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Das hormonelle Viagra Kisspetin soll bei Unlust helfen

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
26. Januar 2017
in News
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Studie: Ein Hormon kann Männern wieder zu einem erfüllten Sexualleben verhelfen
Gerade im voranschreitenden Alter bekommen einige Männer Probleme mit ihrem sexuellen Verlangen und ihrer Potenz. Für Betroffene gibt es jetzt anscheinend eine neue Möglichkeit, dieses Problem zu beheben. Forscher fanden heraus, dass ein bestimmtes Hormon das sexuelle Verlangen bei Betroffenen steigern kann und so wieder zu einem erfüllten Sexualleben führt.

Die Wissenschaftler des anerkannten Imperial College London stellten bei einer Untersuchung fest, dass eine Injektion des Hormons Kisspeptin zu einem erhöhten sexuellen Verlangen bei Männern führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Investigation“.

Hormon erhöht Tätigkeit in bestimmten Gehirnregionen
Im Alter schwindet bei manchen Männern das sexuelle Verlangen. Die Injektion eines bestimmten Hormons scheint diesem Vorgang rückgängig zu machen. Eine Studie an 29 jungen heterosexuellen Männern ergab, dass die Einnahme zu einer erhöhten Tätigkeit in dem Teil des Gehirns führt, welches normalerweise durch Romantik oder Erregung aktiviert wird, sagen die Experten.

Nach Hormon-Injektion reagiert Gehirn mehr auf erotische Einflüsse
Die Probanden mussten während der Studie zwei Sätze von Bildern betrachten. Der eine Satz Bilder war sexuell-erotisch ausgelegt, der andere Satz zeigte keine sexuell erregenden Bilder von Paaren. Bei den Freiwilligen konnte mit der Hilfe eines sogenannten MRT-Geräts (Magnet Resonanz Tomografie) eine erhöhte Tätigkeit im Teil des Gehirns beobachtet werden, welches durch Erregung aktiviert wird, wenn die Probanden die erotischen Fotos betrachteten. Dieser Effekt trat nicht auf, wenn die nicht-erotischen Kontrollbilder betrachtet wurden, erklären die Wissenschaftler.

Ergebnisse könnten das Sexualleben von vielen Paaren verbessern
Letztlich war das Ziel unserer Untersuchung herauszufinden, ob das Hormon Kisspeptin eine wirksame Behandlung für sogenannte psychosexuelle Störungen darstellt, erläutert der Hauptautor Professor Waljit Dhillo vom Department of Medicine des Imperial College London. Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen unserer Forschung und glauben, dass sie in Zukunft unzähligen Paaren bei ihrem Problem helfen könnten, fügt der Mediziner hinzu.

Das Gehirn spielt eine wichtige Rolle für das sexuelle Verlangen
Die meisten Untersuchungen über Unfruchtbarkeit oder Potenzprobleme konzentrieren sich primär auf die zugrunde liegenden biologischen Faktoren, sagen die Autoren der Studie. Natürlich sind körperliche Einflüsse wichtig bei der Fortpflanzung und dem dabei auftretenden sexuellen Verlangen, aber auch das Gehirn und verschiedene emotionale Prozesse spielen eine wichtige Rolle, erläutert Professor Dhillo. Und genau diese Vorgänge seien noch nicht vollständig geklärt und würden bisher nur teilweise verstanden.

Weitere Forschung ist nötig
Das Hormon ist natürlicherweise in allen Menschen vorhanden. Aus diesem Grund ist Kisspeptin auch einfach und sicher zu verwenden, erklären die Mediziner. Das Hormon sei eine interessante Möglichkeit zur Behandlung von sexuellen Störungen und kann eventuell sogar hilfreich bei der Behandlung von Depressionen sein, sagt Co-Autor Dr. Alexander Comninos vom Imperial College London. Allerdings würdem weitere Studien benötigt, um diese Ergebnisse genauer zu überprüfen.

Studienergebnis:
“Unsere Studie hat folgende Ergebnisse zu Tage gefördert: Kisspetin steigert die sexuelle und romantische Hirnaktivität. Zusätzlich bewirkt das Hormon das Abnehmen von negativen Stimmungen”, erläutert Dr. Comninos.

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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