USA: Meningitis-Welle fordert 15. Todesopfer

Fabian Peters

Zahlreiche Menschen in den USA erleiden Hirnhautentzündung durch verunreinigte Arzneien

14.10.2012

Die durch verunreinigte Medikamente bedingte Meningitis-Welle in den USA zieht immer weitere Kreise. Am Samstag wurde ein fünfzehntes Todesopfer aus Atlanta gemeldet, so die Mitteilung der US-Gesundheitsbehörde „Centers of Disease Control and Prevention“ (CDC).

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Derzeit wird der Meningitis-Ausbruch von den CDC und der US-Arzneimittelzulassungsbehörde „Food and Drug Administration“ (FDA) untersucht. Als Auslöser der Hirnhautentzündungen gelten nach Auskunft der Behörden "verunreinigte Arzneimittel, die als Schmerzmittel direkt in den Rückenmarkkanal injiziert wurden". Gegen den Hersteller des mit Pilzen kontaminierten Medikaments, das „New England Compounding Center“ (NECC) aus Massachusetts im Nordosten der USA, wurde nun die erste Klage eingereicht.

Menschen in 13 US-Bundesstaaten an Meningitis erkrankt
Die aktuelle Meningitis-Welle könnte sich zu einem der größten Gesundheitsskandale der vergangenen Jahre in den USA ausweiten. In 23 Bundesstaaten wurde die Arznei geliefert, in 13 Bundesstaaten sind bereits Personen nach einer entsprechenden Injektion an einer Hirnhautentzündung erkrankt. Zehntausende Menschen könnten nach Schätzung der Experten insgesamt betroffen sein. Da die Hirnhautentzündung erst ein bis vier Wochen nach Verabreichung des Medikaments auftritt, ist trotz des Rückrufs der potenziell verunreinigten Arzneimittel mit einem weiteren Anstieg der Anzahl von Betroffenen zu rechnen.

Bei Meningitis-Symptomen einen Arzt aufsuchen
Die US-Gesundheitsbehörden haben die Ärzte aufgefordert, Kontakt mit den Patienten aufzunehmen, die in den vergangenen Monaten mit dem potenziell verunreinigten Arzneimittel behandelt wurden. Auch die Patienten sollten laut Mitteilung der CDC besonders aufmerksam sein und bei Anzeichen auf eine Hirnhautentzündung, wie Fieber, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit und Erbrechen, dringend einen Arzt konsultieren. „Symptome wie Verwirrtheit, Schwindel und Unbehagen bei hellen Lichtern“ seien ebenfalls als mögliche Hinweise auf eine Pilzmeningitis zu bewerten. Ansteckend ist die durch Pilze bedingte Hirnhautentzündung glücklicherweise jedoch nicht.

Erste Klage auf Schadensersatz gegen den Hersteller der verunreinigten Arzneien
Mittlerweile wurde gegen den Hersteller der verunreinigten Arzneimittel die erste Klage eingereicht, berichtet der Nachrichtensender „CNN“. Die Klägerin Barbe Puro aus Minnesota hatte im September eine verunreinigte Charge des Steroid-Schmerzmittels erhalten und war anschließend an einer Hirnhautentzündung erkrankt. Nun hat Puro auf Schadensersatz in unbestimmter Höhe geklagt, auch um eine Präzedenzurteil im Sinne aller anderen Betroffenen zu erwirken. Auf den Pharmakonzern könnte eine Klagewelle zukommen, die massive Schadensersatzzahlungen mit sich bringt. Derweil werden erste Vorwürfe laut, die erhebliche Kritik an den Produktionsverfahren bei NECC üben. Der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, beschuldigte das Unternehmen die Aufsichtsbehörden in die Irre zu führen und außerhalb seiner Lizenz zu agieren. (fp)