Winterzeit: Zeitumstellung besser verkraften

Heilpraxisnet

Winterzeit: Zeitumstellung besser verkraften

26.10.2014

Ausgeschlafen? Die Zeitumstellung in der vergangenen Nacht hat uns eine Stunde mehr Schlaf beschert. Doch nicht alle Menschen finden den Wechsel von Sommer- zu Winterzeit gut. Vor allem bei Frühaufstehern bringt die Umstellung oft den Biorhythmus durcheinander. Es gibt jedoch einige Tipps, wie man mit dem sogenannten „Winterblues“ besser zurechtkommt.

Biorhythmus wird durcheinander gebracht
In der vergangenen Nacht wurden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Doch nicht alle Menschen freuen sich über die geschenkte Stunde Schlaf. Der durcheinander gebrachte Biorhythmus macht vielen zu schaffen. Für den menschlichen Körper ist die Zeitumstellung wahrlich keine Routine. Vor allem während der Eingewöhnungsphase leiden viele Menschen unter gesundheitlichen Problemen, wie chronische Müdigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen, Blutdruckschwankungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, Reizbarkeit und Antriebslosigkeit.

Vor allem Frühaufsteher haben Probleme
Vor allem Frühaufsteher spüren bei der Umstellung auf die Winterzeit so etwas wie einen kleinen Jetlag, da ihre innere Uhr aus dem Takt gerät und sich an die neue Zeit erst wieder anpassen muss. „Eine Stunde ist deutlich merkbar, zehn Minuten wären noch ausgleichbar“, erklärte Julia Scharnhorst vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Je nach Schlaftyp fallen die Probleme mit der Umstellung unterschiedlich aus. Die sogenannten „Eulentypen“, die spät ins Bett gehen und morgens länger schlafen, freuen sich über die zusätzliche Stunde Schlaf. Ihr Biorhythmus ist Scharnhorst zufolge schon an die Winterzeit angepasst. Hingegen brauchen die „Lerchentypen“, die früh schlafen gehen und früh aufstehen, einige Tage, um sich an die Umstellung zu gewöhnen. Zu den „Lerchen“ zählen meistens Kinder und Senioren.

Stunde am Morgen für Haushaltsaufgaben nutzen
Frühaufstehern wird von Scharnhorst geraten, sich schrittweise an die Winterzeit zu gewöhnen und in den ersten Tagen beispielsweise nur eine halbe Stunde statt einer ganzen Stunde später aufzustehen. Es sei jedoch noch besser, sich gar nicht an die Winterzeit zu gewöhnen, sondern zur gewohnten Sommerzeit ins Bett zu gehen und aufzustehen, um den Biorhythmus nicht durcheinanderzubringen. Die morgendliche Stunde könnte von den Frühaufstehern genutzt werden, etwa um Haushaltsaufgaben zu erledigen. Und am Abend kann ein kleiner Spaziergang oder Rad fahren die allzu frühe Müdigkeit vertreiben.

Fehlendes Tageslicht wirkt sich auf Hormonbildung aus
Weil es abends früher dunkel wird, wirkt sich das fehlende Tageslicht auch auf die Hormonbildung aus. Daher haben viele Menschen morgens Schwierigkeiten in Gang zu kommen. „Die lichtabhängigen Hormone, die uns wecken sollen, sind dann noch nicht da“, so Scharnhorst. Sie empfiehlt deshalb allen Schlaftypen, sich tagsüber und vor allem am Wochenende viel bei Tageslicht zu bewegen, um dem Winterblues vorzubeugen. Die Lichtmenge sei selbst bei bedecktem Himmel höher als im Büro oder der Wohnung. Berufstätige sollten die Mittagspause dazu nutzen, an die frische Luft zu kommen. Dies kurbelt darüber hinaus auch den Kreislauf an, aktiviert Körperzellen und kann somit das Immunsystem stärken.

Kalte Jahreszeit mit Käsefondue und Bratapfel zelebrieren
Die Expertin rät grundsätzlich dazu, die dunkle Jahreszeit positiv zu sehen und locker zu bleiben, wenn die Sonne weniger scheint. So könne es helfen, es sich zu Hause mit Kerzen und herbstlichen Zweigen gemütlich zu machen, sich mit Freunden zum Spieleabend zu verabreden und die kalte Jahreszeit mit Käsefondue, Glühwein und Bratapfel zu zelebrieren. Des Weiteren können denjenigen, die in den dunklen Monaten trotz viel Bewegung bei Tageslicht in trübe Stimmung verfallen, Tageslichtlampen helfen, die die kurze Sonnenscheindauer künstlich verlängern. Idealerweise sollten diese am späten Nachmittag eingeschaltet werden. Die Psychologin gibt jedoch zu bedenken: „Das muss aber nicht bei jedem wirken.“ (ad)

Bild: Jorma Bork / pixelio.de