Was bei Husten am besten hilft

Heilpraxisnet

Naturheilkunde und Erholung helfen bei Husten

23.10.2014

Der Herbst und damit die Grippezeit steht wieder vor der Tür. Eines der häufigsten Symptome ist dabei der Erkältungshusten, er ist laut Die Welt verantwortlich für 14 Prozent der Krankschreibungen und 6,5 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage. Zur Behandlung des Hustens stellt sich bei vielen die Frage nach der Wahl der Mittel – welche Untersuchungen und Medikamente sind nötig, welche helfen und welche sind eher überflüssig oder schaden sogar? Und wie beeinflussen die Medikamente die Dauer der Erkrankung?

Dazu die Mediziner Felix Holzinger und Sabine Beck vom Institut für Allgemeinmedizin der Berliner Charité: "Ein Erkältungshusten verläuft bei sonst Gesunden in der Regel selbstlimitierend – auch ohne Medikation," wie Die Welt weiter berichtet. Demnach bräuchte es also gar keine Behandlung mit Medikamenten. Dennoch untersuchen und behandeln Ärzte Patienten mit entsprechenden Symptomen umfangreich, bis hin zur Verschreibung von Antibiotika. Holzinger und Beck haben nun die wichtigsten Ratschläge der von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) erstellten neuen Leitlinie zur sinnvollen Behandlung von Erkältungshusten in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“ zusammengefasst.

Eine körperliche Untersuchung zur Diagnostik ausreichend
Um einen normalen Husten von einer schwerwiegenden Lungenerkrankung zu unterscheiden, reicht in aller Regel schon eine einfache körperliche Untersuchung und einfache Befragung des Patienten völlig aus. Eine weitergehende Untersuchung, etwa im Labor, ist demnach nicht nötig, so die Welt unter Berufung auf die Deutsche Medizinische Wochenschrift weiter. Dabei seien Symptome wie Fieber und Auswurf Folge normaler körpereigener Abwehrreaktionen gegen Viren, die in den meisten Fällen für den Husten verantwortlich sind. Sie bedürfen deshalb keinerlei weiterer technischer Untersuchungen. "Technische Untersuchungen sind nur bei Verdacht auf einen gefährlichen Verlauf (zum Beispiel Lungenembolie, Pneumothorax) notwendig", so Holzinger und Beck in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Außerdem müssen bei über 40-Jährigen "auch andere Erkrankungen in Betracht gezogen werden, zum Beispiel das Aufstoßen von Magensäure (Gastroösophagealer Reflux, GERD), ein Schub der verengenden Lungenkrankheit COPD oder Nebenwirkungen von Medikamenten."

Ärzte sollen aufklären statt Rezepte zu verschreiben
Da die meisten Hustenerkrankungen virusbedingt sind, gibt es keine Medikamente, die den Krankheitsverlauf entscheidend verkürzen können. Für gewöhnlich dauert eine solche Erkrankung bis zur vollständigen Genesung ca. drei Wochen, wie die Leitlinie laut Die Welt betont: "Richtig ist, den Patienten aufzuklären, dass ein unkomplizierter Erkältungshusten auch ohne Therapie in der Regel nach zwei bis drei Wochen folgenlos abheilt. Der Einsatz von Medikamenten sollte deshalb kritisch abgewogen werden." Auch der Nutzen sogenannter Schleimlöser, wie etwa ACC sei eben so wenig nachgewiesen, wie die hustenstillende Wirkung von Codein. Deshalb sollten Ärzte ihre Patienten darüber aufklären, dass solche Medikamente nur in Ausnahmefällen wie z.B. bei quälendem Husten in der Nacht eingenommen werden wie Die Welt berichtet.

Effektive Hilfe
Grundsätzlich sollte man bei einem Erkältungshusten viel trinken, damit der Schleim besser abgehustet werden kann. Geeignet sind Tees oder auch die altbekannte heisse Milch mit Honig. Auch die Anwendung ätherischer Öle sowie die Einnahme von pflanzlichen Hausmitteln wie Efeuextrakt, Myrthol, Thymian oder Kombinationen von Efeu und Thymian oder die Anwendung diverser Wickel sollen Linderung bringen. Allerdings ist bei der Anwendung oder Einnahme solcher Mittel unbedingt zu beachten, dass Säuglinge und Kleinkinder nicht jedes pflanzliche Mittel oder Hausmittel vertragen. So kann z.B. "Honig für Säuglinge unter einem Jahr gefährlich werden. Auch ätherische Öle können für Säuglinge Gefahren bergen. Die Verträglichkeit ist gegebenenfalls mit einem fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker zu klären."

Antibiotika fördern Resistenzen
Von der Verschreibung und Einnahme von Antibiotika ist dagegen dringend abzuraten, da diese den Krankheitsverlauf nur insignifikant verkürzen, schwere Nebenwirkungen verursacht werden und sich darüber hinaus Resistenzen ausbilden können, so Holzinger und Beck laut Die Welt in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift".

Vor allem macht es aber auch deshalb keinen Sinn Antibiotika zu nehmen, weil sich Antibiotika ausschließlich gegen Bakterien richten, die Erkältungen aber überwiegend virusbedingt sind (Heilpraxisnet.de berichtete).

Chronischen Husten probeweise behandeln
Ca. 40 Prozent des chronischen Hustens bei Erwachsenen ist durch die Reflux-Krankheit bedingt. Sollte sich bei einer Untersuchung der Verdacht auf Reflux bestätigen, sollte man dies probeweise mit sogenannten Säurehemmern medikamentös behandeln.
Außerdem kommen die Nebenwirkungen zahlreicher Medikamente wie etwa ACE-Hemmern, Schmerzmitteln, Antirheumatika oder Betablockern ebenfalls als Ursache chronischer Hustenerkrankungen in Betracht. Selbst Antibabypillen können chronischen Husten auslösen.

Raucher sollten entwöhnen
Eine weitere Ursache für chronischen Husten ist das Rauchen. Es erhöht das Erkältungsrisiko und begünstigt die Entstehung und die Dauer von Erkrankungen der Atemwege deutlich. Das gilt auch für das Passivrauchen. Weitere natürliche Hausmittel bei Husten finden Sie auch auf unseren Seiten. (jp)

Bild: Joujou / pixelio.de