Reflux Symptome und Behandlung

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Unter dem Begriff „Reflux“ wird normalerweise das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre verstanden, wodurch es zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen kommt. Dieser Vorgang ist in gewissem Maße ganz natürlich und unbedenklich, tritt der Rückfluss jedoch häufiger auf, kann es zu starken Beeinträchtigungen der Schleimhaut und massiven Beschwerden kommen. In diesem Fall sprechen Mediziner von einer „gastroösophagealen Refluxkrankheit“, welche zu den häufigsten Magen-Darm-Beschwerden zählt und in den westlichen Industrieländern schätzungsweise jeden vierten Erwachsenen betrifft. Meist beschränkt sich die Refluxkrankheit auf die unteren Speiseröhrenabschnitte, bei längerer Dauer ist aber auch eine Speiseröhrenentzündung oder eine Entartung möglich, die bis zum Krebs der Speiseröhre führen kann. Dementsprechend sollte die Symptomatik immer ernst genommen und medizinisch abgeklärt werden, wobei sich die Beschwerden in vielen Fällen bereits durch eine Umstellung der Ernährung sowie bewährte Hausmittel bei Sodbrennen deutlich lindern lassen.

Inhaltsverzeichnis

Definition
Ursachen der Reflux-Krankheit
Symptome bei Reflux
Behandlung
Ernährung bei Reflux
Medikamente
Operation bei Reflux
Naturheilkunde bei Refluxerkrankung

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Definition

Mit dem Begriff „Reflux“ (lateinisch: „refluere“ = „zurückfließen“) wird normalerweise der Rückfluss von saurem Magensaft in die Speiseröhre verstanden, wodurch es zu typischen Symptomen wie Sodbrennen und Aufstoßen kommt. Während dies in gelegentlicher Form ganz normal ist, kommt es durch einen häufiger auftretenden Rückfluss zu permanenten Beeinträchtigungen der Schleimhaut, wodurch Betroffene schließlich mit teilweise massiven Beschwerden zu kämpfen haben. In diesem Fall wird medizinisch von einer „gastroösophagealen Refluxkrankheit“ (engl.: Gastroesophageal Reflux Disease, kurz: GERD) gesprochen, welche in den westlichen Industrieländern schätzungsweise bereits ein Viertel der Bevölkerung betrifft. Die Reflux-Krankheit tritt dabei in verschiedenen Formen auf, wobei in den meisten Fällen eine „nicht-erosive Refluxkrankheit“ (engl.: Non-Erosive Reflux Disease, NERD) ohne Speiseröhrenentzündung vorliegt.

Neben dem kann es durch den Rückfluss aber auch zu einer Entzündung kommen (Refluxösophagitis), welche massive Ausmaße annehmen und dadurch zu Vernarbungen und Schluckproblemen führen sowie im Ernstfall die Entstehung von Speiseröhrenkrebs begünstigen kann. Hier sind vor allem Patienten mit einem so genannten „Barrett-Syndrom“ (Barrett-Ösophagus) betroffen, da bei diesem die Speiseröhrenschleimhaut durch den chronischen Reflux bereits deutlich verändert ist. Möglich ist zudem, dass sich die gastroösophageale Refluxkrankheit auch außerhalb der Speiseröhre manifestiert und dadurch beispielsweise zu chronischem Husten, Asthma bronchiale oder dentalen Erosionen führt (Extraösophageale Manifestationen).

Ursachen der Reflux-Krankheit

Normalerweise sorgt schon die Schwerkraft dafür, dass der Magensaft nicht in die Speiseröhre zurückfließen kann. Zusätzlich kann sich diese als dehnbarer Muskelschlauch so verdrehen, dass sie den Mageneingang (Cardia) verschließt. Dadurch erschlafft der untere Schließmuskel der Speiseröhre (Ösophagussphinkter) nur beim Schlucken sowie für kurze Momente, in denen verschluckte Luft aufgestoßen wird. Bei den meisten Reflux-Patienten ist dieser Verschlussmechanismus jedoch gestört, wodurch die Magensäure nach oben fließen und die Speiseröhrenwand angreifen kann, die – anders als der Magen selbst – nicht mit einer schützenden Schleimhaut umgeben ist („primäre Refluxkrankheit“). In der Folge tritt der Reflux vor allem im Liegen und in der Bück-Position auf, weshalb sich Betroffene besser nicht direkt nach dem Essen hinlegen und generell mit höher gelagertem Oberkörper schlafen sollten. Verantwortlich für die Muskelschwäche ist häufig ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie), bei welchem Teile des oberen Magens durch eine natürliche Öffnung im Zwerchfell in den Brustraum gelangen.

Neben dem kann aber auch eine herabgesetzte Beweglichkeit der Speiseröhre die Ursache für eine primäre Reflux-Erkrankung sein. Fließt die Magensäure zurück, behebt die Speiseröhre das „Säureproblem“ normalerweise durch die Eigenbewegung (Peristaltik) selbst, wodurch der zurückgeflossene, ätzende Magensaft keine Möglichkeit hat, die Schleimhaut zu schädigen. Ist die Beweglichkeit eingeschränkt, funktioniert dieser Reinigungsvorgang jedoch nicht mehr einwandfrei. In der Folge hat die Säure längeren Kontakt zur Schleimhaut, wodurch es schließlich zu starken Schädigungen und den typischen brennenden Schmerzen (Sodbrennen) kommt.

Zudem bestehen zahlreiche weitere Risikofaktoren und mögliche Ursachen für Sodbrennen bzw. einen Reflux. In Frage kommen beispielsweise ein erhöhter Druck in der Bauchhöhle durch Übergewicht (Adipositas) oder eine Schwangerschaft sowie verschiedene Nahrungs- und Genussmittel wie fettiges, süßes oder scharfes Essen, Alkohol oder Nikotin (siehe Ernährung bei Refluxkrankheit), durch welche die Säuresekretion gesteigert wird. Ebenso kommen verschiedene Medikamente wie z.B. Opiate, Beta-Blocker oder Nitrate als Ursache in Betracht, indem diese auf unterschiedliche Art die Beschwerden verstärken (Abbau schützender Schleimhautbestandteile, Verstärkung der Säureausscheidung etc.). Nicht zuletzt können auch seelische Faktoren wie Stress oder anderweitige Belastungen den Tonus des unteren Speiseröhrenmuskels beeinträchtigen und dadurch zu einem Reflux führen.

Das sind die Gründe für ein Reflux-Syndrom
Das sind die Gründe für ein Reflux-Syndrom. Bild: designua/fotolia.de

Darüber hinaus kann dieser auch infolge einer anderen Erkrankung auftreten („sekundäre Refluxerkrankung“). Hier kommt zum Beispiel die seltene Bindegewebserkrankung Sklerodermie in Frage, durch die es zu eine Verhärtung und Verdickung der Haut oder Schleimhaut sowie innerer Organe (vor allem Verdauungstrakt, Lungen, Herz und Nieren) kommt. Ebenso kann das Sodbrennen infolge eines operativen Eingriffs (z.B. einer Kardiomyotomie) auftreten. Möglich ist ebenfalls eine Verengung des Magenausgangs, denn hier kann die Magenentleerung nur verzögert stattfinden, wodurch über längere Zeit ein erhöhter Druck im Magen und damit auch ein höheres Reflux-Risiko entsteht. Zudem kann eine Frühgeburt einen Reflux beim Baby verursachen, da der Schließmuskel noch nicht ausgereift ist, darüber hinaus kann auch das so genannte „Zollinger-Ellison-Syndrom“ verantwortlich sein, bei dem es infolge einer krankhaften Überproduktion des Hormons Gastrin zu einer vermehrten Bildung von Magensäure kommt.

Symptome bei Reflux

Leitsymptom bei einem Reflux ist ein häufiges saures Aufstoßen von Magensäure und bzw. oder Sodbrennen, welches mit brennenden Brustschmerzen einhergeht, die zumeist hinter dem Brustbein wahrgenommen werden. Die Beschwerden verstärken sich in den meisten Fällen zum einen beim Herunterbücken oder schweren Heben sowie zum anderen nach dem Verzehr größerer, reichhaltiger Mahlzeiten, stark zuckerhaltigen Lebensmitteln (Kuchen, Süßigkeiten, Desserts) oder dem Genuss von Alkohol und Nikotin. Bedingt durch die Liegeposition, durch welche der Magensaft leichter in die Speiseröhre gelangt, treten die Symptome vor allen nachts besonders stark auf. Kommt es hier dazu, dass Säure unbeabsichtigt in die Luftröhre gelangt, kann es außerdem zu starkem nächtlichen Husten oder sogar Atemnot kommen. Recht oft leiden Betroffene auch unter mehr oder weniger stark ausgeprägten Oberbauchschmerzen, wobei diese kein typisches Reflux-Symptom darstellen, sondern auch diverse andere Ursachen haben können wie beispielsweise eine Magenschleimhautentzündung oder Gallensteine. Neben dem können bei der Refluxkrankheit weitere, relativ unspezifische Symptome auftreten, wie beispielsweise Übelkeit und Erbrechen, Rachenschmerzen oder Heiserkeit, weiterhin sind bei einem Reflux mit Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) Schluckprobleme ein häufiges Phänomen, welches meist besonders ausgeprägt während des Essens auftritt.

In welcher Form und Intensität die Symptome auftreten, kann dabei ganz unterschiedlich sein und steht nicht – wie bei vielen anderen Erkrankungen – in direktem Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf. Dementsprechend kann es vorkommen, dass Betroffene selbst bei starken Schädigungen der Schleimhaut nur schwache Krankheitszeichen zeigen, während sich in anderen Fällen beispielsweise trotz massivem Sodbrennen keine Auffälligkeiten im Befund ergeben.

Behandlung

Welche therapeutischen Schritte im Einzelfall bei einem Reflux angezeigt sind, entscheidet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Sind in früheren Stadien noch keine Schleimhautveränderungen zu erkennen, können die Beschwerden oft bereits durch die Umstellung der Ernährung sowie die Änderung bestimmter Lebensgewohnheiten gelindert werden. Zeigt sich hier kein Erfolg bzw. liegt bereits eine Schädigung der Schleimhaut vor, werden normalerweise Medikamente zur Behandlung eingesetzt. In sehr seltenen Fällen ist jedoch auch ein operativer Eingriff notwendig, um die Funktionsfähigkeit des unteren Speiseröhrenverschlusses wiederherzustellen.

Magenerkrankungen in der Übersicht. Oft verbergen sich hinter den Beschwerden in der Brust Erkrankungen wie Reflux. (Bild: Henrie/fotolia)
Magenerkrankungen in der Übersicht. Oft verbergen sich hinter den Beschwerden in der Brust Erkrankungen wie Reflux. (Bild: Henrie/fotolia)

Ernährung bei Reflux

Bei einem Reflux kommt der Nahrung eine ganz besondere Rolle zu, sodass sich vor allem bei leichten und mittelschweren Formen die Beschwerden meist durch eine Ernährungsumstellung deutlich lindern lassen. Hierfür gibt es jedoch keine allgemeingültigen Regeln, denn nicht alle Betroffenen reagieren auf alle Lebensmittel gleich. Dementsprechend sollte jeder für sich ausprobieren, was gut tut und was nicht, wobei es durchaus einige Nahrungsmittel gibt, die bei Sodbrennen gehäuft weniger gut vertragen werden. Hierzu gehören beispielsweise Speisen mit einem hohen Anteil an Fett, da dieses zum einen die Spannung des unteren Speiseröhren-Schließmuskels senkt und zudem die Magenentleerung verzögert, wodurch das Risiko steigt, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Daher sollte hier besonders auf eine hohe Qualität geachtet werden (z.B. Öle mit Omega-3-Fettsäuren), zudem sollte pro Mahlzeit immer nur wenig Fett verwendet werden und auf Frittiertes, stark Angebratenes und besonders fette Lebensmittel (fette Fleisch- und Wurstwaren, Mayonnaise, Fast Food, fettiger Fisch etc.) möglichst ganz verzichtet werden.

Ebenso sollte nicht zu viel Süßes gegessen werden, da zuckerreiche Nahrungsmittel wie Kuchen, Desserts, Limonaden und Säfte die Magensäureproduktion zusätzlich ankurbeln und dadurch in vielen Fällen den Reflux verstärken. Auch Eier und scharfes Essen bzw. Gewürze wie beispielsweise Paprika, Pfeffer, Knoblauch oder Chili regen die Säurebildung an, wobei hier das schärfegebende Alkaloid Capsaicin zusätzlich die Sensibilität der Speiseröhre erhöht und dadurch die Beschwerden oft noch stärker werden.

Darüber hinaus finden sich eine Reihe von versteckten „Säurebildnern“, auf die im Falle eines Reflux besser verzichtet werden sollte. Hierzu zählt vor allem Schokolade, denn diese enthält neben
reichlich Zucker und Fett auch Methylxanthine (Theobromin, Theophyllin), welche ebenfalls entspannend auf den unteren Ösophagussphinkters wirken und die Säuresekretion anregen. Gleiches gilt für Pfefferminztee, der normalerweise ein bewährtes Hausmittel bei vielen Beschwerden darstellt, bei Reflux aber besser vermieden werden wollte, um einer weiteren Muskel-Schwächung vorzubeugen. Zum Teil berichten Betroffene auch über verstärkte Beschwerden nach dem Verzehr von säurereichem Gemüse oder Obst (Zitrusfrüchte, Tomaten etc.), während Früchte mit wenig Säure (z.B. Äpfel oder Bananen) keine negativen Auswirkungen haben.

Dementsprechend empfiehlt sich bei einem Reflux und Sodbrennen eine fettarme und ballasstoffreiche Ernährung, die vorwiegend basische Lebensmittel wie z.B. Gemüse (Kartoffeln, Auberginen, Kohlrabi, Karotten etc.), Obst (Erdbeeren, Pflaumen, Kiwi etc.) und Salate (Batavia, Rucola, Löwenzahn etc.) beinhalten sollte. Ebenso eignen sich möglichst gedünsteter und wenig gewürzter Fisch, Meeresfrüchte mit wenig Öl und helles Fleisch (Pute, Hähnchen). Darüber hinaus können auch eiweißreiche Speisen wie z.B. Kefir, Joghurt oder Quark zu einer Linderung der Beschwerden beitragen, da durch diese das Hormon Gastrin ausschüttet wird, welches wiederum die Spannung und damit die Schließfähigkeit des Muskels fördert. Generell sollte darauf geachtet werden, spätes Essen und üppige Mahlzeiten zu vermeiden. Stattdessen empfiehlt es sich, mehrere kleine Mahlzeiten bewusst und in Ruhe zu sich zu nehmen, wobei ausgiebiges Kauen (Fletchern) bei Reflux besonders wichtig ist, um den Magen zu entlasten.

Neben dem Essen ist auch ausreichendes Trinken sehr wichtig. Hier sind vor allem Mineralwasser ohne Kohlensäure, warmes Leitungswasser und milde Tees (z.B. Fenchel, Malve) geeignet, wohingegen Kaffee und Schwarztee nur eingeschränkt getrunken werden sollten. Alkohol gilt es hingegen – wie Nikotin – möglichst ganz zu vermeiden, denn dieser bewirkt zum einen eine erhöhte Säureproduktion im Magen, zudem wird die Spannung des Schließmuskels verringert und die Muskeltätigkeit (Peristaltik) der Speiseröhre gestört.

Medikamente

Können die Beschwerden durch eine Änderung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten allein nicht gelindert werden, wird im nächsten Schritt normalerweise versucht, die Refluxerkrankung medikamentös zu behandeln. Hier werden in erster Linie so genannte „Protonenpumpen-Inhibitoren“ (kurz: PPI, auch „Protonenpumpenhemmer“ genannt) wie beispielsweise Omeprazol oder Pantoprazol eingesetzt, die als „Magenschutz“ fungieren, indem sie die Bildung von Magensäure in den Belegzellen des Magens unterdrücken. Liegt nur eine leichte Form der Refluxerkrankung vor, kommen alternativ auch H2-Blocker (z.B. Ranitidin, Cimetidin) in Frage, welche ebenfalls die Säureausschüttung aus den Drüsenzellen des Magens hemmen, allerdings mit einer schwächeren Wirkung als die Protonenpumpenhemmer. Diese Säureblocker sind bis zu 12 Stunden wirksam, wobei berücksichtigt werden muss, dass die Wirkstoffe den Abbau anderer Arzneistoffe im Körper unterdrücken können, sodass eine gleichzeitige Einnahme mit anderen Mitteln nicht erfolgen sollte.

Reflux Operation

Kann auch die medikamentöse Therapie keine Abhilfe schaffen bzw. sind die Symptome sehr ausgeprägt oder langanhaltend, kann in selteneren Fällen auch ein operativer Eingriff notwendig werden. Die bislang am häufigsten angewendete Operationsmethode stellt dabei die so genannte „Fundoplicatio“ („Magenmanschetten-OP“) dar, welche offen oder endoskopisch durchgeführt werden kann und bei über 90% der Patienten zu einer dauerhaften Heilung der Refluxerkrankung führt. Bei dem Eingriff wird eine Magenmanschette um die Speiseröhre herum gelegt, wodurch der Übergang in den Magen verengt und die Schwäche des unteren Schließmuskels schließlich ausgeglichen wird. In der Folge kann die Nahrung weiterhin von der Speiseröhre in den Magen transportiert werden, ein Reflux wird jedoch durch die Füllung der Manschette verhindert.

Neben dem wird seit einiger Zeit ein neues chirurgisches Verfahren zur Behandlung von Reflux eingesetzt, bei welchem ein flexibles Magnetband die Funktion des unteren Speiseröhrenverschlusses (Ösophagussphinkter) stabilisieren soll. Bei diesem so genannten „LINX Reflux Management System“ wird ein aus titanummantelten Magneten bestehender Ring oberhalb des Magens um die Speiseröhre gelegt. Die Kugeln sind dabei so beweglich, dass der Speisebrei weiterhin ohne Probleme in den Magen gelangt, da die Magnete aber den unteren Teil der Röhre geschlossen halten, kann ein Rückfluss von Magensäure und Galle verhindert werden. Vorteile sehen Experten hier vor allem darin, dass im Gegensatz zu den herkömmlichen Verfahren keine anatomischen Veränderungen beim Patienten vorgenommen werden müssen, wie beispielsweise bei einer Fundoplicatio, bei der ein Teil des Magens für die Bildung der Manschette genutzt wird. Die Operation wird unter Vollnarkose minimal-invasiv („Schlüsselloch-Chirurgie“) durchgeführt, wodurch lediglich ein kleiner Schnitt oberhalb des Bauchnabels notwendig ist. Nach dem Eingriff kann der Patient normalerweise nach wenigen Tagen bereits wieder nach Hause entlassen werden und auch bald wieder normal essen. Dennoch sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die Nahrung nicht zu schnell aufgenommen und ausreichend gekaut wird, zudem sollte eine regelmäßige medizinische Nachsorge stattfinden.

Naturheilkunde bei Refluxerkrankung

Wer häufig oder aber länger als zwei Tage am Stück unter Sodbrennen oder Aufstoßen leidet, sollte zuallererst einen Arzt aufsuchen, um organische Störungen zu erkennen bzw. ausschließen zu können. Die Beschwerden sollten in jedem Fall ernst genommen werden, denn besteht eine Refluxerkrankung über einen längeren Zeitraum, kann es zu gravierenden Schädigungen der Speiseröhre sowie im schlimmsten Fall sogar zu Speiseröhrenkrebs kommen. Treten die Symptome jedoch nur leicht und unregelmäßig auf, kann die Naturheilkunde durchaus eine sinnvolle und wirksame Unterstützung bzw. Alternative zur schulmedizinischen Therapie bieten.

Generell ist es bei anhaltendem bzw. immer wiederkehrendem Sodbrennen wichtig, sich sorgfältig und kritisch mit den eigenen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten auseinandersetzen, da z.B. fettiges Essen, zu viel Süßes sowie ein erhöhter Konsum von Alkohol und Nikotin die Entstehung eines Reflux begünstigen können, ebenso wie psychische Belastungen, die dem Patienten „auf den Magen schlagen“. In diesem Zusammenhang sollte dringend versucht werden, Übergewicht abzubauen sowie das Rauchen und Konsumieren von alkoholischen Getränken einzuschränken, zudem ist bei einem Reflux eine Umstellung der Ernährung sowie die Veränderung bestimmter Angewohnheiten (spätes Essen, Schlingen etc.) zentral (siehe Ernährung bei Refluxkrankheit). Neben dem sollte regelmäßige körperliche Aktivität fest in den Alltag integriert werden, um Spannungen zu lösen und das Wohlbefinden zu steigern. Um die Stressbelastung zu verringern bzw. einen gesünderen Umgang mit Druck und Anspannung zu lernen, eignen sich außerdem diverse Übungen und Verfahren zum Stressabbau wie beispielsweise Yoga, Meditation oder autogenes Training.

Neben dem kommen eine Reihe weiterer Möglichkeiten zur Selbstbehandlung bei Sodbrennen durch Reflux in Betracht, durch welche die Beschwerden erfolgreich gelindert werden können. Bewährt hat sich in vielen Fällen Kamille, welche entzündungshemmend und beruhigend auf die überreizten Magennerven wirkt und dabei helfen kann, die Produktion von Magensaft zu drosseln. Hier empfehlen Heilpraktiker und naturheilkundlich arbeitende Mediziner oft eine Rollkur mit Kamillentee. Bei dieser wird zunächst eine Tasse Tee getrunken, anschließend legt sich der Patient für jeweils etwa fünf Minuten auf den Rücken, die rechte Seite, den Bauch, die linke Seite und zuletzt wieder auf den Rücken, damit die wertvollen Inhaltsstoffe der Kamille die gesamte Magenschleimhaut erreichen können. „Gerollt“ werden sollte dabei über mindestens eine Woche lang hinweg im besten Fall morgens auf nüchternen Magen sowie am Abend direkt vor dem Schlafengehen, bei Bedarf insgesamt bis zu drei Mal über den Tag verteilt.

Neben dem „Allheilmittel“ Kamille eignen sich aus dem Bereich der pflanzlichen Naturheilmittel auch Fenchel, Melisse, Wegerich und Brennessel besonders gut, ebenso kann bei stressbedingtem Sodbrennen auch Baldrian in Form eines Tees oder Tropfen sehr wohltuend sein. Darüber hinaus bietet auch die Homöopathie eine Reihe wirksamer Mittel bei einem Reflux. Hier kommt beispielsweise bei starken brennenden Schmerzen und Magendruck sowie vor allem nächtlichem saurem Aufstoßen Robinia pseudacacia (D6) in Betracht. Tritt neben Sodbrennen und Aufstoßen z.B. Frösteln, Übelkeit und Erbrechen auf und zeigt sich eine Abneigung gegen gekühlte Getränke und Kaffee, kann auch Acidum sulfuricum (D6) das Mittel der Wahl sein. Zudem eignet sich in einigen Fällen auch Nux vomica oder Capsicum, daher sollte vor der Selbstbehandlung immer eine ausführliche Beratung mit einem Heilpraktiker oder naturheilkundlich ausgerichteten Arzt stattfinden.

Auch durch Akupunktur können die Beschwerden bei Sodbrennen drastisch reduziert werden, ebenso eignen sich Schüssler Salze, wobei sich hier bei aufsteigender Säure vor allem das Salz Nr. 9 (Natrium phosphoricum) bewährt hat. Tritt parallel ein Brennen der Speiseröhre auf, empfiehlt es sich, dieses im Wechsel mit dem Salz Nummer 2 (Calcium Phosphoricum) einzunehmen, wobei die genaue Potenz sowie die Einnahmedauer- und häufigkeit auch hier im Vorfeld immer mit einem entsprechenden Experten abgesprochen werden sollte.
Ein weiteres altbewährtes Hausmittel bei Sodbrennen sind feucht-warme Wickel auf dem Oberbauch oder eine Wärmflasche, in einigen Fällen hilft im akuten Fall auch etwas warme Milch, die am besten verdünnt getrunken wird. Auch rohe Kartoffeln können im akuten Fall wahre „Wundermittel“ sein, da die darin enthaltene Stärke ebenfalls Magensäure neutralisieren kann. Hier lässt sich mithilfe eines Entsafters schnell ein frisch gepresster Kartoffelsaft zubereiten, welcher jedoch alternativ auch im Reformhaus erhältlich ist. Anstelle des Saftes kann aber ebenso gut auch ein Stück rohe Kartoffel gegessen werden. Darüber hilft in vielen Fällen auch das so genannte „Bullrich Salz“, welches durch den natürlichen Wirkstoff Natriumhydrogencarbonat überschüssige Magensäure neutralisiert und dadurch akute brennende Schmerzen auf sanfte Art lindern kann. (nr, tf)