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Erhöht Haare färben das Risiko für Krebs?

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
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6. September 2020
in News
Eine Frau färbt sich die Haare.
Kann Haare färben Krebs verursachen? Ein österreichisches Forschungsteam beleuchtet diesen Zusammenhang in der bislang größten Studie zu dem Thema. (Bild: Valua Vitaly/stock.adobe.com)
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Krebs durch Haare färben? Studie schlüsselt Risiken auf

Haarfärbemittel enthalten starke Chemikalien, die unter Verdacht stehen, das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen zu erhöhen, insbesondere für Brustkrebs und Blasenkrebs. Frühere Studien deuteten bereits auf eine erhöhte Krebsgefahr durch regelmäßiges Haarfärben hin. Ein Forschungsteam aus Österreich untersuchte diesen Zusammenhang nun genauer.

Forschende der MedUni Wien untersuchten in der bislang größten Studie dieser Art, ob mit dem regelmäßigen Färben der Haare ein erhöhtes Krebsrisiko einhergeht. Zu diesem Zweck wurden die Daten von 117.200 Frauen ausgewertet. Die Daten umfassten eine Zeitspanne von 36 Jahren. Die Ergebnisse zeigen zwar, dass häufiges Haarefärben in den meisten Fällen keine nennenswerten Einflüsse auf die verschiedenen Krebsarten hatte. Es gab aber auch einige Ausnahmen. Die Studienergebnisse wurden kürzlich im renommierten „British Medical Journal“ vorgestellt.

Krebsrisiko beim Haarefärben bislang nicht einschätzbar

Die Weltgesundheitsorganisation WHO listet die berufliche Exposition gegenüber Haarfärbemitteln, beispielsweise bei Friseurinnen und Friseuren, als wahrscheinlich krebserregend. Das persönliche Risiko durch das regelmäßige Färben von Haaren war bislang aufgrund ungenauer Studienlage jedoch nicht klassifizierbar.

In den meisten Fällen kein Krebs durch Haare färben

Forschende um Eva Schernhammer zeigten an einer großen amerikanischen Kohorte von Krankenpflegerinnen, dass regelmäßiges Haarefärben in den meisten Fällen keinen Einfluss auf das Krebsrisiko hat. „Die vorliegende prospektive Kohortenstudie bietet eine gewisse Beruhigung gegenüber Bedenken, dass der persönliche Gebrauch von permanenten Haarfärbemitteln mit einem erhöhten Krebsrisiko oder einer erhöhten Mortalität verbunden sein könnte“, erläutert Schernhammer.

Risiko scheint von der Haarfarbe abhängig zu sein

Eine gänzliche Freisprechung für Haarfärbemittel in Bezug auf das Krebsrisiko gab es jedoch nicht. „Trotzdem fanden wir auch einen positiven Zusammenhang für das Risiko einiger Krebsarten“, warnt Schernhammer. Die Forschenden berichten von einem Zusammenhang zwischen der persönlichen Verwendung von permanenten und besonders aggressiven Haarfärbemitteln und einem erhöhten Risiko für Basalzellkarzinome, Morbus Hodgkin, hormonrezeptor-negativen Brustkrebs und Eierstockkrebs.

Erstaunlicherweise scheint das Risiko beim Färben mit der natürlichen Haarfarbe zusammenzuhängen. So hatten Frauen mit dunklen Haaren ein höheres Risiko für Hodgkin-Lymphome durch das Haarefärben, wogegen bei Frauen mit hellem Haar ein erhöhtes Risiko für Basalzellkarzinome beobachtet wurde.

Einschränkung der Studienergebnisse

Die Forschenden weisen darauf hin, das die Daten nur von US-amerikanischen Frauen mit heller Hautfarbe stammen und möglicherweise nicht vollständig auf andere Populationen übertragbar sind. „Unsere Ergebnisse rechtfertigen eine weitere prospektive Validierung“, so Schernhammer. Diese müsse weitere Aspekte wie beispielsweise Nationalität, Anfälligkeit, Genetik, Art sowie Farbe des Färbemittels und weitere Faktoren beinhalten. Erst dann könne der Zusammenhang in Gesamtheit interpretiert werden. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • MedUni Wien: Haare färben und Krebsrisiko: größte Studie bisher (veröffentlicht: 03.09.2020), meduniwien.ac.at
  • Meir Stampfer, Bernard Rosner, Eva Schernhammer, u.a.: Personal use of permanent hair dyes and cancer risk and mortality in US women: prospective cohort study; in: British Medical Journal, 2020, bmj.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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