Eine spezielle Gallensäure erscheint als effektiver Wirkstoff gegen nichtalkoholische Fettlebererkrankungen. So kann Hyodeoxycholsäure offenbar über zwei verschiedene Mechanismen die Leberverfettung senken.
Welchen Einfluss Hyodeoxycholsäure auf die Fettansammlungen in der Leber hat und welche Mechanismen dabei eine Rollen spielen, hat ein internationales Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Cell Reports“ veröffentlicht.
Weit verbreitete Gesundheitsgefahr
Nichtalkoholische Fettlebererkrankungen (Metabolische Dysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung; MASLD) betreffen rund ein Viertel der Erwachsenen weltweit und sie können langfristig nicht nur die Lebergesundheit gefährden, sondern sind auch mit einem erhöhten frühzeitigen Sterberisiko verbunden, wie eine Forschungsarbeit aus dem vergangenen Jahr belegt.
Effektive Ansätze zu Therapie sind daher weiterhin dringend gesucht und Gallensäuren wurden in führen Studien bereits als mögliche Ansätze zur Senkung des Leberfetts identifiziert.
Die Forschenden überprüften daher nun an Mäusen die Wirkung einer speziellen Gallensäure (Hyodeoxycholsäure) auf die Leberverfettung. Hierfür erhielten die Nager eine fettreiche Ernährung, die eine Fettleber induziert, und parallel wurde den Tieren Hyodeoxycholsäure verabreicht.
Deutliche Wirkung nachweisbar
Dabei zeigte sich, dass Hyodeoxycholsäure den Blutzuckerspiegel sowie die Menge der gespeicherten Triglyceride (Fett) in der Leber senkt und die Leberfunktion verbessert, ohne das Körpergewicht der Mäuse zu beeinflussen, berichtet das Team. Dies deute darauf hin, dass die Reduzierung des Leberfetts nicht auf einen Gewichtsverlust zurückzuführen ist.
Außerdem konnten die Forschenden nachweisen, dass Hyodeoxycholsäure die Aktivität des Proteins PPARα erhöht, das seinerseits Gene steuert, die am Abbau von Fettsäuren beteiligt sind. Dabei hat Hyodeoxycholsäure PPARα über zwei Signalwege aktiviert.
Erstens durch Erhöhung der Anzahl invarianter natürlicher Killer-T-Zellen (iNKT-Zellen) in der Leber, die Interferon-γ (IFN-γ) ausschütten, das wiederum als Signalmolekül PPARα in den Leberzellen aktiviert, erklären die Fachleute.
Zweitens habe Hyodeoxycholsäure auch den Spiegel von Glucagon-like Peptide-1 (GLP-1) erhöht, einem Darmhormon, das den Stoffwechsel reguliere und das den weiteren Untersuchungsergebnissen zufolge ebenfalls durch Aktivierung von PPARα eine Reduzierung des Leberfetts bewirke.
Wirkung über zwei Signalwege
Die Gallensäure könnte demnach über zwei unterschiedliche Signalwege zur Senkung des Leberfetts beitragen und zeigt damit vielversprechendes therapeutisches Potenzial gegen nichtalkoholische Fettlebererkrankungen, resümieren die Forschenden.
„Sowohl Hyodeoxycholsäure als auch der GLP-1-Rezeptoragonist Liraglutid zeigten bei Mäusen eine starke antisteatotische Wirkung, die PPARα-abhängig war“, ergänzt der Studienautor Prof. Takashi Miki von der Chiba University in Japan. Nun gilt es daher, die Wirkung auch in klinischen Studien an Menschen zu überprüfen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Eunyoung Lee, Ryo Hatano, Mariko Takami, Masanori Fujimoto, Hayato Yoshikawa, Yukihiro Endo, Ryo Koyama-Nasu, Atsushi Onodera, Jing Li, Sergio Rodriguez-Cuenca, Sonia Rodriguez-Fdez, Ioannis Kamzolas, Yu-Hung Lin, Guillaume Bidault, Tomoe Noda, Hitoshi Shimano, Motoko Y. Kimura, Shinichiro Motohashi, Tomoaki Tanaka, Antonio Vidal-Puig, Takashi Miki: Hyodeoxycholic acid suppresses hepatic steatosis in a PPARα-dependent manner via distinct GLP-1- and iNKT cell-mediated pathways; in: Cell Reports (veröffentlicht 25.08.2026), cell.com
- Chiba University: A bile acid shows potential for reducing liver fat (veröffentlicht 17.09.2026), eurekalert.org
- Gabriel Issa, Ying Shang, Rickard Strandberg, Hannes Hagström, Axel Wester: Cause-specific mortality in 13,099 patients with metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease in Sweden; in: Journal of Hepatology (veröffentlicht 24.03.2025), journal-of-hepatology.eu
Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.









