Verschiedene Pflanzenstoffe können einen signifikanten Beitrag zur Prävention und Therapie von Bluthochdruck leisten. Dabei wirken die pflanzlichen Verbindungen wie Quercetin und Curcumin über mehrere miteinander verknüpfte Effekte.
Welche Pflanzenstoffe eine Wirkung gegen Bluthochdruck entfalten und welche Mechanismen dabei eine Rolle spielen, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Übersichtsarbeit untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Pflanzenstoffe zur Blutdrucksenkung?
Zahlreiche frühere Studien haben pflanzliche Verbindungen wie Flavonoide, Terpenoide und Alkaloide bereits mit vorteilhaften Effekten auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit in Zusammenhang gebracht und dabei auch positive Auswirkungen auf den Blutdruck aufgezeigt.
Beispielsweise kam eine Forschungsarbeit vor zwei Jahren zu dem Schluss, dass der Pflanzenwirkstoff Berberin vaskuläre Dysfunktionen lindert und den Blutdruck senkt und für zahlreiche weitere Pflanzenstoffe sind ähnliche Wirkungen dokumentiert. Allerdings bleiben die zugrundeliegenden Mechanismen bisher weitgehend unklar.
Welche Pflanzenstoffe über welche Wirkmechanismen einen Einfluss auf den Blutdruck haben, versuchten die Forschenden daher nun anhand einer Auswertung der verfügbaren Studien zu ermitteln. Der Schwerpunkt lag dabei unter anderem auf den physiologischen Regulationsmechanismen und den beteiligten zentralen Signalwegen.
Welche Pflanzenstoffe zeigen Wirkung?
Die Forschenden untersuchten die Wirkung von Flavonoiden, Terpenoiden, Alkaloiden, Phenylpropanoide, Kohlenhydraten und anderen pflanzliche Verbindungen und konnten dabei für einige Pflanzenstoffe deutliche Effekte gegen Bluthochdruck feststellen.
Unter anderem zeigen die Flavonoide Quercetin, Hesperidin, Luteolin und Kaempferol eine signifikante Wirkung gegen Bluthochdruck, berichtet das Team.
Bei den Alkaloiden werden zum Beispiel verschiedene Ginsenoside, Berberin, Limonin, Sclareol und Carvacrol als wirksame Blutdrucksenker genannt und bei den anderen pflanzlichen Verbindungen sind beispielsweise Resveratrol und Curcumin als effektive Wirkstoffe beschrieben.
Multitarget-Wirkung der Pflanzenstoffe
Dabei wirken die Pflanzenstoffe laut den Fachleuten über verschiedene Signalwege und neben den direkten Effekten auf den Blutdruck, seien auch indirekte Effekte beteiligt wie positive Veränderungen des Stoffwechsels und der Darmflora, die Hemmung von Entzündungen und oxidativem Stress.
„Bioaktive Inhaltsstoffe pflanzlichen Ursprungs bieten aufgrund ihrer Wirkung auf mehrere Zielstrukturen und Signalwege neuartige Strategien für das Management von Bluthochdruck“, betonen die Forschenden.
Insbesondere die Multitarget-Wirkung biete dabei einen wichtigen Vorteil gegenüber den bisher verfügbaren Bluthochdruck-Medikamenten. Allerdings werde auch die klinische Anwendung durch diese Komplexität der Wirkmechanismen erschwert.
Herausforderungen bei der Anwendung
Zudem bilde die geringe Bioverfügbarkeit eine Herausforderung bei der medizinischen Nutzung und es bedürfe verbesserter Verabreichungssysteme (zum Beispiel „Nanocarrier“), um eine stärkere blutdrucksenkende Wirkung zu erzielen, ergänzen die Forschende.
Insgesamt erscheinen Pflanzenstoffe wie Berberin, Quercetin, Curcumin und Resveratrol dennoch als äußerst vielversprechende Wirkstoffe zur Prävention und Behandlung von Bluthochdruck, wobei nun weitere klinische Studien erforderlich bleiben, um deren Nutzen in der Praxis zu überprüfen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Qiqi Deng, Yonglin Zhang, Jing Pan, Jing Luo, Hualin Sun, Chaonian Li, Li Li: Multitarget Regulatory Mechanisms and Research Advances of Plant-Derived Bioactive Ingredients in Hypertension Prevention and Management; in: Phytotherapy Reserch (veröffentlicht 20.08.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Zhichao Wang, Yijia Shao, Fang Wu, Dangu Luo, Guoyifan He, Jianwen Liang, Xiaoqing Quan, Xiehui Chen, Wenhao Xia, Ye Chen, Yue Liu, Long Chen: Berberine ameliorates vascular dysfunction by downregulating TMAO-endoplasmic reticulum stress pathway via gut microbiota in hypertension; in: Microbiological Research (veröffentlicht 20.07.2024), sciencedirect.com
Wichtiger Hinweis:
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