Wie Jugendliche & Eltern miteinander auskommen

Heilpraxisnet

Jugendliche und Eltern miteinander zurechtkommen

17.03.2015

Erst nach Mitternacht nach Hause kommen, unangekündigt Bekannte mitbringen, die erste Beziehung: Zwischen Jugendlichen und ihren Eltern „kracht“ es häufig. Beide Seiten müssen dazu beitragen, miteinander auszukommen. Kompromisse helfen dabei.

Eine Frage des Vertrauens
Es ist eine Frage des Vertrauens, ob Jugendliche, die einen Freund oder eine Freundin haben, ihren Eltern davon erzählen. Wie der Leiter der Abteilung für Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Eckhard Schroll, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa erklärt, gibt es keine Pflicht, überFreund oder Freundin zu reden. Für Jugendliche bedeutet die erste Beziehung immer auch eine Loslösung von den Eltern. Schroll erläutert, dass sie in dieser Phase selbst entscheiden dürfen, welche Informationen sie mit ihren Eltern teilen wollen. Die Bereitschaft dafür ist jedenfalls größer, wenn das Verhältnis miteinander stimmt. Doch wenn die Heranwachsenden fürchten, dass Mutter oder Vater die Beziehung nicht akzeptieren, dann werden sie eher zurückhaltend bleiben.

Wenn Jugendliche am Wochenende länger weg bleiben wollen
Wenn die Jugendlichen jedoch einen Freund oder eine Freundin mit nach Hause nehmen oder bei sich übernachten lassen wollen, müssen sie um Erlaubnis fragen. „Da haben die Eltern das Hausrecht“, so Schroll. Während der Pubertät fängt bei vielen das große Feiern an. Dann soll es am Wochenende zur Geburtstags-Party oder in die Disco gehen. Eltern reagieren dann oft mit Sätzen wie: „Komm nicht so spät“ oder „Sei spätestens um elf zu Hause“. Wenn die Heranwachsenden länger weg bleiben wollen, sollten sie nicht auf Freunde verweisen. Wie der Beauftragte für Kindeswohl und Kinderrechte beim Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (bdp), Klaus Neumann, meint, sei es keine gute Strategie, nur darauf zu pochen, dass alle anderen viel länger unterwegs sein dürfen. „Für die meisten Eltern ist es kein Maßstab, was andere erlauben.“ Dem Experten zufolge sollte man lieber gemeinsam besprechen, welche Grenzen es gibt und wo Kompromisse möglich sind. Wenn die Eltern aber trotzdem nicht einlenken, müssten Jugendliche abwägen, wie viel Stress mit den Eltern ihnen das Thema wert ist, sagt Neumann. Es ist für Jugendliche grundsätzlich wichtig, was sie überhaupt dürfen. Festgehalten ist dies im Jugendschutzgesetz. Anlaufstellen sind beispielsweise Jugendzentren oder das Jugendamt.

Nicht mit dem Thema Gesundheit argumentieren
Unter Kindern und Jugendlichen sind viele Frühstücksmuffel zu finden. Von den 14- bis 17-Jährigen frühstücken laut der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) 53 Prozent täglich, der Rest lässt die Mahlzeit gerne mal ausfallen. Eltern sollten auf keinen Fall mit dem Thema Gesundheit argumentieren. Denn das sei dem Diplom-Psychologen Christoph Klotter zufolge für die Jugendlichen ein abstrakter Begriff, mit dem sie nichts anfangen können. Seiner Meinung nach sind Heranwachsende hingegen empfänglicher für die Vorteile eines regelmäßigen Frühstücks, beispielsweise, dass sie sich so in der Schule besser konzentrieren können und erfolgreicher sind.

Verzicht auf das Frühstück
Insbesondere ältere Mädchen frühstücken deutlich seltener als Jungen. Sie lassen die erste Mahlzeit des Tages häufig deshalb ausfallen, weil sie Kalorien sparen wollen. Jungen hingegen verzichten dafür eher auf Snacks und Süßigkeiten. Wie Klotter in der Fachzeitschrift „Ernährung im Fokus“ (Ausgabe 03-04/2015) erläutert, zeigen Studien aber, dass regelmäßige Frühstücker schlanker sind. Allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass das Frühstück innerhalb der Ernährungswissenschaft bislang wohl überschätzt werde. So fanden etwa Forscher der britischen Universität in Bath in einer Studie, in der sie die Auswirkungen der Morgenmahlzeit auf die Ruhestoffwechselrate, den Cholesterinspiegel und den Blutzuckerspiegel untersuchten, heraus, dass ohne Frühstück keine Unterschiede bei den Werten zu erkennen sind. Und auch, dass es nicht so wichtig ist, auf welche Mahlzeit des Tages verzichtet wird, wenn man abnehmen will. (ad)

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>Bild: adel / pixelio.de