Ungefähr ab dem 30. Lebensjahr setzt ein natürlicher Muskelabbau ein und auch verschiedene chronische Erkrankungen können einen Rückgang der Skelettmuskulatur bedingen. Hier bietet Ginseng einen vielversprechenden Ansatz, um den Muskelschwund zu bremsen.
Ein südkoreanisches Forschungsteam hat die Wirkung von Ginseng und Ginsenosiden gegen Muskelatrophien und deren Ursachen in einer Übersichtsarbeit dargelegt. Die in dem „Journal of Ginseng“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Heilpflanze einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Muskeln leisten kann.
Verschiedene Ursachen für Muskelabbau
Mit zunehmendem Alter ist ein natürlicher altersbedingter Abbau der Muskulatur zu verzeichnen, der auch einen pathologischen Verlauf in Form der Sarkopenie annehmen kann. Ebenso kann eine längere Immobilisierung zu einer solchen Sarkopenie führen.
Auch zeigt sich beispielsweise in Zusammenhang mit Krebs, Schlaganfällen, neurologischen Erkrankungen sowie Herz- und Nierenfunktionsstörungen oftmals eine deutlicher Muskelmasseverlust, der als Kachexie bezeichnet wird, erläutern die Forschenden.
Darüber hinaus sei bei Personen mit Anorexie oder Fatigue häufig ein starker Rückgang der Muskelmasse zu verzeichnen und nicht zuletzt werde auch Adipositas mit einem Abbau der Muskulatur in Zusammenhang gebracht.
Ginseng zur Therapie?
Neuere Studienergebnisse deuteten darauf hin, dass Ginseng und seine bioaktiven Bestandteile, die Ginsenoside, zur Linderung des Muskelschwunds beitragen könnten, so das Forschungsteam.
In einer Übersichtsarbeit haben die Fachleute daher die Wirkung von Ginseng und Ginsenosiden gegen die verschiedenen Formen des Muskelschwunds und deren Ursachen untersucht. Auch wurden die möglichen Wirkmechanismen analysiert.
Wirkung gegen Muskelabbau
Ginseng und einzelne Ginsenoside entfalten starke antioxidative, entzündungshemmende, neuroprotektive und stoffwechselregulierende Wirkungen, über die sie zur Linderung des Muskelabbaus beitragen, berichtet das Team.
Zudem spiele der Einfluss auf molekulare Signalwege wie Akt/mTOR, NF-κB, FoxO und HIF-1 eine wesentliche Rolle. Beispielsweise könne ein Extrakt aus koreanischem roten Ginseng die Muskelfunktion, -reparatur und das Muskelwachstum durch Modulation verschiedener biologischer Signalwege verbessern.
Ebenso erscheinen einzelne aus Ginseng gewonnene Verbindungen wie zum Beispiel die Ginsenoside Rb1 und Rb2 den Fachleuten zufolge als effektive Wirkstoffe zur Linderung des Muskelschwunds.
Die Wirkung der Ginsenoside beruhe dabei auch auf Verbesserungen der Mitochondrienfunktion sowie Veränderungen der Zytokin-Expression und der Neuropeptidaktivität.
Vielversprechende Therapieoption gegen Muskelschwund
Ginseng und die enthaltenen bioaktiven Verbindungen könnten insgesamt einen wichtigen Beitrag zur Prävention und Behandlung von Muskelschwund und damit verbundenen Erkrankungen leisten, betonen die Forschenden.
Angesichts der vielversprechenden präklinischen und klinischen Ergebnisse seien nun weitere Studien erforderlich, um die genauen Wirkmechanismen der bioaktiven Bestandteile des Ginsengs aufzuklären und ihre Integration in konventionelle Therapiestrategien gegen Muskelschwund und dessen Ursachen zu ermöglichen. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Chang-Hwan Bae, Subramanian Muthamil, Ji Hyo Lyu, Jong Min Oh, Ung Cheol Shin, Maic Audo Eybi Mayer Sihombing, Thi Quynh Dan Nguyen, Seon-Wook Kim, Jong-Hoon Kim, Md M.N. Azim, Jun Hong Park: Therapeutic potential of ginseng and ginsenosides on muscle wasting disorders: Cachexia, sarcopenia, anorexia, and aging; in: Journal of Ginseng (veröffentlicht 17.03.2026), sciencedirect.com
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