Bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen könnte ein Pflanzenstoff aus dem chinesischen Süßholz (Glycyrrhiza uralensis) einen wichtigen Beitrag zu Behandlung leisten. So fördert Liquiritigenin offenbar den Abbau des Leberfetts.
Forschende der Central South University (China) haben in einer aktuellen Studie untersucht, ob Liquiritigenin eine Linderung der Leberverfettung bewirken kann und welche spezifischen molekularen Mechanismen dabei eine Rolle spielen. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Pflanzliche Wirkstoffe zur Therapie
Bei nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen gilt die Ernährung als wesentlicher Faktor und zum Beispiel werden hochverarbeitete Lebensmittel mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Zusammenhang gebracht.
Gezielte Anpassungen der Ernährung bieten demnach einen durchaus erfolgversprechenden Ansatz zur Prävention und Therapie. Ebenso sind der Abbau von Übergewicht und ausreichend Bewegung wesentliche Säulen der Behandlung.
Darüber hinaus werden ergänzende Behandlungsansätze, die den Abbau von überschüssigem Leberfett unterstützen können, jedoch weiterhin dringend gesucht, und pflanzliche Verbindungen sind hier seit einigen Jahren verstärkt in den Fokus der Forschung gerückt.
Beispielsweise kam eine erst kürzlich veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass Cannabis-Inhaltsstoffe die Leber schützen können und eine andere Forschungsarbeit belegt, dass der Pflanzenstoff Corosolsäure die Leberverfettung nachweisbar senkt.
Wie hilfreich ist Liquiritigenin?
Das chinesische Süßholz wird seinerseits in der traditionellen chinesischen Medizin gegen unterschiedliche Beschwerden eingesetzt und das enthaltene Liquiritigenin findet nicht nur als zuckerfreier, natürlicher Süßstoff Verwendung, sondern wurde in früheren Studien auch mit einem Schutz vor Leberschäden in Zusammenhang gebracht.
Inwiefern Liquiritigenin zu einer Linderung ernährungsbedingter Leberverfettung beitragen kann und welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen, hat das chinesische Forschungsteam nun anhand von Zellversuchen und an Mäusen untersucht. Insbesondere lag der Fokus auf der Lipolyse (Aufspaltung von Fetten) und der Lipophagie (Abbau von Fetten).
Lipolyse & Lipophagie verbessert
Sowohl in vivo als auch in vitro zeigte sich, dass Liquiritigenin die übermäßige Lipidakkumulation in der Leber verringerte und die Lipolyse sowie die Lipophagie steigerte, berichtet das Team.
Zudem beobachteten die Fachleute eine veränderte Aktivierung bestimmter Gene, die die Produktion von Proteinen steuern, welche ebenfalls im Zusammenhang mit der Lipolyse und der Lipophagie stehen.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass Liquiritigenin den Abbau überschüssigen Leberfetts durch die Aktivierung der Lipolyse und Lipophagie fördert, wobei die Regulation der sogenannten „PLIN2-ATGL-Signalübertragung“ eine wesentliche Rolle spielt, fassen die Forschenden zusammen.
Die pflanzliche Verbindung könnte damit einen wichtigen Beitrag zur Therapie von Fettlebererkrankungen leisten und beispielsweise könnte Liquiritigenin auch als funktioneller Bestandteil in Lebensmitteln verarbeitet werden, ergänzt das Forschungsteam. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Zhuoya Xu, Jingmiao Chen, Hong Qin, Yansong Fu, Cunqi Lv, Zhipeng Wang, Xi Liu, Wenya Zheng: Liquiritigenin Ameliorates High-Fat Diet-Induced Hepatic Steatosis by Promoting Lipid Droplet Catabolism via PLIN2-ATGL Regulation; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 31.08.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Jeyakumar Balakrishnan, Suganya Kannan, Mahendran Ramasamy, Barathane Datchanamurthy, Prithiviraj Nagarajan: Cannabis and liver health: exploring the gut-liver axis and the role of the gut microbiota; in: Journal of Herbal Medicine (veröffentlicht 22.07.2026), sciencedirect.com
- Chenlu Wang, Jiandong Wang, Litao Wang, Wanmei Zhou, Qi Gu, Mingyue Xu, Thomas Efferth, Yujie Fu: Corosolic acid alleviates hepatic metabolic disorders by regulating de novo lipogenesis and bile acid metabolism pathways in HFD-induced MASLD; in: Phytomedicine (veröffentlicht 20.07.2026), sciencedirect.com
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