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Bauchfett beschleunigt Gehirnalterung

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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28. Juli 2026
in News
Frau fasst sichmit beiden Händen an ihr Bauchfett.
Übermäßige Fettansammlungen im Bauchbereich können dem Gehirn schaden und zu kognitiven Beeinträchtigungen führen. (Bild: Charlie's/stock.adobe.com)
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Übergewicht kann die Gesundheit des Gehirns belasten, wobei dies allerdings stark abhängig von der Fettverteilung ist. So scheint insbesondere die Ansammlung von viszeralem Fett (Bauchfett) die Gehirnalterung erheblich zu beschleunigen.

Ein Forschungsteam um Prof. Anqi Qiu von der Hong Kong Polytechnic University hat den Einfluss der Fettansammlungen in verschiedenen Körperregionen auf die Gehirngesundheit und die kognitiven Fähigkeiten untersucht. Die aufschlussreichen Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Nature Mental Health“ veröffentlicht.

Übergewicht belastet das Gehirn

Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit) können die Gesundheit auf zahlreichen Ebenen belasten und auch negative Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten und die Gesundheit des Gehirns wurden bereits in früheren Untersuchungen nachgewiesen.

Beispielsweise kamen Forschende der University of Sheffield und der University of Eastern Finland schon 2020 in einer Studie zu dem Schluss, dass Übergewicht neuronale Schäden begünstigt und die Anfälligkeit für Alzheimer erhöht.

Verschiedene weitere Forschungsarbeiten deuteten in eine ähnliche Richtung, wobei grundsätzlich meist der Body-Mass-Index (BMI) zur Bewertung von Übergewicht und Adipositas herangezogen wurde.

Fettverteilung bisher unbeachtet

Der BMI hat nach Ansicht des Teams um Prof. Anqi Qiu jedoch Schwächen und er werde der Komplexität der unterschiedlichen Fettverteilung bei Adipositas nicht gerecht.

Anhand der Daten von mehr als 18.000 Teilnehmenden der UK Biobank analysierten die Fachleute daher nun den Einfluss der Fettansammlung in verschiedenen Körperregionen (gemessen mittels Dual-Energy-Röntgenabsorptiometrie; DXA) auf die Gehirnstruktur, die funktionelle Konnektivität und die kognitive Leistungsfähigkeit.

Viszerales Fett ein Risikofaktor

Die Fettansammlungen an Armen, Beinen, dem Rumpf sowie in den viszeralen Regionen zeigten unterschiedliche Auswirkungen auf die Hirnmorphologie, die funktionelle Konnektivität und die Integrität der weißen Substanz in verschiedenen neuronalen Systemen, wie beispielsweise dem limbischen oder dem subkortikal-zerebellären System, berichtet das Team.

Das viszerale Fett stehe dabei als einzige Fettart direkt mit einer beeinträchtigten Integrität der weißen Substanz im Gehirn in Verbindung, die wesentlichen Einfluss auf die Übertragung neuronaler Signale habe und deren Schädigungen auch mit den krankheitsbedingten Mechanismen vaskulär bedingter kognitiver Beeinträchtigungen zusammenhänge.

Insgesamt beschleunigten die viszeralen Fettansammlungen die Gehirnalterung und sie förderten den Abbau der kognitivem Leistungsfähigkeit in den Bereichen Denken, Exekutivfunktionen, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnis, erläutern die Forschenden.

Die Auswirkungen des viszeralen Fetts seien dabei vermutlich auf die Förderung chronischer Entzündungsprozesse zurückzuführen, wodurch auch Entzündungen des zentralen Nervensystems (Neuroinflammation) auftreten können.

Fettverteilung bei Risikobewertung beachten

„Mit den Fettansammlungen in verschiedenen Körperregionen gehen völlig unterschiedliche Veränderungsmuster im Gehirn einher, die sich allein anhand des Körpergewichts oder des BMI nicht erfassen lassen“, betont Prof. Qiu.

Die Fettverteilung bei Adipositas zu berücksichtigen, könnte demnach eine deutlich bessere Einschätzung des Risikos kognitiver Beeinträchtigungen und neurodegenerativer Erkrankungen ermöglichen.

Zudem liefern die Studienergebnisse eine neue wissenschaftliche Grundlage für die Erforschung der Zusammenhänge zwischen Adipositas und Alzheimer, vaskulärer Demenz sowie anderen altersbedingten Gehirnerkrankungen, resümieren die Forschenden. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Die Zhang, Yingji Fu, Chenye Shen, Chaoqiang Liu, Nanguang Chen, Hua Cao, Kui Kai Lau, Anqi Qiu: Regional adiposity shapes brain and cognition in adults; in: Nature Mental Health (veröffentlicht 15.10.2025), nature.com
  • The Hongkong Polytechnic University: PolyU research reveals fat distribution as key to brain health, with visceral fat accumulation significantly accelerating brain ageing and showing much stronger association than BMI (veröffenticht 23.07.2026), polyu.edu.hk
  • Manmohi D. Dake, Matteo De Marco, Daniel J. Blackburn, Iain D. Wilkinson, Anne Remmes et al.: Obesity and Brain Vulnerability in Normal and Abnormal Aging: A Multimodal MRI Study, in The Journal of Alzheimer's Disease Reports (veröffentlicht 21.12.2020), content.iospress.com

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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