Die verschiedenen Cannabis-Inhaltsstoffe wie Cannabidiol (CBD), Tetrahydrocannabinol (THC), Tetrahydrocannabivarin (THCV) und Cannabigerol (CBG) können über ihren Einfluss auf die Darmflora und die Darm-Leber-Achse auch der Lebergesundheit zugutekommen.
Welche Auswirkungen die Phytocannabinoide auf die Leber haben und welche Mechanismen dabei eine Rollen spielen, hat ein indisches Forschungsteam in einer aktuellen Übersichtsarbeit untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Journal of Herbal Medicine“ nachzulesen.
Reduziertes Fettleber-Risiko
Frühere Untersuchungen deuteten bereits darauf hin, dass Cannabiskonsum das Risiko nichtalkoholischer Fettlebererkrankungen signifikant senkt und eine erst vor wenigen Monaten veröffentlichte Studie kam zu dem Schluss, dass CBD und CBG aus Cannabis gegen Fettlebererkrankungen helfen können.
Die nichtalkoholische Fettleber (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung; MASLD) zählt zu den häufigsten chronischen Lebererkrankungen, aber auch alkoholassoziierte Lebererkrankungen und die Virushepatitis spielen in Bezug auf die potenziellen Gefährdungen der Lebergesundheit eine wesentliche Rolle.
Wirkung über Darmflora & Endocannabinoid-System?
Bekanntermaßen ist bei den chronischen Lebererkrankungen das hepatische Endocannabinoid-System (ECS) oft destabilisiert, wobei dieses durch die Darmmikrobiota beeinflusst und die hepatische Homöostase über die Darm-Leber-Achse reguliert wird, erläutert das Forschungsteam.
Inwiefern die Cannabis-Inhaltsstoffe über ihren Einfluss auf die Darmflora und das ECS eine Wirkung gegen die verschiedenen Lebererkrankungen entfalten können, haben die Fachleute nun auf Basis einer Auswertung der verfügbaren Studien ermittelt.
CBD, THCV & CBG hepaprotektiv
Dabei zeigte sich, dass CBD, THCV und CBG unter anderem über ihren Einfluss auf mehrere Rezeptoren eine hepatoprotektive Wirkung erzielen, berichten die Forschenden.
Zudem bewirken die Phytocannabinoide laut den Fachleuten Veränderungen der Darmflora, wie eine Anreicherung von Akkermansia, Lactobacillus und anderen Bakterien, die kurzkettige Fettsäuren produzieren.
Dies habe wiederum positive Auswirkungen auf die Integrität der Darmbarriere, den portalen Lipopolysaccharid (LPS)-Fluss und die Gallensäure-Signalübertragung, wovon nachgelagert auch die Lebergesundheit profitiere.
Einfluss auf die Darm-Leber-Achse
Präklinische Untersuchungen und Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass die Cannabis-Inhaltsstoffe über die Modulation des hepatischen Endocannabinoid-Systems und der Darm-Leber-Achse zum Schutz der Leber beitragen können, resümieren die Forschenden.
Allerdings seien weitere große randomisierte, kontrollierte Studien mit standardisierten Formulierungen, Mikrobiom-bezogenen primären Endpunkten und leberspezifischen histologischen Befunden erforderlich, bevor eindeutige Empfehlungen für Anwendung der Phytocannabinoide ausgesprochen werden können. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Jeyakumar Balakrishnan, Suganya Kannan, Mahendran Ramasamy, Barathane Datchanamurthy, Prithiviraj Nagarajan: Cannabis and liver health: exploring the gut-liver axis and the role of the gut microbiota; in: Journal of Herbal Medicine (veröffentlicht 22.07.2026), sciencedirect.com
- Radka Kočvarová, Shahar Azar, Bella Agranovich, Ifat Abramovich, Saveliy Kirillov, Alina Nemirovski, Saja Baraghithy, Inbar Plaschkes, Emmanuelle Merquiol, Alexander Rouvinski, Galia Blum, Liad Hinden, Joseph Tam: Cannabidiol and Cannabigerol Ameliorate Steatotic Liver Disease via Phosphocreatine Buffering and Lysosomal Restoration; in: British Journal of Pharmacology (veröffentlich 06.03.2026), onlinelibrary.wiley.com
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