Viel weniger Herztote

Astrid Goldmayer

Zahl der tödlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland ist stark rückläufig

12.10.2012

Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmt in Deutschland stetig ab. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DHK) anlässlich ihrer Herbsttagung in Hamburg mit. Die hohen Überlebenschancen der Patienten seien vor allem auf die modernen, verbesserten Behandlungsmethoden zurückzuführen.

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„Die Sterblichkeit an den am weitesten verbreiteten Herz-Kreislauf-Krankheiten ist in Deutschland stark rückläufig, außerdem nimmt der Anteil tödlicher Herzkrankheiten an allen Krankheiten laufend ab“, erklärt der Präsident der DHK, Georg Ertl im Rahmen der Jahrestagung. „Zwischen dem Ende der 1990er Jahre und 2010 ist in Deutschland die Sterblichkeit bei akutem Herzinfarkt und den ischämischen Herzkrankheiten – Krankheiten als Folge schlechter Durchblutung – um rund 20 Prozent gesunken.“

Während 1998 noch rund 76.000 Menschen aufgrund eines Herzinfarkts verstarben, endete die akute Herz-Kreislauf-Erkrankung im Jahr 2010 nur noch für etwa 55.500 Patienten tödlich. „Die Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Krankheiten schwankt stark je nach Region“, erklärt Ertl. So lag die Sterberate 2010 gemessen an allen Todesfälle beispielsweise in Baden-Württemberg bei chronisch ischämischen Herzkrankheiten bei 7,2 Prozent und bei akutem Herzinfarkt bei 6,5 Prozent, während in Sachsen-Anhalt 11,3 Prozent beziehungsweise 8,5 Prozent auf diese Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen waren.

Während Männer (7,5 Prozent) häufiger als Frauen (5,5 Prozent) Herzinfarkte nicht überleben, führt bei Frauen (7,2 Prozent) öfter eine Herzinsuffizienz zum Tod als bei Männern (3,9 Prozent).

Bessere Behandlungsmöglichkeiten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die sinkenden Zahlen von Herztoten sind laut DHK untrennbar mit den Fortschritten in den Bereichen der Kardiologie und der Herzchirurgie verknüpft. „Der Umgang mit solchen innovativen Behandlungsmethoden setzt einen vernünftigen und effizienten Einsatz voraus, bei dem es um Fragen der Qualitätssicherung, der Kosteneffektivität und der Evidenz-Basierung geht“, erläutert Ertl. (ag)