Vorsätze für 2012: Weniger Stress und mehr Zeit

Astrid Goldmayer

Gute Vorsätze für 2012: Weniger Stress und mehr Zeit für die Familie

29.12.2011

Die Forsa-Gesellschaft hat wie bereits im vergangenen Jahr eine Umfrage für die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) zu den guten Vorsätzen für das nächste Jahr durchgeführt. Der Trend, der sich bereits 2010 abzeichnete, setzt sich fort: Die Deutschen wünschen sich weniger Stress. Während sich fast zwei Drittel der Männer außerdem mehr Zeit für die Familie und Freunde wünschen, gaben 55 Prozent der befragten Frauen an, dass sie gerne mehr Zeit für sich selbst hätten.

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Immer mehr Menschen sind gestresst
Ob Frauen oder Männer – alle wünschen sich weniger Stress. Dies ergab das aktuelle DAK Gesundheitsbarometer „Gute Vorsätze 2012“. Bei der repräsentativen Bevölkerungsumfrage durch Forsa wurden im Erhebungszeitraum vom 11. November bis 1. Dezember 2011 3.010 Bürger befragt, von denen jeweils mindestens 100 in Bremen und im Saarland und jeweils 200 in den übrigen Bundesländern lebten.

60 Prozent der Befragten nehmen sich als guten Vorsatz für das kommende Jahr vor, ihr Leben zu entschleunigen. 56 Prozent möchten dafür mehr Zeit für Familie und Freunde haben. Bei der Umfrage stellte sich weiterhin heraus, dass die 30- bis 44-Jährigen besonders unter Stress stehen. Von ihnen gaben 64 Prozent an, dass besonders der Zeitdruck im Job schwierig zu bewältigen sei. Weiterhin gab jeder Zweite an, Probleme zu haben, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Eurokrise und wachsender Leistungsdruck bleiben künftig Stressfaktoren
Da nicht anzunehmen ist, dass sich äußere Stressfaktoren, wie beispielsweise die Eurokrise und der steigende Leistungsdruck, deutlich verbessern werden, suchen die Menschen nach Wegen zur Entschleunigung ihres stressigen Alltags.

DAK- Psychologe Frank Meiners berichtet: „ Weil wir häufig mit Stress leben müssen, kommt es darauf an, dass wir eine vernünftige Balance zwischen Stressanforderung einerseits und Entspannung andererseits finden. Der Vorsatz mehr Zeit mit Familie und Freunde zu verbringen, ist hier schon ein guter Ansatz.“ Meiners erklärt weiter, dass gezielte Entspannung und Bewegung beim „Abschalten“ helfe. Es sei wichtig neue Energie zu tanken. Tai Chi, Qi Gong und Yoga sind geeignete Übungssysteme, die diesen Effekt Zur Folge haben können. Wie eine kürzlich veröffentlichte Studie aus Taiwan belegt, reichen schon 15 Minuten Bewegung am Tag, um das Krankheitsrisiko deutlich zu reduzieren und die Lebenserwartung um etwa drei Jahre zu verlängern.

Frauen machen sich mehr Sorgen als Männer
Das DAK Gesundheitsbarometer „Gute Vorsätze 2012“ ergab auch, dass sich Frauen mehr sorgen als Männer. Frauen machen vor allem Unstimmigkeiten und Ärger in der Familie (50 zu 40 Prozent), Alltagsstress und Hektik (46 zu 41 Prozent) und gesundheitliche Probleme (48 zu 36 Prozent) zu schaffen. Bei Männern überwiegen Zeitdruck und beruflicher Stress (55 zu 47 Prozent).

Die guten Vorsätze für 2012
Zu den Top Ten der guten Vorsätze für das kommende Jahr gehört neben den Klassikern, wie mehr Bewegung und Sport (55 Prozent), eine gesündere Ernährung (45 Prozent) und mehr Sparsamkeit (30 Prozent), an erster Linie Stress vermeiden und abbauen mit 60 Prozent. Mehr Zeit für Familie und Freunde wollen 2012 56 Prozent und mehr Zeit für sich selbst 51 Prozent der Deutschen einplanen. 33 Prozent haben den guten Vorsatz abzunehmen und 18 Prozent wollen weniger fernsehen. Immerhin 13 Prozent der Bevölkerung plant im kommenden Jahr weniger Alkohol zu trinken, während 12 Prozent das Rauchen aufgeben wollen.

2011 hielt bei der Hälfte der Deutschen die guten Vorsätze für mehrere Monate
Von den über 3000 Befragten gab die Hälfte an, ihre guten Vorsätze für 2011 mehrere Monate gehalten zu haben. Besonders erfolgreich waren die Hamburger mit 59 Prozent sowie die Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns (64 Prozent). In Thüringen schafften es 58 Prozent der Bürger, ihre Vorhaben einzuhalten. Schlusslicht im Einhalten guter Vorsätze war 2011 Baden-Württemberg. Lediglich 37 Prozent hielten für einige Monate durch. Von den Bremern schafften es immerhin 46 Prozent. Bayern liegt an vorletzter Stelle im bundesweiten Vergleich (45 Prozent).

Keine großen Veränderungen zum letzten Jahr
Insgesamt haben sich die guten Vorsätze für das Jahr 2012 gegenüber dem Jahr 2011 kaum verändert. Auch im vergangenen Jahr wollten sich viele der Befragten weniger Stress aussetzen. Waren es im letzten Jahr 59 Prozent, sind es in diesem Jahr 60 Prozent. Da weder ein Ende der wirtschaftlichen Probleme Deutschland beziehungsweise Europas noch eine gravierende Entspannung des Arbeitsmarktes in Sicht ist, könnte sich der Trend auch im kommenden Jahr fortsetzen. (ag)