Ein Flavonoid aus der Wurzel des Baikal-Helmkrauts könnte einen wichtigen Beitrag bei der Behandlung von Ösophaguskarzinomen (Speiseröhrenkrebs) leisten. Der Pflanzenstoff fördert die Ferroptose (Form des programmierten Zelltods) der Krebszellen und verstärkt die Wirkung von Chemotherapien.
Inwiefern das Flavonoid Wogonin bei der Behandlung von Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus helfen kann und welche molekularen Mechanismus dabei eine Rolle spielen, hat ein chinesisches Forschungsteam untersucht. Insbesondere überprüften die Forschenden auch den Einfluss auf die Ferroptose und mögliche Synergieeffekte mit dem Zytostatikum Cisplatin. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytomedicine“ veröffentlicht.
Hochaggressive Krebsform
Das Ösophaguskarzinom ist eine hochaggressive Krebsform mit schlechter Prognose, erklären die Forschenden. Dies liege vor allem daran, dass der Krebs häufig gegen Chemotherapien mit Cisplatin resistent sei und dass die konventionellen Therapien oftmals von schweren Nebenwirkungen begleitet werden.
Neue Therapieansätze seien daher weiterhin dringend gesucht und Wogonin habe in früheren Studien bereits eine Wirkung gegen verschiedene maligne Erkrankungen gezeigt, wobei potenzielle Effekte gegen Krebserkrankungen der Speiseröhre bisher allerdings nicht untersucht wurden, berichtet das Team.
Kann Wogonin helfen?
Die Forschenden überprüften daher in Zellversuchen und an Mäusen, inwiefern Wogonin eine Wirkung gegen Speiseröhrenkrebs entfaltet, welche Rolle die Ferroptose dabei spielt und inwiefern die Behandlung mit Cisplatin durch den Pflanzenstoff profitiert.
Dabei zeigte sich, dass Wogonin sowohl die Proliferation von Krebszellen als auch deren Resistent gegen Cisplatin dosisabhängig reduzierte, so das Forschungsteam. Ein wichtiger Effekt sei dabei die Induktion der Ferroptose. Die Fachleute konnte zudem einen molekularen Mechanismus identifizieren, über den der Pflanzenstoff die Ferroptose auslöst.
Ferroptose der Krebszellen induziert
So interagiert Wogonin laut den Forschenden direkt mit dem GATA-Bindungsprotein 1, wodurch dessen Translokation in den Zellkern verstärkt werde und sich das Bindungsprotein im Zellkern anreichere, was letztlich zu einer intrazellulären Eisenüberladung führe.
Außerdem verstärke Wogonin die Wirkung von Cisplatin über verschiedene ferroptotische Signalwege und bei den Untersuchungen an Mäusen habe Wogonin das Tumorwachstum gehemmt, ohne das Körpergewicht der Tiere zu beeinflussen. Bei den Mäusen sei auch ein erhöhte Expression von Ferroptose-Markern im Tumorgewebe aufgetreten.
Vielversprechende Antitumor-Wirkung
Insgesamt belegen die Studienergebnisse erstmals, dass der Pflanzenstoff aus dem Baikal-Helmkraut bei Plattenepithelkarzinomen der Speiseröhre durch die Interaktion mit dem GATA-Bindungsprotein 1 die Ferroptose induziert und eine vielversprechende Antitumor-Wirkung entfaltet.
Damit erscheint Wogonin als vielversprechender Therapieansatz gegen Speiseröhrenkrebs, wobei dieser insbesondere bei der Überwindung von Resistenzen gegen Cisplatin helfen könnte. Allerdings bleiben weitere Studien erforderlich, um das Potenzial bei der Behandlung von Plattenepithelkarzinomen der Speiseröhre genauer zu bestimmen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Chengming Wei, Meina Shi, Liujiao Wei, Caituan Wei: Wogonin targets GATA1 to induce ferroptosis and potentiate cisplatin-mediated anti-tumor effects in esophageal squamous cell carcinoma; in: Phytomedicine (veröffentlicht 29.08.2026), sciencedirect.com
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