Verbotene Wirkstoffe in Instant-Kaffee

Sebastian

Verbotene Stoffe in Instant-Kaffee Vitaccino. Die Kaffeesorte löste bei Verbrauchern gesundheitliche Nebenwirkungen aus, die Staatanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

23.02.2011

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen einen Hersteller von Instant-Kaffee. In dem Kaffee des Unternehmens Imperia Elita wurden Bestandteile nachgewiesen, die den verbotenen Appetitzügler „Sibutramin“ enthielten. Zahlreiche Konsumenten litten nach dem Konsum der Kaffeesorte Vitaccino unter Nebenwirkungen wie starkes Herzklopfen.

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Wiederholte Beanstandungen des Instant-Kaffees
Wiederholt wurde der Appetitzügler Sibutramin in der Kaffeesorte "Vitaccino" des Herstellers „Imperia Elita“ nachgewiesen. Die pharmakologisch wirksame Substanz Sibutramin wurde ursprünglich für ein Medikament entwickelt und ist aufgrund der zum Teil starken gesundheitlichen Nebenwirkungen in Deutschland verboten. Nach dem die Firma insgesamt zwei Mal eine Rückrufaktion einleiten musste, haben sich nun die Ermittlungsbehörden in den Fall eingeschaltet. Die Staatsanwaltschaft Gießen wirft der Firma vor, gegen die Lebensmittel- und Futtermittelgesetze verstoßen zu haben. Zudem bestehe der Verdacht der groben bzw. der fahrlässigen Körperverletzung, wie eine Sprecherin bestätigte.

Kaffee sollte beim Abnehmen helfen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft warb die Firma mit dem Argument, der Kaffee würde dem Verbraucher beim Abnehmen helfen. Die Kaffeesorte enthielt dabei zum Teil den benannten Appetithämmer. Bei den Behörden hatten sich zahlreiche Bürger gemeldet, die den Kaffee getrunken hatten und daraufhin über starke Nebenwirkungen klagten. Daher sei der Verdacht auf eine Körperverletzung begründet, so die Sprecherin. Bereits Ende des letzten Jahres durchsuchten Ermittler die Räume des Unternehmens und einige Wohnungen der Hauptverantwortlichen. Dabei wurden große Mengen des beanstandeten Kaffees beschlagnahmt. Verbraucher hatten nach dem Verzehr unter Herzklopfen und erweiterte Pupillen geklagt. Im Anschluss beschwerten sich zahlreiche Kunden bei den Behörden, die daraufhin die Ermittlungen aufnahmen.

Starke Nebenwirkungen des Wirkstoffs
Durch den verbotenen Wirkstoff können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen bis hin zu Hypertonie und Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden. Besonders Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sind durch den Konsum von Sibutramin gefährdet. Laut einiger klinischen Testreihen kann sich bei diesem Personenkreis ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt einstellen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie in den USA wurden 34 Todesfälle bei Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch die Einnahme des Wirkstoffs festgestellt.

Der Hersteller Imperia Elita verwies in diesem Zusammenhang immer wieder darauf, dass das Produkt vor der Einführung auf dem deutschen Markt, durch die zuständigen Behörden geprüft worden sei. Dabei hatten die Prüfer keine Beanstandungen geäußert. Auf der Internetseite der Firma wird das Produkt derzeit nicht mehr vertrieben. Statt dessen kündigt man ein Nachfolge-Produkt mit gleicher Bezeichnung an. Gesundheitsbehörden warnen hingegen eindringlich vor dem Konsum der inkriminierten Kaffeesorte. (sb)