Pubertät

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Während der Pubertät kommt es zu gravierenden körperlichen Veränderungen im menschlichen Körper sowie zu häufigen Konflikten zwischen den Pubertierenden und ihrem sie umgebenden Erwachsenenumfeld. Dieser Artikel beleuchtet die körperlichen Vorgänge, Hintergründe und mögliche Beschwerden während der Pubertät sowie begleitende Mittel aus der Naturheilkunde.

Inhaltsverzeichnis:

Pubertät
Synonyme
Hintergründe der Pubertät
Hormone in der Pubertät
Tanner- Stadien
Gehirn und Pubertät
Pubertät, Symptome und Krankheiten
Naturheilkunde und Pubertät
Hausmittel bei Pubertätsbeschwerden

Synonyme

Pubertät, Pubertätsgynäkomastie, Pubertät bei Jungs, Pubertät bei Mädchen, Adoleszenz, Teenagerzeit, Jugendjahre, Backfischjahre, Reifezeit.

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Pubertät
Viele Jugendliche leiden in der Pubertät unetr Stimmungsschwanungen. (Bild: S. Hofschleager/pixelio.de)

Hintergründe der Pubertät

Die Lebensphase, die Pubertät genannt wird, gilt als ein recht junges Phänomen, das sich etwa einem Jahrhundert in den industriellen Ländern etabliert hat. Menschen, die in den Ländern leben, die meist als Dritte Welt bezeichnet werden, kennen die Phase der Pubertät meist gar nicht. Dies liegt unter anderem daran, dass sich der Lebensstil in den dortigen Regionen stark von denen der westlichen industrialisierten Ländern unterscheidet. Dadurch, dass die meisten Menschen in den westlichen Ländern heutzutage länger leben als vor etwa hundert Jahren, wird die Phase der Kindheit, die wir nun Pubertät nennen, künstlich verlängert. Im Lebensabschnitt zwischen 13- 14 Jahren gilt ein Mensch in vielen Ländern schon als erwachsen und oftmals geschlechtsreif. In den westlichen Ländern werden die Jugendlichen aber nicht zu den Erwachsenen gezählt, sondern von ihnen eher isoliert und noch als Kind behandelt. Dies äussert sich im Alltag so, dass ihnen von Erwachsenen häufig noch keine Eigen- Verantwortung übertragen wird und die Erwachsenen weiter über das Leben des Teenagers entscheiden wollen.

Was Menschen in diesem Lebensabschnitt in der westlichen industrialisierten Welt fehlt, ist die Chance, selbst Verantwortung übernehmen zu dürfen und können und sich frühzeitig in dieser Gesellschaft zu bewähren und zu integrieren. Da erscheint es eine logische Konsequenz, dass dies zu Konflikten zwischen den Generationen führen muss.

Hormone in der Pubertät

Es kommt neben dem äusserlich sichtbaren Größenwachstum, zu inneren Prozessen der hormonellen Umstellung, die von aussen sicht-, und für Angehörige und Freunde und vor allem die Pubertierenden selbst, fühlbar sind. Vor allem die Sexualhormone Östrogen und Testosteron sind es, die sich im pubertierenden Organismus geschlechtsabhängig erhöhen. Produziert wird das Testosteron in den Hoden und das Östrogen in den Eierstöcken. Angekurbelt wurde ihre Produktion durch Hormone der Hirnanhangsdrüse (Epiphyse)- nämlich das follikelstimulierende Hormon (FSH) und das luteinisierende Hormon (LH). Die Epiphyse ist über den Hypophysenstil (Infundibulum), mit der Hypophyse verbunden. Aus ihr kommt ursprünglich das die beiden Epiphysenhormone LH und FSH anheizende Gonadotropin-Releasing- Hormon (GnRH), welches aber auch wiederum von einem Protein der Hypophyse (Kisspeptin) ausgegangen ist. Dieses bindet sich zur der Aktivierung des GnRH zuvor an sogenannte GPR54- Rezeptoren an.

Die anfänglich erwähnten Sexualhormone Östrogen und Testosteron wirken nun wiederum genau hier, auf den Hypothalamus, indem sie den Sexualtrieb beeinflussen und ein für den Organsimus angemessenes Gleichgewicht von LH und FSH halten helfen. Diese internen Schalt- und Umwandlungsmechanismen haben äusserlich sichtbar die Ausprägung der sekundären Geschlechtsmerkmale und mit ihnen die sexuelle Reifung zur Folge. Besonders belastend kann in der Pubertät bei Jungs sein, wenn sich bei ihnen durch zuviele Östrogene Brüste ausbilden- dies nennt man Pubertätsgynäkomastie.

Die hormonellen Abläufe sind äusserst komplex und können noch nicht ganz überschaut werden. Auch der im Fettgewebe hergestellte Botenstoff Leptin scheint nach neueren Erkenntnissen die körperliche Umwandlung mit zu begünstigen.

Tanner- Stadien bei Pubertät

Die äussere physische Entwicklung der Pubertierenden wird in die sogenannten Tanner- Stadien eingeteilt. James Mourilyan Tanner (1920-2010) war ein englischer Kinderarzt, der die Pubertät 1969 in diese verschiedenen Stadien unterteilte und dabei individuelle und neben der körperlichen auch soziale Komponenten mit einbezog. Auf die Entwicklung der weiblichen Brust, der männlichen Genitalien und der Schambehaarung wird bei den Tanner- Stadien das hauptsächliche Augenmerk gelegt.

Gehirn und Pubertät

Die äusseren Entwicklungs- und Umbauprozesse machen auch vor der Schaltzentrale Gehirn nicht halt. Die Initialzündung für die Baustellenatmosphäre während der Pubertät unter der Schädeldecke scheinen, auch bei Jungen, Östrogene zu geben. Es sterben sogar einige Hirnzellen ab und es bilden sich Verbindungen zurück, um neuen funktionellen Strukturen Platz zu schaffen. Die Umbildung erfolgt vom Hinterkopf in Richtung Stirn. Hier sitzt der sogenannte präfrontale Cortex. Ein Areal, welches die Eigenschaften Bewertung, Risikoabschätzung und Planung von Situationen beherbergt. So kann es während der Baustellenphase zu einem Mangel an rationalen Entscheidungen kommen. Unter anderem kann in dieser Zeit im Gehirn das Schlafhormon Melatonin etwa zwei Stunden später als normal ausgeschüttet werden und so für das lange Wachbleiben von Pubertierenden sorgen- verbunden mit der Konsequenz, dass das morgendliche Aufstehen schwerer fällt.

Pubertät, Symptome und Krankheiten

Beinahe jeder Jugendliche hat –zumindest zeitweise- von einfachen Pickeln bis zur hartnäckigen Pubertätsakne mit Hautproblemen zu kämpfen. Nicht wenige junge Menschen klagen während der Pubertät über Wachstumsschmerzen, die in den Gliedmaßen und Muskeln spürbar werden. Die Mädchen bekommen ihre Menstruation und leiden häufig unter unter Regelschmerzen.

Neben eher funktionellen Problemen wie dem Morbus Scheuermann (evtl. mit Rückenschmerzen) oder dem Morbus Osgood-Schlatter (eventuell mit Knieschmerzen oder Kniescheibenschmerzen), kann es im Rahmen der Pubertät zur Manifestation von ernsthaften Krankheitsbildern wie Diabetes Typ1, Epilepsie, Depressionen oder Schilddrüsenerkrankungen wie zum Beispiel Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion kommen. Vorstellbar ist, dass es durch sich nicht gut neu organisierende Regelkreisläufe zu Fehlfunktionen mit anschliessender pathologischer Ausprägung kommen kann.

Es gibt in diesem Zusammenhang in der Wissenschaft immer wieder auftauchende Erklärungsmodelle, die auch Essstörungen wie Bulimie und Anorexie, Selbstverstümmelungen, Drogenabusus oder Schizophrenie in der Pubertät rein neurobiologisch erklären wollen.

Naturheilkunde und Pubertät

Funktionelle Störungen im Bereich von Muskeln und Skelett können in der Naturheilpraxis v.a. durch Osteopathie und andere manuelle Therapien vielfach gebessert werden. Nach klassisch homöopathischer Anamnese kann das gefundene Konstitutionsmittel sich positiv auf verschiedene Symptome auswirken, wie sie bei den Jugendlichen zeitgleich durchaus bestehen können. Eine ausgeprägte Pubertätsakne kann auf die Anwendung entgiftender und ausleitender Heilpflanzen ebenso gut ansprechen wie auf eine Eigenbluttherapie oder die Behandlung mit Eigenurin. Daneben können unverträgliche Nahrungsmittel, z.B. kinesiologisch ausgetestet und gemieden werden. Vielfach bessern sich Hautbeschwerden auch über einer Regulierung der fehlbesiedelten Darmschleimhaut (Darmdysbiose), die bei Hautsymptomen häufig nachgewiesen wird.

Hausmittel bei Pubertätsbeschwerden

Typische Pubertätsbeschwerden wie Wachstumsschmerzen oder Pickel können mit Hausmitteln gelindert werden. Bei Wachstumsschmerzen werden aus der Homöopathie vor allem Acidum phosphoricum oder Calcium phosphoricum in den Potenzen D6 bzw. D12 zur Selbstanwendung empfohlen, wobei letzteres auch als Mineralstoff nach Schüßler eingenommen werden kann. Zur äußerlichen Anwendung können Umschläge mit Schwedenbitter direkt an den schmerzenden Gliedern aufgelegt werden. Bei Pickeln und Mitessern gelten Masken und Packungen mit Heilerde als vielversprechend, wobei die Heilerde Giftstoffe regelrecht aufsaugt und Entzündungen abmildern oder gar verhindern kann. (tf, jvs)