Die in Kaffee enthaltene Chlorogensäure kann Entzündungen des Zahnfleischs hemmen, die Beseitigung bakterieller Plaques unterstützen und Parodontitis entgegenwirken. Chlorogensäure zeigt damit vielversprechendes Potenzial zum Schutz der Zahngesundheit.
Ein japanisches Forschungsteam hat den potenziellen Nutzen von Chlorogensäure zur Verbesserung der Mundhygiene und zur Behandlung von Parodontitis untersucht. Die vielversprechenden Studienergebnisse sind in dem „Dentistry Journal“ veröffentlicht.
Parodontitis durch Mundbakterien
Unbehandelte Zahnfleischentzündungen können zu einer Parodontitis führen, die das Zahnhaltegewebe zerstört und langfristig zu einem Zahnverlust und weiteren Gesundheitsbeschwerden führen kann, erläutern die Forschenden.
Mundbakterien, die in einem Biofilm an den Zähnen anhaften, spielen bei der Erkrankung eine wesentliche Rolle. Dieser Zahnbelag lässt sich nur schwer vollständig entfernen und verändert mit der Zeit seine Zusammensetzung, wobei sich im späteren Stadium zahlreiche parodontale Krankheitserreger anreichern, so die Fachleute weiter.
Diese parodontalen Krankheitserreger seien mit herkömmlichen Mundhygieneinstrumenten wie Zahnbürsten in bestimmten Bereichen nur schwer zu erreichen und der zähflüssige Biofilm lasse sich zudem mittels mechanischer Plaqueentfernung nur schwer entfernen.
Chlorogensäure zur chemischen Plaqueentfernung?
Die Forschenden stellten sich daher die Frage, ob eine ergänzende chemische Bekämpfung mittels Chlorogensäure einen Beitrag leisten kann. Chlorogensäure ist unter anderem für ihre antibakteriellen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt.
In Laboruntersuchungen an Zahnfleischproben und gezogenen Zähnen von Personen mit Parodontitis untersuchten die Forschenden die Wirkung der Chlorogensäure auf die mRNA- und Proteinexpression von Entzündungszytokinen und die Proliferation oraler Bakterien.
Entzündungen gehemmt, Bakterien reduziert
Dabei zeigte sich eine Hemmung der mRNA- und Proteinexpression der Entzündungszytokine Interleukin (IL)-1β und IL-8 sowie eine reduzierte bakterielle Proliferation von Streptococcus mutans, Aggregatibacter actinomycetemcomitans, P. gingivalis und Fusobacterium nucleatum, berichtet das Team.
So deuten die Studienergebnisse insgesamt darauf hin, dass Chlorogensäure starke entzündungshemmende Wirkungen auf das Zahnfleisch und das sogenannte Parodontalligament entfaltet. Zugleich werden die pathogenen oralen Bakterien reduziert.
Option zur Parodontitis-Behandlung
Damit zeigt Chlorogensäure ein vielversprechendes Potenzial zur chemischen Plaqueentfernung und der Kaffee-Inhaltsstoff könnte einen wichtigen ergänzenden Beitrag bei der Parodontitis-Behandlung leisten. Bevor eine breite Anwendung in Betracht kommt, sind nun jedoch weitere Studien erforderlich, um die Wirkung zu überprüfen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Yuya Suzuki, Kosuke Maruyama, Masato Mikami, Soh Sato: Anti-Inflammatory Effects on Periodontal Tissue and Antibacterial Effects on Oral Bacteria of Chlorogenic Acid; Dentistry Journal (veröffentlicht 22.02.2026), mdpi.com
- James T. Ubertalli: Parodontitis; in: MSD Manuals (Stand 27.02.2026), msdmanuals.com
Wichtiger Hinweis:
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