KI erkennt Herzinfarkt neun Jahre im Voraus

Älterer Mann hält sich die Hände an die schmerzende Brust

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Verbesserte Diagnose von Herzinfarkten durch künstliche Intelligenz

Eine neu entwickelte künstliche Intelligenz kann das Risiko eines Herzinfarkts fast ein Jahrzehnt im Voraus vorhersagen – und dies mit einer Genauigkeit von 90 Prozent.


Bei der aktuellen Untersuchung der international hoch anerkannten University of Oxford wurde festgestellt, dass eine künstliche Intelligenz die Vorhersage von Herzinfarkten revolutionieren könnte. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „European Heart Journal“ publiziert.

Eine künstliche Intelligenz ist in der Lage Herzinfarkte mit einer Genauigkeit von 90 Prozent vorherzusagen – bereits Jahre bevor die Erkrankung überhaupt auftritt. (Bild: Rawpixel.com/fotolia.com)

Vorhersage von Herzinfarkten neun Jahre im Voraus?

Durch die neue Technik könnte sichergestellt werden, dass kranke Personen die richtige Behandlung erhalten, um potenziell tödliche Herzinfarkte abzuwenden. Zum jetzigen Zeitpunkt werden Patienten mit Brustschmerzen noch zu CT-Scans geschickt. In rund einem Viertel der Fälle zeigen diese Scans Gefäßblockaden, die operativ behandelt werden können. Die meisten Patienten werden jedoch ohne Behandlung nach Hause geschickt, obwohl viele später einen Herzinfarkt erleiden. Die neue Technologie kann gefährliche Ansammlungen von Fett und Narben um das Herz herum erkennen. So kann die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts in den nächsten neun Jahren mit einer Genauigkeit von bis zu 90 Prozent vorhergesagt werden.

Technologie verbessert Wissen über Herzgesundheit von Patienten

Durch die verbesserte Diagnose können Personen mit einem hohen Risiko passende Medikamente erhalten und genauer überwacht werden, um so einen tödlichen Herzinfarkt zu verhindern. Die neue Technologie erlaubt es Medizinern, sich ein vollständigeres Bild über die Herzgesundheit zu machen. Dies ist besonders wichtig, weil dadurch die Behandlung erheblich verbessert wird, was das Leben des Patienten retten kann. Die durchgeführten Scans können von einem Gerät ausgelesen werden, um so genaue Informationen auszuwerten. Dies ermöglicht eine Ermittlung des spezifischen Risiko der Betroffenen, um so gegebenenfalls eine benötigte Behandlung einzuleiten oder die Patienten zu informieren, dass kein Risiko für einen Herzinfarkt vorliegt, erklären die Forschenden.

Sind mehr CT-Untersuchungen nötig?

Durch die neue Technik wird die Vorhersage eines Herzinfarkts in den nächsten neun Jahren mit einer Genauigkeit von 85 bis 90 Prozent ermöglicht. In Zukunft sollten noch mehr CT-Untersuchungen durchgeführt werden, um ein Risiko für vorhandene Herzerkrankungen festzustellen. In der Regel werden solche CT-Untersuchungen an Personen im Alter von 40 bis 70 Jahren mit Brustschmerzen durchgeführt oder an Personen, bei denen aufgrund von Übergewicht, Rauchen oder Diabetes ein besonderes Risiko für Herzinfarkte besteht. (as)

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Evangelos K Oikonomou, Michelle C Williams, Christos P Kotanidis, Milind Y Desai, Mohamed Marwan et al.: A novel machine learning-derived radiotranscriptomic signature of perivascular fat improves cardiac risk prediction using coronary CT angiography, in European Heart Journal (Abfrage: 04.09.2019), European Heart Journal

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.