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Kognitive Beeinträchtigungen & verkürzte Lebenserwartung durch Einsamkeit

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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18. Juni 2026
in News
Einsamer alter Mann stützt sich auf Stock.
Einsamkeit im Alter ist mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und einer verkürzten Lebenserwartung verbunden. (Bild: LIGHTFIELD STUDIOS/stock.adobe.com)
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Einsamkeit kann die Gesundheit stärker belasten, als oft vermutet. So zeigt eine neue Studie, dass Einsamkeit im Alter nicht nur die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt, sondern auch mit einem schnelleren Abbau der körperlichen Gesundheit und einer verkürzten Lebenserwartung verbunden ist.

Welche Zusammenhänge zwischen Einsamkeit, sozialer Isolation, kognitiven Alterungsprozessen und dem Sterberisiko bestehen, hat ein Forschungsteam um Prof. Tomiko Yoneda von der University of California, Davis untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of Personality and Social Psychology“ veröffentlicht.

Einsamkeit belastet die Gesundheit

Aus früheren Untersuchungen war bereits bekannt, dass Einsamkeit verschiedene negative Effekte auch die Gesundheit haben kann. Beispielsweise kam eine Studie aus dem letzten Jahr zu dem Schluss, dass Einsamkeit das Risiko für Hörverlust erhöht und eine andere Forschungsarbeit hat Einsamkeit allgemein mit erhöhten Krankheitsrisiken in Zusammenhang gebracht.

Allerdings blieb bislang unklar, ob eher die empfundene Einsamkeit oder die tatsächliche soziale Isolation zu diesen Ergebnissen beitragen. „Einsamkeit ist eine subjektive Wahrnehmung (und) man kann von einer Menschenmenge umgeben sein und sich dennoch einsam fühlen, während Isolation lediglich bedeutet, allein zu sein“, erläutert Prof. Yoneda.

Diese soziale Isolation sei bei manche Menschen jedoch nicht mit dem Gefühl der Einsamkeit verbunden und sie seien mit ihrem Alleinsein offenbar vollkommen zufrieden.

Welche Folgen haben Einsamkeit & soziale Isolation?

Anhand der Daten von rund 175.000 Personen im Alter über 50 Jahren untersuchten die Forschenden daher nun, inwiefern Einsamkeit und soziale Isolation mit den kognitiven Alterungsprozesse und dem Sterberisiko zusammenhängen.

Das Team analysierte dabei die Auswirkungen von Einsamkeit und sozialer Isolation sowohl gemeinsam als auch getrennt.

Kognitive Beeinträchtigungen & verkürzte Lebenserwartung

Die Datenauswertung ergab, dass Einsamkeit durchweg mit einem höheren Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und einer kürzeren Lebenserwartung verbunden war, selbst unter Berücksichtigung der sozialen Isolation, berichten die Forschenden.

Indes sei soziale Isolation alleine nicht eindeutig mit kognitiven Beeinträchtigungen verbunden und sie habe nur einen schwachen Zusammenhang mit einer verkürzten Lebensdauer gezeigt.

Im Detail betrachtet, habe ein Anstieg der Angaben zu Einsamkeitsgefühlen um zehn Prozent die Wahrscheinlichkeit für schwere kognitive Beeinträchtigungen um acht Prozent und das Risiko für den Übergang von einem Zustand ohne Beeinträchtigung zu einer leichten kognitiven Beeinträchtigung um neun Prozent erhöht.

Auch sei Einsamkeit mit einer reduzierten Wahrscheinlichkeit für die Erholung nach leichten kognitiven Beeinträchtigung verbunden, was die Vermutung nahe lege, dass die Linderung von Einsamkeit für die Genesung wichtig sein könnte.

„Einsamkeit mag zwar in den frühen Stadien kognitiver Beeinträchtigung besonders stark ausgeprägt sein, sie stellt jedoch auch dann noch einen Risikofaktor dar, wenn die Beeinträchtigung bereits fortgeschritten ist“, erklärte die Studieautorin Prof. Eileen K. Graham von der Northwestern University.

Bei einsameren Menschen sei die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich der Zustand zu einem schwereren Stadium entwickelt, und geringer, dass eine Erholung eintrete.

Insgesamt deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass aktive Maßnahmen zur Linderung der Einsamkeit einen hilfreichen Beitrag zum Schutz der kognitiven Fähigkeiten und zur Erhöhung der Lebenserwartung leisten könnten. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Tomiko Yoneda, et al.: Is my loneliness killing me? Effects of loneliness and social isolation on transitions between cognitive status categories and death; in: Journal of Personality and Social Psychology (veröffentlicht 15.06.2026), psycnet.apa.org
  • University of California - Davis: Loneliness drives cognitive impairment, can lead to shorter life, study suggests (veröffentlicht 16.06.2026), eurekalert.org
  • Yunlong Song, Andrew Steptoe, Honghao Yang, Zheng Ma, Lizhi Guo, et al.: Loneliness and Risk of Incident Hearing Loss: The UK Biobank Study; in: Health Data Science (veröffentlicht 02.05.2025), science.org
  • Seun Ikugbayigbe, Uzoamaka Nwosu, Miriam Michael, Kakra Hughes, Temitope Ogundare, et al.: The impact of loneliness on depression, mental health, and physical well-being; in: PLOS ONE (veröffentlicht 09.07.2025), journals.plos.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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