Runter mit dem Cholesterin: Bei Diabetikern verkalken Gefäße schneller

Alfred Domke

Erhöhte Blutfettwerte senken: Bei Diabetes runter mit dem Cholesterin

Diabetiker haben ein deutlich höheres Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung als Menschen ohne Diabetes. Die Gefäße verkalken bei ihnen wesentlich schneller als bei gesunden Menschen. Durch eine Ernährungsumstellung können erhöhte Cholesterinwerte abgesenkt werden. Doch manche Patienten benötigen auch Medikamente.


Höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Laut dem Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz (BGV) haben Diabetiker ein zwei- bis viermal höheres Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung als Menschen ohne Diabetes, bei Frauen ist das Risiko sogar sechsmal höher. Die Hauptursache hierfür ist Atherosklerose, eine Verkalkung der Gefäße. Studienergebnissen zufolge ist diese bei Diabetespatienten im Durchschnitt wesentlich stärker ausgeprägt und schreitet schneller voran als bei Stoffwechselgesunden. Um ernsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen, sollten die Betroffenen erhöhte Blutfettwerte wirksam senken.

Menschen mit Diabetes müssen ihre Cholesterin-Werte besonders im Auge behalten. Denn bei ihnen verkalken die Gefäße deutlich schneller als bei gesunden Menschen. (Bild: Kzenon/fotolia.com)

Menschen mit Diabetes vom Typ 2 sind besonders gefährdet

Wie der BGV in einer Mitteilung schreibt, sind Menschen mit Diabetes vom Typ 2, dem so genannten Altersdiabetes, besonders gefährdet.

Bei ihnen kommen zur Diabeteserkrankung meist weitere Faktoren in Form eines metabolischen Syndroms hinzu: Übergewicht, schlechte Blutfettwerte und Bluthochdruck.

Der erhöhte Blutzucker ist es also nicht allein, vielmehr verstärken sich diese Zivilisationskrankheiten gegenseitig in ihrer Wirkung und steigern so das Risiko für eine Atherosklerose ganz erheblich.

Blutfettwerte senken

Hauptaugenmerk sollten die Patienten ihrem LDL-Cholesterinwert schenken: Wenn zu viel freies LDL-Cholesterin im Blut ist, lagert es sich an den Gefäßwänden ab, verengt und verhärtet sie.

Bei Typ-2-Diabetes ist der LDL-Cholesterinspiegel zwar oftmals nur wenig erhöht. Weil das LDL-Cholesterin hier aber in Form kleiner, besonders gefäßschädigender Partikel vorliegt, ist es dennoch gefährlich und muss konsequent gesenkt werden.

Über eine gesunde Ernährung, Nichtrauchen und viel Bewegung klappt das nur begrenzt – anders als bei den Triglyceriden, die ebenfalls zu den gefäßschädigenden Blutfetten zählen.

Um ihr hohes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu reduzieren, brauchen Patienten mit Diabetes daher zusätzlich Medikamente, die den LDL-Cholesterinwert auf ein möglichst niedriges Niveau bringen.

Weiterführende Informationen zum Zusammenhang zwischen Cholesterin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie praktische Tipps für einen gesunden Lebensstil enthält die Broschüre „Cholesterin wirksam senken“. (ad)