten die Verantwortlichen allerdings sich auch damit leben. (fp)

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Bild: Cornelia Menichelli / pixelio.de