Grüntee könnte einen wichtigen Beitrag in der Krebstherapie leisten. So scheint der tägliche Konsum die Wirksamkeit von chemotherapeutischen Behandlungen deutlich zu verbessern.
Wie grüner Tee die Anti-Tumor-Wirkung des Chemotherapeutikums Paclitaxel beeinflusst, hat ein Forschungsteam von der Beijing Normal University in einer aktuellen Studie untersucht. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Grüntee zeigt krebshemmende Eigenschaften
Verschiedene frühere Untersuchungen deuteten bereits darauf hin, dass grüner Tee bei der Prävention und Behandlung von Krebs hilfreich sein kann. So kamen Forschende schon 2021 in einer Studie zu dem Schluss, dass grüner Tee DNA-Schäden repariert und Krebszellen zerstört.
Eine besondere Bedeutung wird dabei dem enthaltenen Epigallocatechin-3-Gallat (EGCG) zugeschrieben. Dies reduzierte in einer erst kürzlich veröffentlichten Forschungsarbeit das Tumorwachstum und förderte das Absterben von Krebszellen.
So erscheint EGCG als entscheidender Faktor dafür, weshalb Grüntee krebshemmende Eigenschaften entfaltet. Und die Studie deutete zudem darauf hin, dass grüner Tee auch die Wirkung von Chemotherapien verbessern könnte.
Wechselwirkungen mit Chemotherapien?
Welche konkreten Wechselwirkungen zwischen grünem Tee und dem Chemotherapeutikum Paclitaxel auftreten können und welche Auswirkungen dies auf die Behandlung von Brustkrebs hat, versuchten die Forschenden nun in Untersuchungen an Zellkulturen und an Mäusen zu ermitteln.
Dabei zeigte sich, dass Grüntee-Extrakt die Zytotoxizität von Paclitaxel sowohl in menschlichen als auch in murinen Brustkrebszellen signifikant verstärkte, berichtet das Team. Und bei den Mäusen habe der tägliche Konsum von grünem Tee die therapeutische Wirksamkeit von Paclitaxel bei Brustkarzinomen verbessert.
Vielversprechende Wirkung nachweisbar
„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Konsum von grünem Tee die Antikrebs-Wirksamkeit verstärkt und das pharmakokinetische Profil von Paclitaxel verändert“, erläutern die Forschenden. Dies seien wichtige Erkenntnisse, auch im Hinblick auf die zukünftige Forschung zu den Wechselwirkungen zwischen pflanzlichen Mitteln und Chemotherapien.
Insgesamt sprechen die jüngsten Studienergebnisse eindeutig für den Nutzen von grünen Tee bei der Krebsprävention und -therapie. Zudem lassen sich noch weitere Vorteile für die Gesundheit erhoffen, da Grüner Tee zum Beispiel auch mit einer Stärkung der Darmflora, einem Schutz der Hirnsubstanz und einem reduzierten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang gebracht wird.
Jedoch sollten auch die potenziellen nachteiligen Auswirkungen von grünem Tee nicht gänzlich außer Acht bleiben. Denn Grüner Tee ist zwar gesund, kann allerdings auch schaden, wie eine in dem „Journal of Herbal Medicine“ veröffentlichte Studie verdeutlicht. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Yubo Zhang, Na Du, Yingqian Ci, Shuai Lu, Shasha Xu, Huajun Li, Chang Qing, Qiaoling Chen, Yongfei Wang, Feifei Chen, Jinping Qiao, Mei Han: Green Tea Consumption Potentiates Paclitaxel Cytotoxic Efficacy in Vitro and Antitumor Efficacy in Vivo: A Pharmacodynamic and Pharmacokinetic Study; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 24.04.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Rui Sun, Yonghan Pan, Ning Yang, Bing Kang, Hong Xiao, Xianglong Tang, Taiping Li, Mengjie Zhao: Epigallocatechin-3-Gallate Suppresses Glioma by Targeting Integrin αvβ3/FAK/ERK Signaling Axis and Matrix Metalloproteinases; Phytotherapy Research (veröffentlicht 16.03.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Jing Zhao, Alan Blayney, Xiaorong Liu, Lauren Gandy, Weihua Jin et al.: EGCG binds intrinsically disordered N-terminal domain of p53 and disrupts p53-MDM2 interaction, in Nature Communications (veröffentlicht 12.02.2021), nature.com
- Anupam Sarma, Ratnali Bania, Malay K. Das: Green tea: Current trends and prospects in nutraceutical and pharmaceutical aspects; in: Journal of Herbal Medicine (veröffentlicht 24.07.2023), sciencedirect.com
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