Sturz auf den Fahrradlenker verletzt Organe

Heilpraxisnet

Ein Sturz auf den Fahrradlenker kann Organe schwer verletzten: Eltern sollten mit ihrem Kind nach einem Unfall auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Typische Unfälle von Kindern sind Stürze auf den Lenker von Fahrrädern, Rollern oder eine Kollision mit Gegenständen im Straßenverkehr. Solche Unfälle können zu schweren Verletzungen innerhalb der Bauchregionen und Leibeshöhlen führen. Aus diesem Grund sollten Eltern nicht lange zögern und ihr Kind nach einem solchen Unfall dem Arzt vorstellen. Denn die Folgen sind nicht immer gleich erkennbar und machen sich erst sehr viel später beispielsweise durch starke Bauchschmerzen erkennbar, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln mitteilte.

Kinder sind in vielen Bereichen noch unerfahren und gehen aus diesem Grund höhere Risiken ein. Dabei kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Ein typischer Unfall ist der Sturz auf und über den Fahrradlenker. Erfolgte ein solcher Unfall, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. "Auch wenn ein Kind zunächst keine Beschwerden zeigt, sollten Eltern solche Unfälle immer abklären lassen", rät Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Sinnvoll könne es sogar sein, das verletzte Kind in einem Krankenhaus überwachen zu lassen, wie der Verbandssprecher betont. Denn es könnte sich ein Bluterguss in einem Organ bilden, dass erst nach einigen Stunden aufplatzt und zu Rissen in den Organkapseln führt. Daraus können dann innere Blutungen in der Bauchhöhle entstehen. Durch diese Zeitverzögerung entstehen Akute Bauchschmerzen durch Prellungen und Verletzungen der inneren Organe erst sehr viel später. Jede Art von heftigen Einwirkungen durch Hufschläge von Pferden, Fußtritte, Stürze aus größerer Höhe, etwa von einer Hüpfburg, oder ähnlichen Unfällen kann die Organe im Bauchraum stark verletzten. Mögliche Organe, die in Mitleidenschaft gezogen werden können sind der Magen, die Milz, der Hoden, der Dünndarm sowie die Harnwege. Werden die Organe verletzt, kann ein chirurgischer Eingriff die Folge sein.

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Eine Verletzung des Bauchraums muss nicht immer eine Folge eines Unfalls sein. Allerdings treten solche Verletzung in rund 2 bis 5 Prozent der Kinderunfälle auf. Rund 90 Prozent sind durch „stumpfe Gewalteinwirkung“ erfolgt. Unfälle im Straßenverkehr, Sportunfälle und Verletzungen beim Spielen sind die häufigsten Ursachen. "Bei Kindern nehmen die Oberbauchorgane in Relation zur Körpergröße mehr Raum ein als bei Erwachsenen", erklärt Fegeler. Der Abstand der Organe zur Bauchdecke ist sehr viel geringer, da sich zumeist noch nicht genügend Muskeln und Fett gebildet haben. "Dadurch können bei Heranwachsenden Kollisionen mit Gegenständen schneller Schäden verursachen", erklärt der Experte.

Um schwere Folgen eines Kinderunfalls zu vermindern, sollte der Lenker von Kinderfahrrädern einen großen Durchmesser besitzen. Zudem sollten die Lenkergabel und die Griffenden über sinnvolle Knautschzonen verfügen. Dadurch kann ein möglicher Aufprall abgemildert und der Druck verteilt werden. (sb, 14.10.2010)

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