Weihnachtssterne sind giftig

Fabian Peters

Weihnachtssterne sind leicht giftig – Vorsicht ist vor allem bei Kleinkindern geboten.

10.12.2010

Weihnachtssterne erfreuen sich insbesondere in der Weihnachtszeit großer Beliebtheit. Obwohl die in Deutschland erhältlichen Züchtungen im Gegensatz zu den wildwachsenden Pflanzen kaum giftig sind, sollte Kindern, die versehentlich die Blätter des Weihnachtssterns gegessen haben, unverzüglich der Mund ausgespült und im Zweifelsfall ein Arzt aufgesucht werden, rät Dr. Ulrich Fegeler, Bundespressesprecher vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

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Weihnachtsterne können Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auslösen
Während die ursprünglich aus Mexiko stammenden Wildformen des Weihnachtssterns, den für die Familie der Wolfsmilchgewächse typischen Milchsaft enthält, der bei Hautkontakt zu Hautreizungen und bei Aufnahme in den Mund zu vergiftungsähnlichen Erscheinungen und Verdauungsstörungen führen kann, sind die kultivierten, handelsüblichen Weihnachtssternsorten eher harmlos. „Der Weihnachtsstern gehört zur Gattung der Wolfsmilchgewächse. Einige enthalten hautreizende Diterpene, der Weihnachtsstern jedoch nicht. Daher kann man ihn nicht als giftig bezeichnen“, erklärte die Professorin Regina Karl von der Uniklinik Düsseldorf bereits 2007 gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Wenn Kinder die Blätter oder Stengel der Weihnachtspflanze gegessen haben, können trotzdem vergiftungsähnliche Erscheinung wie Bauchschmerzen, Erbrechen und starker Durchfall auftreten, warnt jetzt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Zudem könne auch ein Kontakt mit dem Pflanzensaft allergische Hautreaktionen auslösen, so der Fachmann weiter.

Obwohl Weihnachtssterne in ihrer kultivierten Form als „kaum toxisch“ einzustufen seien, sollten Eltern ihren Kindern umgehend den Mund ausspülen, wenn sie Teile der Pflanze gegessen haben und bei Hautkontakt zu dem Pflanzensaft, die Hautstellen gründlich abwaschen, um allergische Reaktionen zu vermeiden, erklärte Dr. Ulrich Fegeler. Wenn „das Kind besonders empfindlich auf die Pflanze (reagiert), dann sollten Eltern in jedem Fall ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen“, so der Bundespressesprecher des BVKJ weiter. Gegebenenfalls könne auch kurzfristig der Giftnotruf kontaktiert werden, betonte der Fachmann.

Giftige Zimmerpflanzen bei Kleinkindern vermeiden
Da Kleinkinder vieles in ihrer Umwelt erstmal in den Mund stecken und probieren, sollten Eltern sie „immer wieder ermahnen, keine Pflanzenteile in den Mund zu nehmen“ erklärte Dr. Ulrich Fegeler. „Auf einige Pflanzen sollten Familien mit Kleinkindern am besten ganz verzichten“ so der Fachmann weiter. Hier könne ein Gärtner Auskunft darüber geben, welche Pflanzen geeignet seien, betonte Dr. Fegeler. Giftige Zimmer- oder Wintergartenpflanzen, die nicht in die Reichweite von Kleinkindern gelangen sollten, sind zum Beispiel Engelstrompeten, Alpenveilchen, Amaryllis, Dieffenbachien, Becherprimeln, Prachtlilien, Orleander und Fiskus, so die Aussage in der aktuellen Pressemitteilung des BVKJ. „Hat ein Kind dennoch irgendwo giftige Pflanzenteile gegessen, sollten Aufsichtspersonen unverzüglich den Rat bei einer Giftinformationszentrale einholen oder das Kind in einer Erste-Hilfe Abteilung eines Krankenhauses vorstellen“, erklärte Dr. Fegeler. „Auf gar keinen Fall sollte versucht werden, das Kind erbrechen zu lassen", betonte der Fachmann. (fp)