Studie: Gesetzliche Krankenkassen besser als die Private Krankenversicherung

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Private Krankenkassen verlieren gegenüber den Gesetzlichen

Versicherte in den gesetzlichen Krankenkassen fühlen sich häufig als Patienten zweiter Klasse. Zu Recht? Einer aktuellen Studie zur Folge lautet die Antwort: Nein! Zwar müssen gesetzlich Versicherte länger auf ihre Facharzttermine warten, insgesamt sei der Schutz bei den gesetzlichen Krankenversicherungen aber umfangreicher als bei den Privatversicherungen.


Die Krankenkassen-Studie wurde von dem Beratungsunternehmen PremiumCircle durchgeführt und von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben. In über 100 Kriterien wurden die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung(GKV) mit denen der privaten Krankenversicherung (PKV) verglichen. Das erstaunliche Ergebnis: Die gesetzlichen Kassen hatten die Nase vorn.

Patienten zweiter Klasse? Die benachteiligte Situation von gesetzlich Versicherten konnte in einer aktuellen Studie nicht bestätigt werden. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)

Unzureichender Schutz bei den Privaten

PremiumCircle definierte für die Studie 103 Mindestkriterien, die eine Krankenversicherung nach Ansicht der Experten abdecken sollte. Zu diesen Kriterien zählten beispielsweise ambulante und stationäre Behandlungen, Medikamente, Kuren, Rehabilitationsangebote, Zahnbehandlungen, Transporte, Präventionsmaßnahmen und Impfungen. Im Durchschnitt decken Privatversicherungen der Studie zufolge 27 Prozent dieser Kriterien nicht ab. Dagegen konnte PremiumCircle feststellen, dass bei der GKV nur drei Prozent der elementaren Leistungen nicht finanziert werden.

Hier liegen die Privaten vorne

Insbesondere bei den Facharztterminen zeigte sich ein großer Unterschied. GKV-Patienten müssen durchschnittlich wesentlich länger auf ihre Termine beim Facharzt warten als Privatversicherte. Auch bei stationären Versorgungen im Krankenhaus leisten die PKV oft mehr, weil beispielsweise Einzelbettzimmer in der Kassenleistung enthalten sind. Des Weiteren konnten die PKV bei den Zahnbehandlungen punkten. Kommt es zum Zahnersatz, übernehmen die Privatversicherungen in der Regel mehr Kosten.

Große Leistungsunterschiede bei Privatversicherungen

In den Untersuchungen wurden die Tarife von 32 PKV unter die Lupe genommen. Die Kosten für diese Versicherungen lagen zwischen 480 und 730 Euro pro Monat. Bei manchen gab es zusätzlich noch eine Selbstbeteiligung von bis zu 1000 Euro. Die Leistungen, die man für diese Beiträge erhält, schwanken enorm zwischen den Anbietern. So deckte beispielsweise der Premiumtarif der Barmenia 99 der 103 elementaren Leistungen ab. Dagegen werden in dem teuersten Tarif der Mecklenburgischen Versicherung gerade mal 32 der 103 Kriterien finanziert.

Diese Leistungen sind bei der gesetzlichen Krankenversicherung besser

Bei Kuren und Rehabilitationsangeboten konnten eindeutig die GKV punkten. Fast die Hälfte der untersuchten Privatversicherungstarife zeigten hier große Lücken bei der Finanzierung. Beispielsweise wurden bei vielen PKV-Tarifen keine stationäre Rehabilitation nach einem Klinikaufenthalt garantiert. Defizite bei der Versorgung in den Privatversicherungen bestehen laut der Studie auch im Bereich der Palliativversorgung, der häusliche Krankenpflege, der Psychotherapie sowie bei Impfungen.

Gesetzliche Krankenversicherungen – besser als ihr Ruf

„Die wiederkehrende Behauptung, die gesetzliche Krankenversicherung sei nur zweitklassig, wird mit dieser Untersuchung klar widerlegt“, betont Maria Klein-Schmeink, die Gesundheitsexpertin der Grünen-Bundestagsfraktion gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. (vb)