Studienergebnisse: Männer als Alleinversorger einer Familie versterben früher

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Alexander Stindt
Der alleinige Ernährer der Familie zu sein, schadet der Gesundheit
In vielen Familien gibt es auch in der heutigen Zeit noch die klassische Arbeitsaufteilung zwischen Frau und Mann. Männer gehen arbeiten und verdienen das Geld, während Frauen sich um den Haushalt und die Kinder kümmern. Forscher fanden heraus, dass es schlecht für die Gesundheit von Männern sein könnte, wenn sie alleinige Ernährer der Familie sind.

Wissenschaftler der University of Connecticut (Uconn) stellten bei einer Untersuchung fest, dass die psychische und physische Gesundheit von Männern leidet, wenn sie alleine die finanzielle Verantwortung für die Familie tragen müssen. Die American Sociological Association (ASA) veröffentlichten eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen der Studie.

Männer schaden ihrer Gesundheit, wenn sie alleine die finanzielle Verantwortung in der Partnerschaft übernehmen. Frauen sollen also ihre Männer zumindest etwas finanziell unterstützen, um deren psychische und physische Gesundheit zu schützen. (Bild: Korta/fotolia.com)
Männer schaden ihrer Gesundheit, wenn sie alleine die finanzielle Verantwortung in der Partnerschaft übernehmen. Frauen sollen also ihre Männer zumindest etwas finanziell unterstützen, um deren psychische und physische Gesundheit zu schützen. (Bild: Korta/fotolia.com)

Frauen werden zufriedener, wenn sie alleine die finanzielle Verantwortung tragen
Die Untersuchung der University of Connecticut ergab, dass bei Männern die psychische und physische Gesundheit sich verschlechtert, wenn sie der alleinige Ernährer mit der vollen finanziellen Verantwortung in der Familie sind. Die genau entgegengesetzte Wirkung tritt allerdings bei Frauen ein, wenn diese Alleinversorger der Familie sind. „Frauen wurden durch die erhöhte Verantwortung tatsächlich glücklicher und zufriedener“, sagen die Forscher.

Studie untersucht mehr als 3.000 verheiratete Probanden
Für ihre Studie untersuchten die Forscher mehr als 3.000 verheiratete Personen im Alter zwischen 18 und 32 Jahren. Die Untersuchung lief über einen Zeitraum von 1997 bis zum Jahr 2011. Im Laufe dieser Zeit wurden die Teilnehmer regelmäßig über ihr emotionales Wohlbefinden und ihre Gesundheit befragt. Außerdem mussten die Probanden detailliert angeben, wie hoch ihr Einkommen war.

Männer werden durch geschlechtsspezifische Erwartungen geschädigt
Durch diese Befragungen konnten die Experten der Uconn feststellen, dass während der Zeiten, als Männer alleinige Ernährer der Familie waren, deren psychisches Wohlbefinden um etwa 5 Prozent sank, verglichen mit den Zeiten, als beide Partner arbeiteten. Auch die physische Gesundheit der Probanden verringerte sich um 3,5 Prozent, wenn diese die alleinige finanzielle Verantwortung trugen.

„Die Studie hat gezeigt, dass Männer durch geschlechtsspezifische Erwartungen geschädigt werden“, erläutert Professorin Christin Munsch. „Normalerweise werden in der Ehe durch solche Erwartungen eher Frauen benachteiligt. Frauen führen beispielsweise oft einen Löwenanteil der Hausarbeit.“

Männer sollten bei der finanzielle Verantwortung von ihren Frauen unterstützt werden
Von Männern wird allgemein erwartet, dass sie der Ernährer der Familie sind. „Aber wenig oder gar keine Hilfe bei der finanziellen Verantwortung, hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Männer“, erläutern die Wissenschaftler. „Die Ergebnisse könnten bei Frauen anders sein, weil diese durch die Ernährung der Familie eine Alternative zu der aufgezwungenen Rolle als Hausfrau bekommen“, schreiben die Wissenschaftler. „Außerdem liegt auf Frauen nicht der kulturelle Druck, dass sie der Familienversorger sein müssen“, fügen die Experten hinzu. Die alleinige finanzielle Verantwortung zu haben, verbessert zwar die emotionale Gesundheit bei Frauen, es hat aber keine Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit. Wenn Männer wesentlich mehr Geld verdienen als ihre Frauen, können sie auch dadurch das Gefühl der finanziellen alleinigen Verantwortung bekommen. „Dadurch entwickeln sich die gleichen Sorgen, wie bei einem alleine verdienenden Mann“, sagt Professor Munsch.

Die Teilung von wirtschaftlicher Verantwortung nutzt Männern und Frauen
Die Forscher suchten bei ihrer Untersuchung auch andere alternative Erklärungen für die gefundenen Ergebnisse, wie beispielsweise Alter, Bildung, Einkommen, Zahl der Arbeitsstunden und Anzahl der Kinder. Aber keiner dieser Faktoren konnte die Ergebnisse der Studie erklären. „Die Ergebnisse unserer Untersuchung sind eine gute Nachricht für moderne Paare, die sich die finanzielle Last und die Betreuung der Familie teilen“, schreiben die Mediziner. Während sich bei Männern das psychische Wohlbefinden und die Gesundheit in der Regel verbessert, wenn Frauen mehr wirtschaftliche Verantwortung übernehmen, verbessert sich auch das psychische Wohlbefinden der Frauen, wenn sie mehr wirtschaftliche Verantwortung übernehmen. (as)

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