Bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis kann die traditionelle chinesische Medizin (TCM) einen äußerst hilfreichen Beitrag leisten. Verschiedene TCM-Präparate zeigen nachweisbar signifikanten therapeutischen Nutzen.
Inwiefern die TCM zur Linderung der rheumatoiden Arthritis beitragen kann, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Übersichtsarbeit dargelegt. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlich.
Pflanzenstoffe könnten helfen
Die rheumatoide Arthritis zählt zu den häufigsten entzündlichen Gelenkerkrankung und obwohl sich die Behandlungsoptionen in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert haben, sind natürliche Wirkstoffe, die ohne größere Nebenwirkungen zur Linderung der Beschwerden beitragen können, weiterhin dringend gesucht.
Insbesondere die Pflanzenheilkunde könnte hier wirksame Ansätze bieten, wie auch eine Studie aus dem vergangenen Jahr belegt, in der Ingwer, Kurkuma, Rotwurzel-Salbei und die Wilfords Dreiflügelfrucht als Heilpflanzen für die Therapie der rheumatoiden Arthritis identifiziert wurden.
Die TCM greift ihrerseits bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis auf verschiedene pflanzliche Präparate zurück und die Forschenden haben nun anhand der bisher verfügbaren Studien, die Wirkung der unterschiedlichen TCM-Präparate bewertet.
TCM-Präparate wirken nachweisbar
Präklinische Untersuchungen belegen, dass bioaktive Verbindungen und pflanzliche Rezepturen aus TCM-Präparaten wie der Wirkstoff Triptolid (aus der Wilfords Dreiflügelfrucht) und die Xinfeng-Kapseln (Kombinationspräparat aus verschiedenen Wirkstoffen) wirksam in die komplexe Pathogenese der rheumatoiden Arthritis eingreifen, berichtet das Forschungsteam.
Die Präparate erzielen ihre Wirkung laut den Fachleuten unter anderem durch die Unterdrückung proinflammatorischer Zytokine, starke antioxidative Eigenschaften, die Hemmung der pathologischen Angiogenese und positive Veränderungen der Darmflora.
Besonders hervorzuheben sei zudem die Rolle nicht-kodierender RNAs (ncRNAs) als Mediatoren der therapeutischen Wirkungen. Als wirksame TCM-Präparate benennen die Forschenden unter anderem:
- Tripterygium wilfordii (Wilfords Dreiflügelfrucht),
- Scutellaria baicalensis (Baikal-Helmkraut),
- Paeonia lactiflora (Milchweiße Pfingstrose),
- Ligusticum chuanxiong (Szechuan-Liebstöckel),
- Sinomenium acutum (Chinesische Mondsame),
- und Aconitum carmichaelii (Herbsteisenhut).
Verbesserte Gelenkfunktionen & reduzierte Krankheitsaktivität
Der therapeutische Nutzen werde auch durch eine wachsende Anzahl randomisierter kontrollierter Studien und Kohortenstudien belegt, wobei die TCM-Präparate mit Verbesserung der Gelenkfunktion und einer Reduzierung der Krankheitsaktivität in Zusammenhang gebracht werden, erläutert das Forschungsteam.
Die TCM biete insgesamt wertvolle Ansatzpunkte für die Arzneimittelentwicklung und für integrative Behandlungsstrategien gegen rheumatoide Arthritis. Nun seien weitere Studien zu spezifischen molekularen Zielstrukturen, optimalen Rezepturen und langfristigen klinischen Ergebnissen erforderlich. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Jianting Wen, Jian Liu, Lei Wan, Fanfan Wang, Yang Li: Therapeutic Properties and Underlying Mechanisms of Traditional Chinese Medicine in Managing Rheumatoid Arthritis: An Integrative Review of Clinical and Molecular Findings; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 18.08.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Julia Piekarz, Natalia Picheta, Jakub Pobideł, Karolina Daniłowska, Paulina Gil-Kulik: Phytotherapy as an adjunct to the treatment of rheumatoid arthritis - a systematic review of clinical trials; in: Phytomedicine (veröffentlicht 25.09.2025), sciencedirect.com
Wichtiger Hinweis:
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