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Antibiotika erhöhen Risiko psychischer Probleme bei Schwangeren

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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5. April 2026
in News
Schwangere Frau liegt auf dem Sofa und fast sich an den Kopf.
Die Einnahme von Antibiotika kann das psychische Wohlbefinden in der Schwangerschaft beeinträchtigen. (Bild: globalmoments/stock.adobe.com)
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Die Einnahme von Antibiotika im Vorfeld einer Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko für Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit bei schwangeren Frauen verbunden. Umso wichtiger ist ein zurückhaltender Einsatz der Medikamente.

Welchen Einfluss die Antibiotika-Einnahme auf die psychische Gesundheit in der Schwangerschaft hat, untersuchte ein japanisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „BMC Public Health“ veröffentlicht.

Antibiotika mit Nebenwirkungen

Dass Antibiotika nicht nur positive Effekte haben, sondern durchaus auch von Nebenwirkungen begleitet werden, ist lange bekannt. Insbesondere die Folgen für die Zusammensetzung der Darmflora und hieraus resultierende gesundheitliche Folgen stehen dabei im Vordergrund.

Neuere Studien haben die Einnahme von Antibiotika auch als einen potenziellen Risikofaktor für psychische Erkrankungen identifiziert und die Forschenden stellten sich daher die Frage, inwiefern die Anwendung von Antibiotika vor einer Schwangerschaft die psychische Gesundheit von Schwangeren belasten kann.

Denn bei Frauen zählen die sogenannten perinatalen Depressionen, die während der Schwangerschaft oder in der Zeit nach der Geburt auftreten, zu den häufigsten psychischen Erkrankung, und diese können nicht nur das Wohlbefinden der Mütter, sondern auch die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen, erläutert das Forschungsteam.

Folgen von Antibiotika vor der Schwangerschaft?

Anhand der Daten von 94.490 Schwangeren analysierten die Fachleute daher die Zusammenhänge zwischen der Antibiotika-Einnahme im Vorfeld von Schwangerschaften und dem psychischen Wohlbefinden während der Schwangerschaft.

Die Antibiotika-Einnahme der Teilnehmerinnen wurde für das Jahr vor Beginn der Schwangerschaft erhoben, wobei der Zeitraum vor der Empfängnis bis zur Feststellung der Schwangerschaft und der Zeitraum von der Feststellung der Schwangerschaft bis zur Studienteilnahme unterschiedenen wurde, berichtet das Team.

Anschließend erfolgte eine Einteilung in Frauen, die keine Antibiotika einnahmen, die in mindestens einem der beiden Untersuchungszeiträume Antibiotika einnahmen oder die in beiden Zeiträumen Antibiotika einnahmen.

Anhand einer speziellen Bewertungsskala erfassten die Forschenden zudem die psychische Belastung der Teilnehmerinnen zu verschiedenen Zeitpunkten der Schwangerschaft.

Erhöhtes Risiko psychische Belastung

Die Datenauswertung ergab, dass im Vergleich zu den Teilnehmerinnen ohne Antibiotika-Einnahme, die Frauen mit Antibiotika-Einnahme in einem der beiden Zeiträume vor der Schwangerschaft ein um sieben Prozent erhöhtes Risiko für schwere psychische Belastungen aufwiesen, schreiben die Forschenden.

Und bei Einnahme von Antibiotika in beiden Phasen vor der Schwangerschaft sei das Risiko für schwere psychische Belastungen bei den Schwangeren sogar um 50 Prozent gestiegen. Diese Zusammenhänge waren laut den Fachleuten unabhängig von anderen Einflussfaktoren wie zum Beispiel dem mütterlichen Alter, dem Body-Mass-Index, dem Bildungsniveau, dem Einkommen oder und psychiatrischen Vorerkrankungen.

„Wir stellten fest, dass die Antibiotikaeinnahme vor und während der Schwangerschaft mit psychischer Belastung im frühen bis mittleren Schwangerschaftsdrittel assoziiert war“, so der Studienautor Prof. Kenta Matsumura von der Aomori University of Health and Welfare.

Eine mögliche Erklärung für diese Ergebnisse seien die Veränderungen der Darmflora durch die Antibiotika-Einnahme. Allerdings bedeute dies nicht, dass man auf Antibiotika grundsätzlich verzichten sollte. „Es gibt Situationen, in denen Antibiotika unerlässlich sind“, betont Matsumura.

Unnötige Antibiotika-Einnahme vermeiden

Bei Frauen mit Kinderwunsch oder in der Frühschwangerschaft scheint es jedoch besonders ratsam, auf einen angemessenen Antibiotika-Einsatz zu achten und unnötige Verschreibungen zu vermeiden.

„Ein gesteigertes Bewusstsein für die Vermeidung unnötiger Verschreibungen kann auch aus Sicht der psychischen Gesundheit der Mutter relevant sein“, resümiert Prof. Matsumura. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Kenta Matsumura, Hitomi Inano, Junko Sakai, Kanako Shimada, Akiko Tsuchida, Hidekuni Inadera: Periconceptional antibiotic use and early- to mid-pregnancy psychological distress in a nationwide birth cohort: cross-sectional analysis from the Japan Environment and Children’s Study; in: BMC Public Health (veröffentlicht 10.01.2026), springer.com
  • University of Toyama: Influence of antibiotic use on mental health during pregnancy (veröffentlicht 01.04.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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