Bei einem Schlaganfall ist schnelle Hilfe dringend geboten, doch hierfür gilt es, die Warnzeichen richtig zu deuten. Die sogenannte BEFAST-Methode hilft bei der Einordnung der Symptome.
Wie die möglichen Warnzeichen eines Schlaganfalls aussehen und welche Methode bei der Deutung helfen kann, erklären Fachleute der Mayo Clinic in einer aktuellen Pressemitteilung. Auch die wichtigsten Risikofaktoren und Ansätze zur Prävention werden benannt.
Schnelle Handeln entscheidend
Schlaganfälle sind eine der häufigsten Ursachen für schwere Behinderungen und Todesfälle. Sie treten auf, wenn die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen wird, entweder durch eine Blockade in einer Arterie oder durch eine Blutung im Gehirn, erläutern die Forschenden.
Schnelles Handeln und die sofortige Einleitung medizinischer Hilfe seien entscheidend, um das Risiko für bleibende Schäden und einen tödlichen Ausgang zu reduzieren.
„Bei der Schlaganfallbehandlung gilt: Zeit ist Hirn. Je früher eine Person medizinisch versorgt wird, desto größer ist die Chance, langfristige Behinderungen zu verringern und die Genesung zu fördern“, betont die Neurologin Dr. Josephine Huang von der Mayo Clinic.
Schlaganfall-Warnzeichen richtig deuten
Hierfür sei es zunächst wichtig, die Anzeichen einen Schlaganfalls wie ein herabhängendes Gesicht, Schwäche in Arm oder Bein, Sprachstörungen, Sehstörungen, Schwindelgefühl oder Gleichgewichtsverlust richtig zu deuten. Dabei könne das Akronym „BE FAST“ helfen.
- B — Balance (Gleichgewicht): Plötzlicher Verlust des Gleichgewichts oder der Koordination.
- E — Eyes (Augen): Plötzliche Sehstörungen oder Verlust der Sehkraft auf einem oder beiden Augen.
- F — Face drooping (Herabhängendes Gesicht): Eine Gesichtshälfte wirkt ungleichmäßig oder taub.
- A — Arm weakness (Armschwäche): Plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl in einem Arm.
- S — Speech difficulty (Sprachstörungen): Schwierigkeiten beim Sprechen oder beim Verstehen von Sprache.
- T — Time to call 911 (Zeit, den Notruf zu wählen): Sofortige medizinische Hilfe ist entscheidend.
Sobald die Symptome auftreten, sei eine notfallmedizinische Untersuchung angeraten, und nicht erst, wenn sich diese verschlimmern oder wieder abklingen.
Welche Behandlung hilft?
Ein Schlaganfall infolge eines Blutgerinnsels kann mittels gerinnselauflösender Medikamente oder minimalinvasiver Eingriffe behandelt werden. „Dabei handelt es sich um sogenannte endovaskuläre Verfahren“, erklärt Dr. Huang. Hierfür werde eine Führungsdraht durch ein Blutgefäß eingeführt, um das Gerinnsel zu entfernen und die Blutversorgung des Gehirns wiederherzustellen.
Bei hämorrhagischen Schlaganfällen, die durch eine Blutung im Gehirn verursacht werden, konzentriere sich die Behandlung auf die Blutdruckkontrolle, wobei in manchen Fällen auch eine chirurgische Entlastung des Hirndrucks in Frage komme.
So das Schlaganfall-Risiko senken
Um das Schlaganfall-Risiko zu senken, seien regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung wichtige Aspekte. Auch gelte es, mögliche Risikofaktoren zu identifizieren und diese zu vermeiden bzw. sie angemessen zu behandeln.
Zu diesen Risikofaktoren zählen laut den Fachleuten unter anderem Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht, hohe Cholesterinwerte und Vorhofflimmern und fast 90 Prozent aller Schlaganfälle seien durch das Management der Risikofaktoren und eine gesunde Änderung des Lebensstils vermeidbar.
„Diese Risikofaktoren zu identifizieren und sicherzustellen, dass sie angemessen behandelt werden, trägt maßgeblich dazu bei, einen Schlaganfall von vornherein zu verhindern“, resümiert Dr. Huang. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Mayo Clinic: Recognize the sudden warning signs of stroke — and BE FAST (veröffentlicht 29.05.2026), mayoclinic.org
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









