Stress kann den Augen schaden

Heilpraxisnet

Privater und beruflicher Stress kann das Sehen beeinträchtigen

28.08.2014

Wer unter starkem Stress in Beruf oder Privatleben leidet, kann unter Umständen Probleme mit den Augen bekommen. Wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) aktuell berichtet, könne sich dadurch die so genannte „Managerkrankheit“ des Auges entwickeln, welche fachsprachlich als „Retinopathia centralis serosa“ (RCS) bezeichnet wird. Charakteristisch für diese Erkrankung sei demnach vor allem ein grauer Fleck im Sehfeld und ein verzerrtes Sehen von Gegenständen.

Anspannung ist Gift für Körper und Seele
Dauerstress und ständige Anspannung sind „Gift“ für Körper und Seele, wodurch zum einen psychische Folgen wie beispielsweise Depressionen oder ein Burn-Out drohen, aber auch das Risiko für eine Vielzahl körperlicher Beschwerden steigt. Dabei kann es sich um relativ „harmlose“ Beschwerden wie Menstruationsprobleme, Durchfall oder Kopfschmerzen handeln, möglich sind aber ebenso ernste Erkrankungen wie Arteriosklerose, koronare Herzkrankheit oder ein Herzinfarkt.

„Managerkrankheit“ führt zu verzerrtem Sehen und grauem Fleck im Sehfeld
Neben dem kann sich negativer Stress aber offenbar auch auf die Augen auswirken. Dabei handelt es sich um die so genannte „Managerkrankheit“ des Auges, welche von Fachleuten als „Retinopathia centralis serosa“ (RCS) bezeichnet wird. Typisch die laut der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) für diese in erster Linie ein grauer Fleck im Sehfeld und ein verzerrtes Bild von Gegenständen. Weiterhin würden Patienten von Problemen beim Lesen und einer veränderten Farbwahrnehmung berichten. Die Symptome würden normalerweise nach drei bis sechs Monaten wieder abklingen, häufig auch ohne medizinische Hilfe, denn „die Retinopathia centralis serosa hat eine hohe Spontanheilungsquote“, berichtet Professor Dr. med. Johann Roider, Präsident der DOG und Direktor der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Dennoch sollten Betroffene auf Empfehlung der DOG bei ersten Anzeichen einer RCS vorsichtshalber einen Augenarzt aufsuchen, zudem sollten Patienten, die immer wiederkehrend unter den Symptomen leiden, eine spezielle Laserbehandlung in Erwägung ziehen.

Der typische Patient ist männlich, ehrgeizig und unter 50 Jahren
Die Diagnose könne in vielen Fällen nur mittels eines speziellen Laser-Geräts, der optischen Kohärenztomografie (OCT), gestellt werden. Durch dieses könne der Facharzt erkennen, ob sich die Netzhaut an manchen Stellen etwas angehoben und ob sich darunter Flüssigkeit angesammelt hat. Wodurch RCS verursacht werde, sei der DOG nach jedoch noch nicht vollständig geklärt. Vermutet werde innerhalb der Forschung jedoch schon seit Längerem ein Zusammenhang mit der Persönlichkeit des Patienten: „Untersuchungen zeigen, dass viele Patienten eine sogenannte Typ A-Persönlichkeit haben, die mit erhöhter Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut einhergeht“, so Professor Roider weiter. Die „typischen“ Patienten mit „Managerkrankheit“ seien demnach jüngere Männer unter 50 Jahren, die oft „jung und dynamisch, ehrgeizig, ungeduldig und angesichts der Sehstörungen stark verunsichert“ wirken würden. Frauen hingegen seien achtmal seltener von den Beschwerden betroffen. Neben Stress kämen aber noch weitere mögliche Auslöser wie beispielsweise eine Infektion mit dem Magenkeim Heliobacter pylori in Betracht. (nr)

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