Kaffee enthält verschiedene bioaktive Verbindungen, die eine nachweisbare Wirkung gegen Leberzellkarzinome entfalten. Sie wirken wie ein koordiniertes epigenetisches Abwehrsystem und zeigen damit sowohl einen präventiven als auch einen therapeutischen Nutzen.
Über welche Mechanismen bioaktive Kaffeeinhaltsstoffe eine Wirkung gegen Leberzellkarzinome entfalten, haben Forschende des Kansai Medical University in einer aktuellen Übersichtsarbeit zusammengefasst. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Targets“ veröffentlicht.
Kaffeekonsum senkt Leberkrebs-Risiko
Leberzellkarzinome (hepatozelluläre Karzinome) entstehen oft aus chronischen Entzündungen infolge von Fettlebererkrankungen und Leberzirrhosen und sie bilden eine relativ häufige Krebstodesursache, erläutert das Forschungsteam.
Durch frühere epidemiologische Untersuchungen sei zudem ein starker, dosisabhängiger inverser Zusammenhang zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und dem Auftreten von Leberzellkarzinomen belegt. Dabei habe der Konsum von drei oder mehr Tassen Kaffee pro Tag das Risiko in einzelnen Studien um mehr als 50 Prozent reduziert.
Welche Mechanismen spielen eine Rolle?
Über welche konkreten molekularen Mechanismen regelmäßiger Kaffeekonsum vor Leberkrebs schützen kann, sei bisher allerdings unklar. Diese Lücke versuchten die Forschenden daher in der neuen Übersichtsarbeit zu schließen.
Dabei setzten sie den Fokus auf die sogenannte Nutriepigenomik beziehungsweise den Einfluss des Kaffees auf epigenetische Mechanismen, die eine Schutzwirkung vor Leberzellkarzinomen entfalten.
Koordiniertes epigenetisches Abwehrsystem
Die Fachleute berichten, dass die Verbindungen im Kaffee wie Chlorogensäuren und Diterpene und die mikrobiell gebildeten kurzkettige Fettsäuren über ihren Einfluss auf die DNA-Methyltransferasen, die Darm-Leber-Achse und die tumorunterdrückenden microRNA-Netzwerke eine Wirkung gegen Leberkrebs entfalten.
„Wir konnten zeigen, wie bioaktive Kaffeeinhaltsstoffe als koordiniertes epigenetisches Abwehrsystem wirken“, erläutert das Forschungsteam. Dabei hänge der Gehalt an den entsprechenden Verbindungen im Kaffee jedoch stark von der Zubereitungsmethode ab.
Zubereitung beeinflusst Schutzwirkung
Ungefilterte Zubereitungsmethoden wie zum Beispiel bei Espresso oder Kaffee aus der French Press enthalten deutlich höhere Konzentrationen der leberschützenden, fettlöslichen Diterpene (Cafestol und Kahweol), so die Fachleute weiter.
Insgesamt biete die vielschichtige Analyse der epigenetischen Auswirkungen des Kaffeekonsums eine solide Grundlage für die Integration gezielter Ernährungsinterventionen in die Prävention und Therapie von Leberzellkarzinomen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Nobuyuki Toshikuni, Masaaki Shimatani: Brewing Epigenetic Defense: Mechanisms of Coffee Bioactives in the Chemoprevention of Hepatocellular Carcinoma; in: Targets 29.04.2026), mdpi.com
Wichtiger Hinweis:
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