Weltlachtag: Lachen bis der Arzt nicht kommt

Fabian Peters

Lachclubs feiern am kommenden Sonntag den Weltlachtag

04.05.2012

Jährlich wird von den Lachclubs am ersten Sonntag im Mai der Weltlachtag organisiert. Im Zuge der Lachyoga-Bewegung kam Ende der 1990er Jahre die Idee auf, einen ganzen Tag explizit dem Lachen zu widmen. Seither wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai um Punkt 14.00 in den rund 6.000 Lachclubs weltweit ausgiebig gelacht.

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Am Weltlachtag steht nicht nur das reine Amüsement der Beteiligten im Vordergrund, sondern auch die gesundheitlichen Vorteile des Lachyogas werden thematisiert. Denn Lachen ist gesund. In Deutschland wird der Weltlachtag in rund 150 Lachclubs zelebriert. Einer davon ist der Lachclub „Glück-ist-jetzt“ in Frankfurt, wo unter Anleitung von Laurenz Menzinger verschiedene Übungen das Lachyogas erlernt werden können.

Lachen ohne erkennbaren Grund
Um ausgiebig zu lachen, bedarf es in den Lachclubs keines besonderen Humors oder guter Witze, sonder oft reicht eine einfache Geste oder Bewegung, um die Mitglieder zum herzhaften Lachen zu animieren. Auch in dem Lachclub „Glück ist jetzt“ brechen die rund zehn Mitglieder mitunter ohne erkennbaren Grund in schallendes Gelächter aus. Oft wird beim Einstieg in die Übungen das Lachen noch simuliert, doch die Lachclub-Mitglieder machen einfach so lange weiter, bis das Lachen echt ist. Laurenz Menzinger erklärte das Motto des Lachyogas mit dem Satz: „Fake it till you make it.“ Der Personalberater leitet einmal wöchentlich nach Feierabend den Lachyoga-Kurs in dem Lachclub „Glück-ist-jetzt“ in einem kleinen Ladenlokal in der Innenstadt von Frankfurt.

Lachen gut für Körper und Geist
Hier treffen sich die Mitglieder des Lachclubs und andere Interessierte, um gemeinsam herzhaft zu lachen. „Eine typische Lachyoga-Stunde wird von einem ausgebildeten Lachyoga-Leiter geführt, der die Gruppe für verschiedene Lach-, Atem- und Dehnübungen anleitet“, berichtet der Club auf seiner Internetseite. Laurenz Menzinger ist seit einem Jahr „Certified Laughter Yoga Teacher“ und vermittelt den Lachwilligen einmal wöchentlich, die von dem indischen Arzt Madan Kataria entwickelten Atemtechniken und Lachübungen, wie die Lachdusche oder das „Sorry-tut-mir-leid“-Lachen. Die Vorteile des Lachyogas liegen für Menzinger auf der Hand. „Lachen belebt Körper und Geist“, erklärte der Lachyoga-Trainer in einer aktuellen Pressemitteilung. Tatsächlich sind unterschiedliche positive gesundheitliche Effekte des Lachens medizinisch nachweisbar. Denn Lachen hilft sogar gegen Schmerzen.

Positive Effekte des Lachens auf das Herz-Kreislauf-System
Der Schweizer Neurologe Professor Doktor Jürg Kesselring vom Klinikum Valens erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“, dass über die schnellere Atmung beim Lachen der Blutfluss verbessert und das Immunsystem gestärkt wird. „Wenn man herzhaft und echt lacht, werden mehr T-Zellen aktiviert als sonst, und das stärkt die Abwehrkräfte“, erläuterte Kesselring. „Das macht das Lachen gesund“, so Kesselring weiter. Allerdings dürfe die therapeutische Wirkung des Lachens nicht überschätzt werden, denn „Lachen kann sicherlich Selbstheilungsprozesse im Körper begünstigen, Krankheiten heilen kann es wahrscheinlich nicht“, betonte der Neurologe. Dem Lachen wird des weiteren eine positive Wirkung auf die Psyche unterstellt, denn wer „wirklich lacht, vergisst die Alltagssorgen“, so die Aussage von Laurenz Menzinger.

Positive gesundheitliche Effekte nach zehn Minuten Dauerlachen
Die Lachyoga-Stunde beginnt laut Darstellung des Lachclubs „Glück-ist-jetzt“ mit „ein paar Aufwärmübungen und Händeklatschen und wird fortgesetzt mit verschiedenen Lachübungen sowie einigen Atemübungen.“ Hier werde jeder ermutigt, sich auf das kindliche Spiel einzulassen und von Herzen miteinander zu lachen. Einen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen habe das Lachyoga nur, wenn zehn bis 15 Minuten ununterbrochen gelacht wird, berichtet der Lachclub. Daher reiche das natürliche Lachen, welches meist nur einige Sekunden anhält nicht aus, um die positiven biochemischen Prozesse des Lachens in unserem Körper voll auszuschöpfen.

Aktionen zum Mitlachen am Weltlachtag
Den Weltlachtag am kommenden Sonntag wollen die Mitglieder des Lachclubs „Glück-ist-jetzt“ nutzen um auf dem Frankfurter Römerberg möglichst viele Passanten zum Mitlachen zu bewegen Zwar geben es „natürlich auch immer wieder Kopfschütteln und Unverständnis“, da sich „nicht jeder auf das kindliche Spiel mit dem Lachen einlassen“ kann, doch die tausenden Lachclubs weltweit zeigen, wie vielen Menschen das Gelächter einfach Spaß macht, erklärte der Lachcoach Laurenz Menzinger. Um die Meinung der Skeptiker kümmern sich die Lachclub-Mitglieder dabei wenig. Kritik kommt zum Beispiel von dem Kulturwissenschaftler und Lachforscher Professor Rainer Stollmann von der Universität Bremen, der gegenüber der „dpa“ erklärte: „Es gab die Ur-Schrei-Therapie, dann Kuschelclubs und jetzt gibt es eben Lachyoga-Vereine. Aber das Moment, das ich beim Lachen am wichtigsten finde, nämlich Humor, also das Kitzeln unserer eigenen Schwachstellen, das fehlt beim Lachyoga.“ Derartige kritische Vorwürfe werden in den Lachclubs einfach weggelacht. Solange die Beteiligten einen positiven Effekt des Lachyogas verspüren, ist der Antrieb des Lachens letztendlich nur Nebensachen. (fp)